Der FC Hochdorf kehrt auch mit einem neuen Trainer nicht auf die Erfolgsspur zurück: 1:2-Niederlage gegen den FC Hergiswil. Ein später Penalty sorgt für die Entscheidung.

Gross war der Jubel, als die neu von Herbert Baumann trainierten Hochdorfer das frühe 0:1 (ein Kopftor von Silvan Sager nach einem Corner) wie aus dem Nichts heraus zum 1:1 ausgleichen konnten. Lukas Jost profitierte in der 84. Minute von einem Lapsus in der Hergiswiler Hintermannschaft.

Weit stärker wirkte bei den Seetalern der «Hammerschlag», den sie drei Minuten später einstecken mussten. Kevin Bossard stellte sich gegenüber dem nach vorne stürmenden Abwehrspieler Ramon Achermann ungeschickt an und holte ihn im Strafraum von den Beinen – Penalty. Yves Erni versorgte den Ball zum 2:1-Siegtreffer für Hergiswil. Klar, dass die Stimmung bei den Hochdorfern nach diesem Penaltytor «in den Keller sank». Baumann (53) unterhielt sich nach diesem unglücklichen Ausgang noch intensiv mit seinem Teamcaptain Alois Bucheli, um nach Gründen zu suchen. «Zwei Standards, zwei unnötige Gegentreffer», war sein knapper Kommentar. Er fand in seiner ersten Arbeitswoche «ein intaktes Team vor, das im Training voll mitgezogen hat». Gross konnte er allerdings noch nicht Einfluss nehmen, dazu war die Zeit zu knapp. Einen Effekt hatte der Trainerwechsel dennoch. «Die Spieler wollten sich präsentieren, zeigen, zu was sie fähig sind», nimmt Baumann positive Signale mit in die nächsten Spiele.

Obwohl dem FC Hergiswil erst in extremis der Siegtreffer gelang, haben die Nidwaldner in diesem auf spielerisch sehr bescheidenen Niveau ausgetragenen und mit wenigen Torchancen gespickten Derby den Sieg nicht gestohlen. Das Team um Trainer Marc Odermatt trat in diesem Fehlpassfestival um einiges kultivierter auf. Odermatt wollte auf den spielerischen Gehalt dieses Derbys denn auch nicht eingehen. Sein kurz gefasster und nüchterner Kommentar: «Wir wollten gegen Hochdorf drei Punkte ­holen. Basta!»

Hergiswil-Goalie hatte einen Profivertrag in der Tasche
Hergiswils Goalie Oliver Strohhammer hatte einen geruhsamen Nachmittag und wurde nur dank Rückpässen ins Spiel integriert. Er analysierte und haderte: «Ich musste überhaupt nie ernsthaft eingreifen – und dennoch kassierte ich ein Gegentor. Vom spielerischen Gehalt sah ich ein Geknorze, und die Art und Weise, wie unser Sieg zu Stande kam, war eher glücklich.»

Als junger Fussballer träumte Strohhammer noch vom «grossen Los». Denn der heute 26-Jährige hatte beim FC Luzern für die Saisons 2010/11 (Trainer Christian Brand) und 2011/12 (Murat Yakin) einen Vertrag als Profi in der Tasche. Als dritter Goalie hinter Dave Zibung und Gabriel Wüthrich reichte es dem damaligen Jungspund aber nicht zu Super-League-Einsätzen. Mit dem Beginn seines Studiums, gepaart mit einem Auslandaufenthalt, wurde der Fussball für ihn zweitrangig. Die Zeit als Profi war für ihn aber eine «bereichernde Erfahrung». Nach dem Profiabenteuer kehrte er zu seinem Stammverein FC Ebikon (3. Liga) zurück und landete auf diese Saison hin bei Hergiswil. «Ich wollte es nochmals wissen», war der Motivationsgrund. Dieses zuletzt fehlende Kribbeln hat er in Hergiswil wieder aktivieren können.

Dank des knappen 2:1-Sieges über den FC Hochdorf ist Hergiswil weiter auf dem Vormarsch. Die Seetaler hingegen sind auf den letzten Platz abgerutscht.

Telegramm FC Hochdorf – FC Hergiswil 1:2 (0:1)
Arena. – 250 Zuschauer. – SR Giulini. – Tore: 21. Sager 0:1. 84. Jost 1:1. 87. Erni (Foulpenalty) 1:2. – Hochdorf: Schmidt; Bucheli, Schumacher, Williner, Bundi; Jost, Ates (83. Weibel), Völker (72. Bossard), Vrazic; Vogel, Wildisen (51. Rajic). – Hergiswil: Strohhammer; Andrin Arnold, Achermann, Erni, Weber; Mombelli, Simoni (65. Eberhard), Würsch (60. Kauer), Devin Arnold; Blättler (46. Wieland), Sager.