Im 2.-Liga-inter-Duell siegt der FC Eschenbach gegen den SC Goldau mit 3:1. Es ist die erste Niederlage im fünften Spiel für die Schwyzer, die ein Torverhältnis von 21:4 aufweisen.
Der FC Eschenbach siegte gestern im vorgezogenen Spiel der 5. Runde überraschend, aber verdient 3:1 gegen das bis anhin verlustpunktlose Goldau. Und brachte den Goldauer Express zum Stoppen.
Beide Teams mussten letzte Saison bis zur letzten Runde den Abstieg in die 2. Liga regional befürchten, zogen aber in der letzten Runde den Kopf aus der Schlinge. Am Stamm des Goldauer Kaders wurde in der Sommerpause praktisch nichts verändert, dennoch dominierten die Goldauer zu Beginn dieser Saison ihre Gegner nach Belieben. «Wir sind jetzt viel fitter als zuvor, weil wir viel daran gearbeitet haben», begründet SCG-Spielertrainer Sandro Marini (29) den Höhenflug vor der gestrigen Partie. «Und wenn du fit bist, bist du auch entschlossener.» Die Automatismen greifen, jeder kenne die Laufwege des anderen, «und so kommt halt alles zusammen». Vor der Reise ins Seetal hatte Marini keine Befürchtungen, dass sein Team den Gegner, der bis anhin nur eine Partie gewinnen konnte, auf die leichte Schulter nehmen würde. «Wir wissen: Wenn wir nicht an die Grenzen unserer Leistungsfähigkeit oder sogar darüber gehen, schaffen wir es nicht.» Offenbar wurde das nicht beherzigt, das Team bekundete auf dem kleinen Platz grosse Mühe und wurde nur selten gefährlich. Der Druck lastete auf dem FC Eschenbach. «Sie mussten gewinnen, während wir unsere Situation im Moment geniessen können», brachte es der ehemalige Profi (Kriens, St. Gallen, Vaduz) auf den Punkt.
Neuer Trainer, alte Schwierigkeiten
Ausserdem haben sich die Goldauer unabhängiger von ihrem Goalgetter Zeno Huser gemacht. Nach seiner Rückkehr aus Tuggen war er nicht mehr «der Alte». Andere wie sein Buder Koni (bisher 6 Tore, Jozef Simoni (4), Michael Keller (3) und Sandro Marini (3) halten die Torproduktion überdurchschnittlich hoch. Davon können die Eschenbacher im Moment zwar nur träumen, aber die Gemütslage nach dem zweiten Sieg im fünften Spiel liess die Mienen aufhellen. In der Sommerpause ging bei den Seetalern ein Trainerwechsel über die Bühne. Glenn Meier verliess den Klub in Richtung der FC-Luzern-Frauen (NLA), Markus Meier übernahm. Die sportlichen Schwierigkeiten blieben – der Saisonstart verlief harzig. Doch gestern wuchs das Team über sich hinaus, bestrafte die Fehler in der Goldauer Hintermannschaft. Und es waren diesmal die Eschenbacher, die das Spiel geniessen konnten.
Spielbericht FC Eschenbach:
Nachdem der FC Eschenbach seine zwei ersten Heimspiele gegen Novazzano und Brunnen verlor, war bei der dritten Partie der unangefochtene Tabellenführer SC Goldau zu Gast. Die Seetaler überzeugten mit unermüdlichem Kampfgeist und besiegten die Schwyzer gleich mit 3:1.
Das Spiel gegen den bisher ungeschlagenen SC Goldau begann mit einem nachdenklichen Augenblick. Der FC Eschenbach und seine Fans erwiesen mit einer Trauerminute dem vor zwei Wochen verstorbenen Alain Brissard die letzte Ehre. Alain war die gute Seele des Vereins, begrüsste die Besucher an der Eingangskasse, war immer zu einem Spässchen mit den Junioren aufgelegt und trug die Vereinsfarben Gelb-Schwarz bis zum Schluss in seinem Herzen.
Die Spieler vom Tierpark starteten wild und aggressiv in diese Partie, schliesslich wollten sie auch an diesem Abend als Sieger vom Patz spazieren. Überrollt vom Gegner agierten die Jungs von Markus Meier zu Beginn noch etwas nervös, hatten sich aber nach dem ersten Schock schnell gefangen. Es waren noch keine zehn Minuten gespielt, als sich Walker im Strafraum der Goldauer den Ball schnappte und den Torhüter kalt zum 1:0 erwischte. Mit der Motivation des schnellen Führungstreffers spielten die Seetaler in hoher Intensität weiter und generierten einige vielversprechende Chancen. Innert fünf Minuten stand Vukovic zweimal gefährlich vor dem gegnerischen Tor, konnte aber nicht reüssieren oder stand ohne Passmöglichkeit da. Nach den verpassten Chancen kreiste der Ball weiter in der Angriffszone der Goldauer, die Schwyzer wehrten sich aber mit allen Mitteln gegen den erneuten Treffer. Das runde Leder fand den Weg zu Captain Peter Mazoll, dieser fasste sich ein Herz und knallte den Ball mit einem Distanzschuss Richtung Goldauer Tor. Der in diesem Moment unsichere Dudle lies die weisse Kugel unglücklich über seine Hände ins Netz gleiten und ermöglichte dem FC Eschenbach einen erneuten Freudentanz. Es schien fast so, als würden die Gelb-Roten an diesem Abend kein Mittel gegen die Seetaler finden. Die wenigen Chancen des SC Goldau wurden vom konzentrierten Marco Grünig oder der eng stehenden Eschenbacher Abwehr neutralisiert.
Nach dem Pausentee ging die Partie mit derselben Intensität und Kampfbereitschaft weiter, wie die erste Halbzeit in der EggerArena aufgehört hatte. Nach knappen zwei Minuten verpasste Felder im Strafraum eine Flanke nur knapp und ermöglichte damit dem heranbrausenden Walker eine erneute Chance. Dieser liess sich nicht zweimal bitten und versenkte den Ball glücklich via rechtem Innenpfosten im Tor der Goldauer. Auch in der Folge überzeugten die Seetaler mit kluger Spielübersicht und vorwitzigem Passspiel, der nächste Treffer auf dem Weiherhaus lag förmlich in der Luft. Vukovic zielte bei seinem folgenden Schuss direkt auf den Torwart und dem stark aufspielenden Walker blieb der Hattrick dank einem Pfostenschuss verwehrt. Mit fortgeschrittener Zeit breitete sich beim Team von Sandro Marini Ratlosigkeit und Frust aus, was für eine härtere Gangart und einige ruppige Szenen sorgte. Die oft hohen und tief gespielten Pässe der Gäste fanden auf dem kleinen Platz keine Abnehmer. Auch in der Verteidigung wackelten die Nachbaren des Tierparks Goldau und öffneten dem FC Eschenbach viele Räume. Danach flachte das Spielgeschehen aber etwas ab und die Angriffslust und Kampfbereitschaft schwanden merklich. Erst in den letzten zehn Minuten konnten die Schwyzer das Spieldiktat übernehmen und gegen die siegessicheren Eschenbacher nochmals vielversprechende Chancen erarbeiten. Nach einem Handspiel im Strafraum der Meier-Truppe kommt es zum Penalty, Koni Huser legte sich den Ball zurecht und erzielte in der88. Minute den Ehrentreffer.
Vor diesem Spiel hätte wohl niemand auf einen Sieg der Seetaler getippt, aber präzise dem Motto «Alle guten Dinge sind Drei» punktete der FC Eschenbach im dritten Anlauf auf heimischem Rasen. Dank einem überzeugendem Zusammenhalt im Team und mutigen Spielzügen konnte David gegen Goliath gewinnen. René Barmettler von der Luzerner Zeitung verfolgte die spannende Partie vor Ort in der EggerArena und titelte in seinem tags darauf publizierten Bericht zurecht: Eschenbach stoppt Goldauer Express (siehe Bericht oben).
Das nächste Spiel Die Seetaler reisen am nächsten Wochenende zum FC Altdorf in einen der drei Gründungskantone der Schweiz. Die Urner rund um Trainer Pedro Somoza wollen nach zwei Niederlagen wieder auf die Siegesstrasse zurückkehren. Die Jungs von Markus Meier wollen Ihren Schwung aus der Partie gegen die Goldauer mitnehmen und die drei Punkte ins Seetal entführen. Der Anpfiff der Partie folgt am Sonntag den 17. September 2017 um 15 Uhr auf dem Gemeindesportplatz.
Telegramm FC Eschenbach – SC Goldau 3:1 (2:0)
Weiherhus. – 240 Zuschauer. – SR Niederberger. – Tore: 9. Walker 1:0. 29. Mazoll 2:0. 49. Walker 3:0. 88. Koni Huser (Foulpenalty) 3:1.
Eschenbach: Grünig; Odermatt, Stauber, Emmenegger, Honauer (90. Jakupi); Arnold, Mazoll, Walker, Unterbörsch (68. Barmet); Felder, Vukovic (86. Peter).
Goldau: Dudle; Sommaruga, Spichtig (64. Zeno Huser), Suter, Liridon Simoni (87. Beeler); Christen, Schmid; Koni Huser, Marini, Jozef Simoni; Keller.
Bemerkung: Verwarnungen 66. Honauer, 66. Marini, 81. Simoni, 82. Walker (alle Foul) Bemerkungen 38. Tor von Felder wegen Offside aberkannt, 71. Pfostenschuss Walker Eschenbach Sager, Camenzind (beide verletzt), Zimmermann (privat) und Müller (überzählig) Schweigeminute für Alain Brissard vor dem Spiel.































