Dagmersellen steigt nach Gala-Vorstellung auf!
Autor Markus Frey (FC Dagmersellen), Sandro Minelli (FC Küssnacht)   

Spielbericht FC Dagmersellen

Nach einem verhaltenen Start überrannten die Dagmerseller die verdutzten Gäste mit einer unglaublichen Effizienz beim Toreschiessen und führten schon zur Pause mit 4 Toren. Nach einer Druckphase der Gäste zu Beginn der zweiten Halbzeit konnte der FCD mit zwei blitzsauberen Kontertoren die Partie entscheiden.

Die Ausgangslage vor diesem Spiel war brisant. Der Gewinner dieses dritten Promotionsspiels würde als Aufsteiger in die 2.Liga regional feststehen. Dementsprechend startete das Spiel mit einer gegenseitigen Abtast-Phase, in der Küssnacht eher den aggressiveren und spritzigeren Eindruck machte. In der 11. Minute kam Dominic Ineichen ein erstes Mal per Kopf zum Abschluss, Sandro Schober aber konnte klären. Auf der Gegenseite prüfte Laurin Meyer ein erstes Mal Manuel Bolli, welcher dessen Geschoss mit den Fäusten zum Eckball klärte. Nach 16 Minuten sah Martin Huber, dass Küssnachts Schlussmann Sandro Schober weit vor seinem Kasten stand und haute aus über 30 Metern Entfernung aufs Tor. Der Ball senkte sich genau unter die Latte in die Dagmerseller Glückseligkeit! Nach diesem Traumtor powerten die Wiggertaler weiter. Küssnacht wirkte etwas geschockt. Martin Huber setzte sich keine drei Minuten später den Ball für einen Freistoss bereit. Der Freistosshammer konnte von Sandro Schober vorerst abgewehrt werden, landete aber genau vor den Füssen von Dominic Ineichen. Der versenkte problemlos zum 2:0. In der 24. Minute jubelten die Wiggertaler erneut. Tim Schacher lancierte durch die Schnittstelle der gegnerischen Abwehr hindurch Martin Huber, der alleine auf das Tor von Sandro Schober zustürmen konnte. Vor dem Strafraum lupfte er das Leder herrlich über den Keeper und durfte seinen zweiten Treffer bejubeln. Kurz später kam wieder der Routnier zum Abschluss, verfehlte aus etwas ungünstiger Position aber deutlich. Nach einer halben Stunde mal wieder was von den Gästen. Laurin Meyers Freistoss aus 18 Metern streift das Lattendreick. In der 34. Minute sorgte wieder der Gastgeber für die Musik. Es war erneut Martin Huber der dem Gegner im Spielaufbau den Ball abluchste und aus 30 Metern abzog. Wieder stand Küssnachts Sandro Schober zu weit vor dem Kasten und konnte den Ball nach dem fantastischen Heber nur noch aus dem Netz fischen. Martin Hubers Hattrick war komplett. Auf der Gegenseite musste Manuel Bolli ein Geschoss von Göhkan Simsek entschärfen. Die 430 Zuschauer rieben sich verdutzt die Augen, vier zu null zur Pause! Es war nicht so, dass Dagmersellen so deutlich überlegen war. Gegenüber den vorigen Aufstiegsspielen war der FCD allerdings unglaublich effizient und zeigte in dieser ersten Spielhälfte eine wahre Gala-Vorstellung.

 

Dagmersellen lässt nichts anbrennen

Nach dem Pausentee ging es intensiv weiter. Die Gäste, die spielerisch jederzeit mithielten und technisch dem Heimteam wohl überlegen waren, versuchten weiter die bis dato sichere FCD-Hintermannschaft zu bezwingen. Dass aber hinter der Abwehr mit Manuel Bolli noch ein starker Torwart steht, mussten die Küssnachter in der Folge einige Male feststellen. So konnte Manuel Bolli nach 50 Minuten mit einer Klasse Parade seinen Kasten vorerst sauber halten. Drei Minuten später musste er den Ball jedoch aus dem Netz holen. Pren Spaqi entwischte seinen Vorderleuten und liess ihm mit einem satten Flachschuss keine Abwehrmöglichkeit. Küssnacht warf nun alles nach vorne und suchte vehement den nächsten Treffer. Nach einer Stunde erneut Manuel Bolli im Fokus. Ein gegenerischer Stürmer brachte das Leder mit einem Schuss aus kurzer Distanz nicht am FCD-Hüter vorbei, der in dieser Situation erneut schnell am Boden war und einen weiteren Anschlusstreffer verhindern konnte. Kurz später hatte Prend Shala Glück, dass sein Querschläger vor dem eigenen Tor nicht im Netz, sondern haarscharf neben dem Pfosten landete. Für die Krummenacher-Truppe taten sich nun Räume auf. Nach einem schnell vorgetragenen Konter über Dominic Ineichen verfehlte der frei stehende Sandro Lerch das Tor deutlich. Eine Minute später ein ähnliches Bild mit den Protagonisten Dominic Ineichen und Roger Lörch in den Hauptrollen. Die beiden spielten sich über rechts durch und Roger Lörch bekundete keine Mühe damit, den Ball zum fünften Mal im gegnerischen Tor unterzubringen. Fünf Minuten vor Schluss profitierte Sandro Lerch von einem Missverständnis zwischen dem Küssnachter Torwart und einem Abwehrspieler. Er konnte ungehindert mit dem Ball ins Tor laufen und setzte dem Sieg die Krone auf.

 

Dagmersellen steigt erstmals in die 2.Liga auf!

Der Dagmerseller Sieg geht, wenn auch etwas zu hoch ausgefallen, in Ordnung. Den Wiggertalern gelang phasenweise schlichtweg alles. Sie standen hinten solide und waren eiskalt vor dem gegnerischen Tor. Captain Lukas Steiner konnte seine Gefühle nach dem Spiel kaum in Worte fassen: “Wir haben sensationell gekämpft. Jeder hat von Beginn weg an unser Ziel geglaubt. Jeder ist für jeden gegangen, und genau das hat uns auch über die gesamte Spielzeit so unheimlich stark gemacht. Nicht die Einzelspieler waren entscheidend, sondern das Kollektiv als Ganzes.“ Der FC Dagmersellen steigt dank diesem Sieg zum ersten Mal in der 34-Jährigen Vereinsgeschichte in die 2.Liga auf und könnte am Samstag gar Gruppensieger und somit IFV 3.Liga Meister werden. „Mit einem Sieg am Samstag könnten wir über der sonst schon perfekten Saison ein „i“ Pünktchen machen“, meinte Lukas Steiner. Das nächste Spiel findet am Samstag (17 Uhr) in Stans statt und die Mannschaft freut sich ein letztes Mal in dieser Saison auf die Unterstützung zahlreicher Dagmerseller Anhänger.

 

Spielbericht FC Küssnacht: Desolate Küssnachter Mannschaftsvorstellung

Ohne Biss und mit fehlender Konzentration wurden die Küssnachter von dem clever aufspielenden FC Dagmersellen mit 6:1 Toren abgefertigt. Die Küssnachter machten es den Dagmersellern äusserst einfach Tore zu erzielen, wobei bei diesen jeder Schuss auf das Küssnachter Tor auch sass. Der FC Dagmersellen ist damit definitiv aufgestiegen, wogegen die Küssnachter gegen den SC Kriens II am nächsten Samstag einiges wieder gut zu machen haben.

 

Dagmersellen eiskalt im Abschluss

Bereits zur Pause lagen die Küssnachter mit vier Toren im Rückstand, wobei dieses Resultat in Ordnung ging. Einigen Küssnachter Spielern ist wohl der Auftaktssieg gegen den FC Willisau in den Kopf gefahren, denn auf keine andere Art und Weise war das Auftreten gegen den FC Dagmersellen zu erklären. Die Dagmerseller ihrerseits spielten einen gut organisierten Fussball aus der eigenen Defensive heraus und verfügten mit Martin Huber über einen grandios aufspielenden Offensivmann. Dass der Küssnachter Schlussmann einen rabenschwarzen Tag erwischte, war nicht wegzuleugnen, doch wurde dieser von seinen Vorderleuten auch sträflich alleine gelassen. Nicht umsonst konnte Martin Huber mit wunderschönen Schüssen aus teil-weise über 30 Meter die Tore zum 1:0, 2:0 und zum 4:0 für die Dagmerseller erzielen.

 

Spielerische Mittel fehlen gänzlich

Gegen Dagmersellen zeigten sich die Küssnachter Schwächen eindeutig. Das Team von Pedro Somoza ist nicht in der Lage mit spielerischen Mitteln eine defensiv gut organisierte Mannschaft zu knacken. Vielmehr werden Bälle am Laufmeter verdribbelt, wodurch Dagmersellen gefährliche Konter lancieren konnte. In der 79. Minute konnte auf diese Weise Roger Lörch profitieren und nahm den Küssnachter nach dem Ehrentreffer in der 53. Minute durch Pren Spaqi endgültig den Wind aus den Segeln. Den Schlusspunkt für die Luzerner setzte Sandro Lerch, welcher bezeichnenderweise von einem Zusammenprall zwischen Göhkan Simsek und dem Küssnacht Torhüter Sandro Schober profitiere und den Ball nur noch einschieben musste.  

 

SC Kriens II gewinnt mit 7:0 Toren

Wenn die Küssnachter nun glaubten nach dem FC Dagmersellen kommt mit dem SC Kriens II noch ein vermeintlich einfacher Gegner auf diese zu, wird sich irren. Das Team vom ehemaligen Küssnachter Spieler und heutigem SC Kriens II Trainer Dejan Todorovic fertigt den SC Menzingen sogleich mit 7:0 Toren auf fremden Terrain ab. Dies sollte für die Küssnachter  Warnung genug sein. Wollen die Küssnachter nächstes Jahr 2. Liga Fussball spielen, muss die Mannschaft im nächsten Spiel gegen Kriens endlich auch auf dem Feld ihre Qualität beweisen.  

 

FC Dagmersellen  –  FC Küssnacht a/R 6:1 (4:0)

Datum: Dienstag, 19. Juni 2012, 20.00 Uhr.

Spielort: Sportanlage Chrüzmatt, Dagmersellen; 430 Zuschauer.

Schiedsrichter: Armin Riebli, Primin Vogel, Agron Latifi.

Tore: 16. Martin Huber 1:0, 19. D. Ineichen 2:0, 24. Martin Huber 3:0, 34. Martin Huber 4:0, 51. Spaqi 4:1, 79. Lörch 5:1, 85. Lerch 6:1.

Heim: Bolli, Lörch, Schacher, Gut, D. Ineichen (86. Frey), Peter, Martin Huber (69. Leuenberger), Lerch, Steiner, Schuler (81. Steinger), M. Ineichen.

Gast: Schober, Minelli (69. Tarzia), Petruccelli (52. Mujic), Bajrami, Gisler, Gachnang (48. Arnold), Müller, Simsek, Meyer, Spaqi, Shala.

Bemerkungen: 55. Tor von Mathieu Ineichen wegen Offside aberkannt, 115 Matchballspenden.

Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 21.06.2012, 09:52 )