Hoch verloren, und doch alles gewonnen: Der FC Küssnacht wird nächstes Jahr wieder 2. Liga regional spielen. Die Freude über den Aufstieg überstrahlte eine marode Leistung gegen einen kaltblütig seine Chancen nutzenden SC Kriens II.
Es war ein wirklich schönes Bild: Nach dem Schlusspfiff lag man sich hüben wie drüben in den Armen. Es wurde gejubelt, mit Wasser herumgespritzt, erste Biere aufgetan. Gewonnen hatte jeder an diesem Abend, obschon der FC Küssnacht gegen den SC Kriens mit 2:5 den Kürzeren gezogen hatte.
Krienser mit Doppelschlag
In den ersten 25 Minuten der Partie wies noch nichts auf die Niederlage oder deren Höhe hin. Beide Mannschaften besassen in etwa die gleichen Spielanteile. Lediglich eine Grosschance gab es, die Minelli in der 14. Minute aber nicht verwerten konnte. Kaum aber hatten die Rigidörfler den Druck leicht verstärkt, kassierten sie durch einen satten Distanzschuss von Blättler in der 27. Minute das 0:1.
Das Tor brachte die Küssnachter völlig aus dem Tritt. In der vorher noch so gut organisierten Abwehr taten sich Löcher auf, welche die flinken und technisch beschlagenen Krienser eiskalt ausnutzten. Baosic und Pinheiro erhöhten mit einem Doppelschlag in der 36./37. Minute das Skore auf 0:3. Das war auch der Pausenstand, der sich nur deshalb nicht so deprimierend anhörte, weil die anderen Partien zugunsten des FC Küssnacht liefen.
In der 2. Halbzeit warfen sich die Küssnachter mit viel Kampfgeist ins Geschehen. Daraus resultierten einige Chancen, die vornehmlich Leka Shala auf dem Fuss hatte. Die erste Gelegenheit setzte er noch an die Lattenkante, die zweite dagegen konnte er in der 62. Minute zum 1:3 verwerten. Küssnacht witterte nun Morgenluft, schaffte es aber wie über das ganze Spiel hinweg nicht, ein flüssiges Angriffspiel zu bewerkstelligen. Immer wieder schlichen sich Ungenauigkeiten und technische Patzereien ein, die mal für mal in Ballverlusten resultierten.
Küssnachts Verfolger konnten nicht reüssieren
Die Krienser ihrerseits lauerten auf Konter; blitzschnell wurde von Offensive auf Angriff umgestellt und die Küssnachter schwindelig gespielt. Es sollte indes ein Standard sein, mit dem sie auf 1:4 erhöhten. Der eingewechselte Rast nutzte seine imposante Körpergrösse und köpfelte das Leder nach einer Kornerflanke in die Maschen. Und wiederum nur eine Minute später schoss Kriens-Oldie Genesio Colatrella das 1:5.
Immerhin gehörte der Schlusspunkt dem FC Küssnacht und Pren Spaqi, der mit dem 2:5 etwas Resultatskosmetik betrieb. Kaum war dann der Match vorbei, wurde das Resultat ohnehin unwichtig, der Aufstieg dagegen Realität. Die Verfolger SC Menzingen (0:6 gegen den FC Willisau) und FC Stans (2:3 gegen den FC Dagmarsellen) hatten beide aus der Küssnachter Niederlage kein Kapital schlagen können.
Somoza wollte auch im Aufstiegs-Jubel die Niederlage nicht kleinreden: „In der ersten Hälfte kontrollieren wir das Spiel, und bekommen dann in drei Angriffen drei Tore. Der Horror. Kräftemässig waren wir bei dieser Hitze nicht auf der Höhe. Aber ich muss der Mannschaft zugute halten, dass sie bis zuletzt gekämpft hat.“ Den Grundstein für den Aufstieg legten die Rigidörfler zweifellos in der ersten Partie gegen den FC Willisau. „Der Sieg gegen Willisau war immens wichtig, war das doch wohl die stärkste Mannschaft der ganzen Aufstiegsrunde“, so Somoza. Nun will er aber in die Zukunft schauen: „Der Aufstieg ist eine geniale Sache. Der FC Küssnacht gehört zweifellos in die 2. Liga. Ich bin wie die Mannschaft überglücklich und freue mich riesig auf die kommende Saison“.
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