Daniel Feuchter verliess Zug 94, weil nicht klar war, wie es mit dem Verein weitergehen sollte. Nun ist er wieder zurück und fühlt sich pudelwohl.

Gegen Ende der vergangenen Saison herrschte bei Zug 94 Unklarheit. «Wir wussten nicht, welche Spieler bei einem allfälligen Aufstieg aussortiert würden und ob Trainer Martin Andermatt bleiben oder gehen würde. Diese Situation behagte mir nicht, deshalb wechselte ich zum Promotion-League-Aufsteiger Kriens, zu dem ich schon länger Kontakt hatte», sagt Daniel Feuchter. Doch der Vereinswechsel stand unter keinem guten Stern für den heute 24-jährigen Verteidiger. Nach drei Runden, in denen Feuchter beim SC Kriens in der Startformation gestanden hatte, zog er sich eine gravierende Fussverletzung zu, die ihn während zehn Wochen ausser Gefecht setzte. Da sich das Team inzwischen eingespielt hatte und von Erfolg zu Erfolg eilte, musste der ehrgeizige Spieler auf der Ersatzbank Platz nehmen, wo er sich nicht wohl fühlte. Seine Zuger Kollegen, mit denen er nach wie vor eng verbunden blieb, ermunterten ihn, doch zu ihnen zurückzukehren. So stiess der selbstständigerwerbende Konditions- und Personaltrainer in der Winterpause wieder zu Zug 94. Und er hat andere Voraussetzungen vorgefunden als bei seinem Wechsel. «Jetzt fühle ich mich richtig wohl hier. Das Umfeld des Vereins passt zu mir.»

Auf Anhieb wieder integriert
Die Abgänge der ehemaligen Teamstützen Dragoljub Salatic und Jonas Bernet seien mehrheitlich mit jungen Spielern kompensiert worden, die mit viel Leidenschaft und Herzblut ans Werk gingen. «Zug 94 hat gute Zukunftsperspektiven, zumal die Mannschaft von Mark Adams hervorragend trainiert und mit menschlicher Wärme betreut wird», betont Feuchter.

Trainer Adams quittiert die Worte mit einem verschmitzten Lächeln, ehe er festhält: «Es freut mich, dass Daniel wieder zu uns zurückgekehrt ist. Seine Persönlichkeit ist für uns Gold wert. Er hat sich auf Anhieb wieder ins Team integriert. Man merkt nicht, dass er vorübergehend weg war.» Im Hinblick auf die unmittelbar bevorstehende Rückrunde sagt Adams: «Wir bereiten uns seit Mitte Januar mit Konditions- und Schnellkraftübungen intensiv auf die verbleibenden Meisterschaftsspiele vor. In den Trainingsspielen habe ich bewusst viel rotiert, damit sich jeder der 21 Kaderspieler präsentieren konnte.» Da sämtliche Trainings praktisch lückenlos besucht worden seien, sehe er der Rückrunde mit grosser Zuversicht entgegen. Ohne ein genaues Saisonziel abgeben zu wollen, sagt Adams: «Wir richten den Blick nach vorne.»

Zug 94 startet am Samstag beim FC Schötz (16.00 Uhr, Wissenhusen) in die Rückrunde, der das erste Aufeinandertreffen gewann. Adams sagt selbstbewusst: «Wir sind Vierter, in unserem Team herrscht eine sehr gute Stimmung. Wir wollen jedem Spiel den Stempel aufdrücken – der Gegner soll sich nach uns richten.» Dass der in der Vorrunde als Stammtorhüter gesetzte Noam Baumann in der Winterpause zum ambitionierten Challenge-League-Klub Wil gewechselt hat, beunruhigt den Zuger Trainer nicht. Er sagt: «Mit Noam und dem starken ehemaligen Stammtorhüter Georgios Marinis hatten wir auf dieser Position ein echtes Luxusproblem, das sich nun von selbst gelöst hat. Georgios ist wieder die unumstrittene Nummer eins. Er geniesst mein uneingeschränktes Vertrauen.»

Abgang von Stammgoalie zu Wil
Die grösste Stärke von Zug 94 liegt im starken Zusammenhalt des Teams, das sich im vergangenen Sommer nach rund zwölf Abgängen und ebenso vielen Neuzuzügen finden musste. Bereits in den ersten paar Meisterschaftsspielen war ein unübersehbarer Teamspirit zu erkennen, obwohl kaum Punkte eingefahren wurden. Schliesslich rollte Zug die Tabelle von hinten auf. Wie stark der Teamzusammenhalt ist, zeigte sich während der Rückrundenvorbereitung, als die Mannschaft unaufgefordert einen Ausflug nach Mailand organisierte. «Wir gingen shoppen, genossen den gemeinsamen Ausgang und sahen uns die Partie AC Milan gegen Genua an. Jeder kam mit jedem zurecht. Die jüngeren Spieler hörten auf die älteren, und die älteren hatten Verständnis für die Flausen der jüngeren», schildert Daniel Feuchter. Der Rückkehrer ist neben seiner Spielerfunktion im Verein auch als Trainer des Teams Zugerland sowie im Bereich Sponsoring/Events tätig. Er weiss also sehr genau, wie wichtig Harmonie ist.