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Rooter K.o. nach Penaltykrimi PDF Drucken
Autor Daniel Schwab (SK Root), Adrian Boog (FC Eschenbach)   

Spielbericht SK Root

Dass Fussball manchmal ungerecht ist, wissen wir nicht erst seit der FCL-Cupfinalniederlage gegen Basel nach Elfmeterschiessen. Auch beim erstmals ausgetragenen 5.-Liga-Cup gewann nicht das bessere, sondern das glücklichere Team.

Die Rooter dominierten das Geschehen in der ersten Halbzeit klar, liessen im Abschluss aber die nötige Kaltschnäuzigkeit vermissen. Ausser in der 15. Minute, als Armin Bühler eine flache Hereingabe von Stefan Lienhard zum verdienten 0:1 einschob. In der Folge liess die Elf von Trainer Urs Schmidiger Ball und Gegner geschickt laufen, ohne allerdings Zählbares herauszuarbeiten. Die Eschenbacher, die praktisch zum Zuschauen verurteilt waren, kamen trotzdem zu drei gefährlichen Chancen. Zweimal rettete Goalie Christoph Meyer mirakulös, einmal verfehlte ein Kopfball aus kurzer Distanz das Tor knapp.

Nach dem Seitenwechsel glich sich die Partie zunehmend aus. Die Eschenbacher brauchten aber schon Rooter Schützenhilfe, um ins Spiel zurückzukehren. Nach 73 Minuten flog ein Auskick des FCE-Goalies durch Windunterstützung bis in den Rooter Strafraum, wo Goalie Meyer zögerte und dem Angreifer den unverhofften Ausgleich ermöglichte. Es ging in die Verlängerung. Hier dauerte es keine drei Minuten, ehe die Gäste wieder jubeln konnten. Nach toller Vorarbeit von Armin Bühler schlenzte Stefano Martellotta das Leder von der Strafraumgrenze unhaltbar zum 1:2 ins Dreieck. Damit war der Kübel aber noch nicht im Trockenen. In der 109. Minute schoss ein Eschenbacher aus dem Gewühl heraus den 2:2-Ausgleich. Eine Minute vor dem Ende der Verlängerung hätte Armin Bühler alles klar machen können, als er eine missglückte Rückgabe erlief, jedoch am FCE-Goalie scheiterte. So musste das Penaltyschiessen entscheiden. Da Root einen Elfer mehr verschoss als Eschenbach, ging der Cupsieg etwas überraschend an das Heimteam.

 

Spielbericht FC Eschenbach (Sektion Baubu)

Ein knistern lag in der Luft beim Eintreffen auf dem Weiherhus, alles freute sich auf den allerersten 5. Liga Cupfinal. Hatte sich das Drüü doch nach 5 Nervenaufreibenden Spielen mit Verlängerungen, Spielabbrüchen den Weg in diesen Final geebnet. Alles wurde mobilisiert um ein Fussballfest zu feiern, neben einer super funktionierend Festwirtschaft wurden Fanartikel und Matchbälle angeboten um die Mannschaft aus Ballwil zu unterstützen. Danke allen 130 (!) Matchballspendern. Auch die Supporter von Root liessen sich nicht lumpen und organisierten einen Fanmarsch von Root nach Eschenbach. Chapeau!

Als die Spieler in die Kabine verschwanden wurde der Speaker schon zum ersten Mal gefordert, durfte er doch alle Matchballspender erwähnen. Die Fangruppen beider Lager bezogen Ihre Stellungen und montierten Ihre Choreos und Fahnen und waren pünktlich zum mit gänsehauteffekt gespickten Einmarsch der Protagonisten bereit. Nun gab’s kein zurück mehr, der Showdown begann.

In der Kabine der Sektion Baubu war die Nervosität fast zum Greifen und diese konnte bis zum Spielbeginn nicht abgelegt werden, wusste man doch dass die zuverlässigen Trümpfe nicht anwesend waren oder angeschlagen.

Die Rooter hatten Ihre Nervosität schon abgelegt und spielten sich in der Anfangsphase in einen Rausch, die Mannen um Thomas Käch (Captain) wurden vorgeführt und wussten nicht wie Ihnen geschieht. Und dann kam der moralische Hammer für das Drüü, aus Ballwil;  Saner Beat, Torschütze mit der Lizenz bei jedem Match zu treffen, konnte nicht verbergen das er eine Zerrung hatte und musste in der achten Minute seinen Platz an Müller Dominik abtreten. Auch Root realisierte das und legte nochmals zu. Auch wenn die Rooter mehr in Ballbesitz waren, konnte die Sektion aus Baubu die erste klare Torchance verbuchen. Brunner war es der seinem Verteidiger enteilte und alleine auf den den Rooter Keeper zusteuern konnte. Dieser reagierte aber nicht im Sinne von Brunner und hielt. Auf diese Chance angesprochen meinte Brunner nach dem Match, das Training sei zu hart gewesen am Mittwoch! Allgemein waren die Eschenbacher in der Startphase immer einen Schritt zu spät. Und Root liess Gegner und Ball immer wieder geschickt laufen, wie man es von den drei eingesetzten 2. Ligisten auf Rooter Seite erwarten kann. Da die Organisation in der Hintermannschaft vom Drüü immer noch nicht stimmte konnten die Rooter immer wieder über die Flügel vorstossen. Und es war auch ein solcher Vorstoss der in der 15. Minute zum Torerfolg für Root führte. Der Flügel lief zur Grundlinie runter und bediente den mitgelaufenen Stürmer mustergültig. 0:1 für das bis dahin bessere Team.

Wie weiter Sektion Baubu? Saner draussen, 0:1 hinten und immer noch nervös. Das Team wankte! Aber irgendwie war was anschliessend kam typisch Drüü, man besann sich auf die Tugenden Kampfbereitschaft, Wille und das man 100% geben muss, nicht 98 nicht 102%, sondern 100%, und so konnte man das Spiel in den Griff bekommen. Die Rooter fanden kein Mittel mehr um die Abwehr zu knacken. Die Organisation passte nun in der Hintermannschaft vom Drüü! Im Gegenteil, die Sektion Baubu konnte sich immer wieder gefährlich in Szene setzen und Chancen wurden erarbeitet. In der 28. Minute hatte Käch Thomi den Ausgleich auf seiner Frisur. Aber wiederum war der Rooter Keeper auf dem Posten. Wie auch 3 Minuten später als Müller Dominic zum Abschluss kam. Root konnte sich mit der Führung in die Pause retten.

Als der sehr gut pfeifende Schiedsrichter Markus Graf mit seinen Assistenen zur zweiten Halbzeit anpfiff, war klar dieses Spiel noch nicht gelaufen war. Die Rooter bauten ab und die Eschenbacher gewannen im Mittelfeld die Zweikämpfe, welche hart aber immer fair von beiden Seiten geführt wurden. Beide Teams zollten auch der Wärme Ihren Tribut und der Speaker hatte alle Hände voll zu tun um die richtigen Namen bei den Auswechslungen zu erwähnen, schlussendlich beschränkte er sich auf Namen der Sektion aus Baubu. Und auch der Herr mit dem Rollator der die Einwechslungen mit seiner extra für dieses Spiel angefertigten Anzeigetafel, liess es sein mit anzeigen, zuviel wurde nun gewechselt.

Nun war Seniorenzeit in der Mannschaft der Baubeler, waren doch nun sage und schreibe 7 Spieler im Seniorenalter auf dem Platz! Was sich positiv auf das Spiel der Heimmannschaft auswirkte. Mit der Routine der Leute konnte so mancher Ball im Mittelfeld behauptet werden und der Gegner wurde auch zu mehr Laufarbeit gezwungen. Die Senioren liefen langsam aber sicher zur Hochform auf und auch eine reine Ü-32 Aktion war es dann welche zum verdienten Ausgleich führte. Goalie Käslin wollte mit seinem Abschlag mal gucken ob er trotz des Alters noch in den gegenüberliegenden Strafraum kicken kann. Er konnte! Und per Zufall stand im Strafraum noch ein Senior welcher sich gegen 3 Gegenspieler durchsetzen konnte und den Auskick zum vielumjubelten Ausgleich einnickte. 1:1 in der 73. Minute. Und das verdient nach der Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit. Jetzt wollte der FC Eschenbach noch die Entscheidung herbeiführen und schoss aus allen Rohren. Ein Schuss von Moogli zischte haarscharf am Lattenkreuz vorbei, auch Ruedi Käch konnte sich nach schöner Passfolge im Mittelfeld leider nicht in die Skorerliste eintragen. Langsam aber sicher war Dramatik in die Gesichter der Fans geschrieben. Kommt es zur Verlängerung, kann ein Team noch die Entscheidung an sich reissen, halten die Schuhe? Das waren die Fragen.

Nach 90. Minuten applaudierten die Zuschauer für das gebotene und freuten sich auf die Verlängerung. Auch die Spieler der Sektion Baubu wurden dazu aufgefordert noch mehr Freude an diesem Cupfinal zu zeigen, war man doch immer noch im Rennen um den Kübel. Die Verschnaufpause wurde gleich nach Anpfiff in die Verlängerung zum Vorteil von Root, erwischte ein Rooter Armin Käslin mit einem herrlichen Schlenzer aus 18 Metern mit dem Prädikat unhaltbar. Die Rooter Supporter feierten Ihren Torschützen zum 1:2 in bester Manier. Die Sektion aus Baubu wähnte sich im falschen Film, schon wieder hinten und das in der Verlängerung, waren doch nur noch 27 Minuten in dieser mittlerweile heissen Arena zu spielen. Kann man das noch kehren? Kann man die stehend K.O.en Rooter noch bezwingen wenn man selber schon angezählt ist? Hier die Antwort: das Drüü kann es!
Was jetzt kommt lieber Leser ist Dramatik pur!

Das Drüü aus Baubu wurde nun offensiver und auch die Verteidiger kamen trotz Wadenkrämpfen immer wieder mit in den Angriff, mussten aber zugleich auch immer die gefährlichen Rooter Konter abwehren. Diese Bemühungen zeigten Früchte, konnte Brunner erneut alleine auf den Rooter Keeper zulaufen, sein sonst fairer Gegenspieler zog die Notbremse und Riss Brunner, der aus Abseitsverdächtiger Position gestartet war, am Trikot zurück. 400 Leute waren der Meinung, dass dies ein Penalty und eine rote Karte zur Folge haben muss. Nicht so der sonst perfekte Schiedsrichter, statt Penalty musste man den Gegenzug abwehren welcher auch nicht ungefährlich war aber erfolgreich abgewehrt wurde. Somit wurden die Seiten beim Stande von 1:2 für Root zu letzten Mal gewechselt.

Diesmal war der Vorteil der Verschnaufpause auf Seiten der Baubeler. Käch Thomi, Captain der Sektion Baubu, tankte sich im Strafraum durch und schoss das wiederum verdiente und tausendfach umjubelte 2:2. Unglaublich, 2 Mal mit einem Tor in Rückstand und nach 110 Minuten war der Traum immer noch zum greifen nah. Gänsehaut bei allen. 2 Minuten vor Schluss der Verlängerung spielte der sonst perfekt agierende Ruedi Käch mit den Nerven von allen Beteiligten. Konnte doch sein missglückter Rückpass von einem Rooter erlaufen werden und dieser konnte alleine auf Minu zulaufen. Der Keeper der Baubeler Elf liess seine ganze Routine spielen und ging und ging nicht zu Boden damit er umspielt werden konnte. Er landete einen Big Save und das 2 Minuten vor Schluss des Cupfinals. Dieser Mann hat Nerven.

Aus, vorbei 120 Minuten waren gespielt und das Penaltyschiessen musste die Entscheidung bringen in diesem allerersten 5. Liga Cupfinal. Das Gefüge der Sektion aus Baubu ist dermassen gut, dass sogar ein Penaltyschütze zuviel den Traum wahrmachen wollte. Folgende Spieler stellten sich der Verantwortung: Buttergepfeli Beck, Volkorngepfelibeck, Moogli, Bronner und der Captain. Die Spannung war unerträglich und wurde vom Goalie vom Drüü noch erweitert als er mit den Fans vom SK Root spielte. Galliker Daniel holte Anlauf, 3:2, souverän, zum ersten Mal in Führung! Root gleicht aus, 3:3! Birri gekonnt, 4:3! Meinu taucht nach einem Schluck Bier links und hält, waaaaaaaahhhhhhnnnnnnsinn! 4:3 Boog holt Anlauf, nur noch 129 Matchbälle da der Zaun zu niederig war. 4:3! Captain von Root holt Anlauf, Meinu ist wieder dran muss sich aber bezwingen lassen. 4:4! Bronner die Ruhe selbst, fast frech, 5:4! Der Sohn vom Trainer vom SK Root läuft an, über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein.

Samstag 26.05.2012 19.33 Uhr, ein historischer Moment: Thomi läuft zum Penaltypunkt und der Schiedsrichter richtet folgende Worte an Thomi :“Herr Käch, Sie wissen wenn Sie diesen Penalty verwandeln sind Sie Cupsieger!“ Thomi liess sich diese Möglichkeit nicht nehmen und zimmerte das Leder in die Maschen. 6:4 DIE SEKTION BAUBU IST DER ERSTE 5. LIGA CUPSIEGER, DER TRAUM IST WAHR.

Nun brachen alle Dämme! Die Bank, die Zuschauer, die Staff, ja wirklich alle rannten auf den Platz und feierten den Torschützen und den Meinu und die Mannschaftsleistung welche unbeschreiblich war. Viele waren den Tränen nah, hatte man doch alles gemacht um diesen Cup zu holen, unglaubliche Szenen vor Freude spielten sich nun ab, überall wurde getanzt, sich umarmt, mit den Fans gefeiert, Bierduschen und vieles vieles mehr. Man konnte es kaum erwarten bis der Kübel durch den IFV verantwortlichen Giger Roger, welcher den 5. Liga Cupfinal dem IFV Cupfinal vorzog, an die Mannschaft übergeben wird. Und da war er der Moment der in den Büchern des Innerschweizer Fussballs niedergeschrieben wird.

Ein Traum wurde war! Captain Thomas Käch konnte den Pot in Empfang nehmen und das sonst schon gelungene Fussballfest ging erneut in die Verlängerung! Einen herzlichen Danke gebührt auch dem Gegner aus Root, welcher so ein Fussballfest überhaupt erst möglich gemacht hat und zu jederzeit fair war.  Das Fest war nun lanciert und man feierte bis weit weit in den Sonntag! DANKE FÜR DIE UNTERSTÜTZUNG! Und zum wiederholten Mal:  ALLERERSTER 5. LIGA CUPSIEGER:  SEKTION BAUBU.

 

5.-Liga-Cupfinal: FC Eschenbach (Sektion Baubu) – SK Root 6:4 n. P.

Datum: Samstag, 26. Mai 2012.

Spielort: Sportanlage Weiherhaus, Eschenbach; 400 Zuschauer (Saisonrekord).

Tore:  15. Minute 0:1 A. Bühler, 73. Minute 1:1 Adrian Boog, 93. Minute 1:2 Martellotta, 109. Minute 2:2 Käch Thomas. Penaltyschiessen: Galliker Daniel 3:2, Root 3:3, Birrer Pascal 4:3, Root verschiesst (Käslin Armin hält) 4:3, Boog Adrian verschiesst (knapp daneben) 4:3, Root 4:4, Brunner Reto 5:4, Root verschiesst (knapp daneben), Käch Thomas 6:4.

FC Eschenbach (Sektion Baubu): Armin Käslin, Daniel Galliker, Mario Portmann, Sandro Müller, Ruedi Käch, André Grüter, Thomas Käch, Pascal Birrer, Justin Bieber, Beat Saner, Reto Brunner. Ergänzungsspieler: Marc Baumgartner, Daniel Schnyder, Dominik Müller, Armin Arnet, Horat Michel, Joel Süess, Adrian Boog.

SK Root: Ch. Meyer; Henseler, Ph. Bühler, Fischer, Scherer; A. Bühler, A. Meyer, Kukelaj, Lienhard; Rust, Müller. Ersatz: Wymann, Schmidiger, Martellotta, Bala.

 

Copyright Fotos: Adrian Boog

 

 

Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 29.05.2012, 19:09 )
 
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