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| Autor Kevin Sieber (FC Triengen), Patrik Birrer (FC Dagmersellen) |
Spielbericht FC Triengen: In der vergangenen Woche standen für das Trienger Fanionteam 2 wichtige Spiele auf dem Spielplan. Beides Mal mussten die Surentaler auswärts antreten. Doch durfte man guten Mutes sein, dass diese Spiele erfolg- und vor allem punktereich werden würden, waren doch die Gegner keine Übermannschaften, vor welchen man hätte zittern müssen. Es präsentierten sich 2 vollkommen unterschiedlich verlaufende Matches, welche wieder einmal die Kuriosität des Fussballs aufzeigte und dennoch auf eindrücklichste Art und Weise erklärt, wieso diese Ballsportart eine beinahe unbeschreibliche Faszination beinhaltet. Das erste dieser Spiele war am Dienstag, 24.Mai in Nebikon gegen den Tabellenletzten. Es war dies das Nachtragsspiel vom 14.Mai, als sich der damalige Unparteiische verletzte und nach 35 Minuten abbrechen musste. Diesmal, das kann bereits vorweggenommen werden, lief das Spiel die vollen 90 Minuten und musste nicht vorher bereits abgebrochen werden. Arm an Höhepunkte Obwohl die Trienger über die ganzen 90 Minuten die bessere Mannschaft gewesen sind, war es eher ein glücklicher Sieg. Das eigentlich klar aussehende Resultat 3:1 trübt ein wenig das Geschehen auf dem Platz, denn vor allem in den ersten 30 Minuten waren die Einheimische die klar bessere und dominierende Mannschaft. Nebikon glänzte phasenweise mit schnellem und präzisem Kombinationsfussball und konnte mit dieser Spielweise grossen Druck auf die Trienger ausüben, so dass sich diese immer wieder nur mit Befreiungsschlägen wehren konnten. Die Führung Nebikons in der 12.Minute war somit absolut verdient. Die Trienger waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht wirklich existent. Ein Stellungsfehler der Abwehr ermöglichte es Nebikon relativ einfach, den verdienten Führungstreffer zu erzielen. Doch auch nach diesem Rückstand besserte sich die Trienger Leistung keineswegs. Zu ungenau und zu kompliziert wollte man spielen. So war es dann in der 25. Minute Martin Fischer, der seine ganze Klasse aufzeigte und mit einem wunderschönen Heber über den gegnerischen Torhüter zum 1:1 ausgleichen konnte. Dies war einer der sehr wenigen Höhepunkte, welcher sich dem doch zahlreich erschienenen Publikum präsentierte. Weitere nennenswerte Chancen blieben den Zuschauern in der ersten Halbzeit verwehrt, so dass es nach 45 Minuten 1:1 stand. Weiterhin ereignislos Als Zuschauer wurde man in der ersten Halbzeit nicht gerade verwöhnt. Doch auch die Hoffnung auf bessere 45 Minuten im zweiten Umgang starb schnell einmal. Von nun an war es ein ausgeglichenes Spiel, in welchem sich keine der beiden Mannschaften entscheidende Vorteile erarbeiten konnte. Als dann in der 75.Minute Roland Maurer für Luis Martins ins Spielgeschehen eingriff, kam so etwas wie Schwung in die Partie. Der Trienger Topscorer zeigte gleich einmal, was er so alles kann. Mit seiner Erfahrung und seiner grossartigen Übersicht wurde das Spiel nun gegen das Ende hin nochmals attraktiv. Von nun an waren die Surentaler mehrheitlich im Ballbesitz und kamen nun immerhin zu einzelnen gefährlichen Angriffen, welche allerdings vorerst noch nichts Zählbares brachten. Erst kurz vor Schluss in der 89.Minute, als Maurer nur mit einem Foulspiel zu bremsen war, fasste sich Mirel Vrhovac ein Herz und ballerte den Freistoss unhaltbar in die Maschen. 2:1 für Triengen. Aufatmen war angesagt. In der Nachspielzeit erzielte dann noch Ambroz Nrejaj ein Traumtor. Mit einem genialen Schlenzer düpierte er den Nebikoner Torhüter und erhöhte zum 3:1 Schlussresultat. Achtung, fertig, los Das zweite Spiel dieser Woche fand am letzten Samstag in Dagmersellen statt. Es präsentierte sich ein ganz anderes Spiel. Die Trienger begannen stark, druckvoll und vor allem kaltschnäuzig. Denn bereits mit der ersten Chance des Spiels gingen die Surentaler in Führung. Es war Martin Fischer, der den Ball unhaltbar in die linke obere Ecke schoss. Es war ein enorm unterhaltsames Spiel. Vor allem die Trienger spielten stark und war stets bemüht, druckvoll und schnell über die Seiten zu spielen. Mit diesem Druck schienen die Platzherren heillos überfordert zu sein, kamen sie doch in den ersten Minuten kaum einmal in Ballbesitz. In der 9.Minute erhöhten die Trienger auf 2:0. Der wieder in die Startelf zurückgekehrte Michael Schwarzentruber erzielte nach Vorarbeit von Roland Maurer das verdiente Tor. Schwarzentruber war auch sonst einer der Aktivposten im Trienger Team und überzeugte durch seine Laufarbeit und durch seinen Kampfgeist. In der 21.Minute erhöhte Triengen sogar noch au 3:0. Auch hier war der Torschütze ein Rückkehrer in die Startformation. Roland Maurer umspielte mit einem sehenswerten Dribbling den gegnerischen Torhüter. Auch in dieser Höhe war die Führung, gemessen am bisher Gezeigten und an den Spielanteilen, absolut verdient. Torfestival Erst als die Heimmannschaft in der 30.Minute aus dem Nichts heraus den Anschlusstreffer zum 3:1 erzielte, kamen sie besser auf. Doch auch anschliessend wussten die Trienger geschickt mit der Führung umzugehen. Erst als dann Dagmersellen nach der Pause in der 48.Minute einen Penalty zum 3:2 verwertete, begann die Aufregung langsam. Vor allem auch darum, weil die Trienger, so schien es zumindest, geschockt waren von diesem Anschlusstreffer. So benötigten sie dann auch 10 Minuten, um diesen Schock zu verarbeiten und wieder besser und bestimmender ins Spiel zu finden. Als dann in der 59.Minute Martin Fischer nur dank einer Glanzparade des gegnerischen Torhüters das Tor nicht erzielte, gelang es ihm nur gerade eine Minute später, das enorm wichtige 4:2 zu erzielen, um den alten 2-Tore-Vorsprung wieder zu erreichen. Die ganze Situation wurde für die Platzherren noch schwieriger, weil Dagmersellen ab der 63.Minute nur noch zu Zehnt spielten, dies aufgrund eines Platzverweises. Das Trienger Fanionteam schien sich nun mit dem Resultat zufrieden zu geben, machten die Surentaler doch nur noch das Nötigste fürs Spiel. So kam es, wie es kommen musste: In der 74. Minute erzielte Dagmersellen das 4:3. Jetzt kam nochmals Spannung auf. Zittern war angesagt, denn die Surentaler schienen nun den Faden verloren zu haben. Als dann der Unparteiische die Partie abpfeifen wollte, erzielten die Platzherren noch den Ausgleich zum 4:4. Dies war zugleich die letzte Aktion des Spiels. Dieses Unentschieden ist darum so ärgerlich, weil einerseits Dagmersellen die unterlegene Mannschaft war, andererseits der Unparteiische für seine zu lange Nachspielzeit nur Kopfschütteln und zu rechtes Unverständnis erntete. Letztes Rückrunden-Heimspiel Am nächsten Samstag spielt der FC Triengen das letzte Heimspiel in der Rückrunde im heimischen Schäracher. Gast in diesem Spiel ist der FC Wauwil-Egolzwil. Die Wauwiler liegen mit 20 Punkten nur unwesentlich hinter Triengen, welche nun 23 Punkte auf ihrem Konto haben. Eine mit Brisanz erwartete Partie, welche in der Vorrunde ein absolutes Highlight war. Spielbericht FC Dagmersellen: Torfestival bei Heimdernière Acht Tore bekamen die Zuschauer auf der Chrüzmatt zu sehen – gerecht verteilt. Die Dagmerseller starteten katastrophal und lagen nach 20 Minuten mit 0:3 im Rückstand. Durch einen Treffer Dominic Ineichens in der 94. Minute resultierte am Ende aber immerhin noch ein Zähler. Das wahre Gesicht der Mannschaft wolle er sehen, hatte Dagmersellens Trainer Roman Bucher im Vorfeld des letzten Heimspiels des FCD verlauten lassen. Was er und sein Assistent Michael Stöckli dann aber von ihren Spielern in der Startphase zu sehen bekam, glich einer Horrorvorstellung. Bereits in der zweiten Minute profitierte Martin Fischer von einer ungenügenden Abwehr Lukas Steiners und brachte den Gast in Führung. Doch auch der frühe Rückstand weckte die Dagmerseller nicht aus ihrer Lethargie. Bereits in der zehnten Minute fiel das 0:2. Und auch beim zweiten Verlusttreffer hatte die Dagmerseller Hintermannschaft nicht eben einen sattelfesten Eindruck hinterlassen. Negativer Höhepunkt der total verkorksten Startphase war ein Zusammenprall von Abwehrchef Steiner mit Goalie Bolli. Beide lagen am Boden und der Ball schon zum dritten Mal im FCD-Tor. Maurer liess sich als Torschütze feiern. Erst nach einer halben Stunde gelang es den Platzherren, den ersten vernünftigen Angriff zu initiieren. Und sogleich jubelten auch die Dagmerseller über einen Treffer. Manuel Huber hatte sich toll in Szene gesetzt und uneigennützig Schacher bedient, welcher keine Mühe hatte, den Abstand zu verkürzen. FCD beweist tolle Moral Nun endlich war Chrüzmatt-Elf in der Partie angekommen. Nur wenig nach Wiederanpfiff hatten die Dagmerseller den Anschluss geschafft. Der eingewechselte Frey konnte nur mit unlauteren Mitteln gestoppt werden, Martin Huber verwertete den fälligen Strafstoss sicher. Doch die FCD-Aufholjagd bekam einen jähen Dämpfer, als der bereits verwarnte Pascal Arnold nach einem Foul an Martin Fischer mit Gelb-Rot vom Platz musste. Als erneut der sehr präsente Martin Fischer nur fünf Minuten später den Zwei-Tore-Abstand nach einem Eckball wieder herstellte, glaubte kaum mehr jemand an eine Wende. „Wir haben uns bei den Gegentoren unglaublich naiv angestellt und teilweise unglaubliche individuelle Fehler begannen“, fasst FCD-Trainer Roman Bucher zusammen. „Aber das Team verdient ein Kompliment, dass es auch in Unterzahl weiter den Weg nach vorne suchte.“ Diese Spielweise der Dagmerseller führte zwar auch dazu, dass die Trienger immer wieder zu gefährlichen Konterchancen kamen, mit welchen sie aber allzu leichtfertig umgingen. Eine Viertelstunde vor Schluss lancierte Tim Schacher mit seinem zweiten Treffer den Dagmerseller Schlussspurt, welcher in der 86. Minute mit dem Ausgleich belohnt zu werden schien. Dominic Ineichens Tor wurde aber wegen gefährlichen Spiels annulliert. In der 94. Minute aber zählte Ineichens Ausgleich. Die Trienger hatten allzu früh, allzu sehr auf das blosse Verwalten des Vorsprungs gesetzt und wurde dafür am Ende bestraft. Der eine Punkt ist für die Surentaler im Abstiegskampf dennoch Gold wert.
FC Dagmersellen - FC Triengen 4:4 Datum: Samstag, 28. Mai 2011, 18.00 Uhr. Spielort: Sportanlage Chrüzmatt, Dagmersellen; 130 Zuschauer. Schiedsrichter: Bossert. |
| Letzte Aktualisierung ( Montag, 30.05.2011, 21:25 ) |