
Hergiswil schlägt Eschenbach hochverdient mit 2:1 Toren und ist nun seit 18 Spielen ungeschlagen. Noch ein Punkt fehlt zum Aufstieg in die 1. Liga – wenn Verein und Mannschaft denn wollen.
Am Ende war es so, wie fast immer in dieser Saison, wenn die Hergiswiler ein Heimspiel in der 2. Liga interregional austragen: Sie schicken den Gegner mit einer Niederlage nach Hause. Der FC Eschenbach war die elfte Mannschaft, die erfolglos auf der Grossmatt nach einem Sieg trachtete. Insgesamt haben die Nidwaldner nun neun ihrer elf Heimspiele gewonnen, zweimal resultierte ein Remis.
Noch eindrücklicher ist die Serie der Ungeschlagenheit. In Meisterschaft und Cup sind sie mittlerweile seit 18 Partien ungeschlagen, der 2:1-Sieg gegen Eschenbach war der zehnte Vollerfolg in Folge. «Wir versuchen, diese Serie auszublenden und auf dem Boden zu bleiben. Wir arbeiten Training für Training und Woche für Woche hart daran», sagt Captain Yves Erni. Eine Runde vor Schluss stehen die Hergiswiler mit drei Punkten Vorsprung an der Tabellenspitze. Am nächsten Samstag, in der Finalissima zu Hause gegen Sarnen, reicht ihnen ein Punkt zum ersten 1.-Liga-Aufstieg der Klubhistorie.
Am Dienstag trifft sich der Vorstand
So einfach die Ausgangslage wirkt, so kompliziert wird sie, wenn man sich bei den Protagonisten umhört. Ob Hergiswil aufsteigen will, steht derzeit nämlich noch nicht fest. «Wir haben für den kommenden Dienstag eine ausserordentliche Vorstandssitzung einberufen», sagt Präsident Kurt Blättler und fügt an: «Dann erörtern wir in Absprache mit der Mannschaft, wie es weitergehen soll. Wir werden anhand der Tatsachen entscheiden.»
Ein Aufstieg würde nämlich verschiedene Probleme mit sich bringen. «Wir hatten vor kurzem den Verband bei uns zu Gast», erzählt Blättler, und dabei erfuhr er von allerlei Auflagen, die dem Verein in der 1. Liga gemacht würden. Ein Aspekt ist der Fussballplatz, der in den aktuellen Massen nicht 1.-Liga-tauglich ist. «Hier dürften wir aber eine provisorische Spielbewilligung erhalten, weil wir bis 2020 eine Restaurierung vornehmen und dabei auch das Feld verbreitern werden.» Gebaut werden müssten auch ein Geländer am Spielfeldrand und ein kanalisierter Zugang für Schiedsrichter und Spieler in die Kabinen. Diese befinden sich im anliegenden Schulhaus, das aktuell aufgrund einer Sanierung eine Baustelle ist. «Welche finanziellen Folgen hat ein Aufstieg? Wie gross ist das Potenzial unserer Nachwuchsabteilung? Müssten wir uns mit fremden Elementen verstärken, die unserer wunderbaren Mannschaft schaden könnten? Was meinen die Spieler?» Solche Fragen sollen am Dienstag geklärt werden, sagt Blättler.
Captain Erni: «Zuerst auf dem Platz klarmachen»
Die Mannschaft hat sich bereits getroffen, um über Sinn und Unsinn eines Aufstiegs zu diskutieren. Das Ergebnis? «Wir haben uns noch nicht entschieden», sagt Captain Yves Erni, gibt aber zu: «Die 1. Liga reizt extrem. Nun wollen wir es zuerst auf dem Platz klarmachen.» Trainer Marc Odermatt hält derweil fest: «Aus sportlicher Sicht sage ich Ja zum Aufstieg. Mit Blick auf die Infrastruktur ist er aber eine zu grosse Hausnummer. Ich werde mich in jedem Fall dem Entscheid des Teams anschliessen.»
Gegen Eschenbach, das vor dem Spiel auf Rang vier lag, liessen die Spieler jedenfalls volles Engagement erkennen. Der Sieg war hochverdient und hätte aufgrund mehrerer Konterchancen in Halbzeit zwei noch um einiges höher ausfallen können. Nach dem Spiel klatschten sich Spieler und Staff-Mitglieder ab, am Siegeswillen bestanden keine Zweifel. Zufrieden sein können letztlich auch die Eschenbacher, die mit dem neuen Trainer Markus Meier nie ernsthaft um den Ligaerhalt zittern mussten.
Spielbericht FC Eschenbach:
Am letzten Samstag spielte der FC Eschenbach auswärts gegen den Aufstiegskandidaten Hergiswil. Die Seetaler gingen durch Zimmermann in Führung, kassierten aber danach noch zwei Gegentreffer. Mit der Niederlage endete die gute Serie der Seetaler und die Nidwaldner bleiben zu Hause ungeschlagen.
An diesem Wochenende kam es auf dem Sportplatz Grossmatt zum Duell zweier Mannschaften mit einer erfolgreichen Saison. Der FC Hergiswil hat bisher keines seiner zehn Heimspiele verloren und ging die letzten siebzehn Begegnungen ungeschlagen vom Platz. Auch Eschenbach hat seit sechs Wochen nicht mehr verloren und sich in der Tabelle auf den vierten Platz gekämpft. Natürlich wollte man diese tolle Serie auf beiden Seiten nicht reissen lassen, insbesondere nicht beim Aufstiegskandidaten Hergiswil.
Gleich zu Beginn des Spiels setzte Hergiswil mit einem Kopfball knapp am Tor vorbei eine erste Duftmarke. Nur zwei Minuten später kam Eschenbach mit einem Weitschuss von Zimmermann zum ersten Versuch. Abgesehen von den beiden Torchancen zu Beginn agierten beide Mannschaften kontrolliert und sehr ausgeglichen. Der Speilaufbau klappte bei den Teams genau so gut wie die Verteidigungsarbeit. Obwohl sich die Nidwaldner ein Chancenplus erarbeiteten, erzielten die Seetaler den ersten Treffer in dieser Partie. Zimmermann schlängelte sich durch die Hergiswiler Abwehr und erwischte den Torwart in der rechten unteren Ecke. Gute zwanzig Minuten später entwischte Sager der Seetaler Hintermannschaft und markierte ungehindert den Ausgleichstreffer. Danach blieben die Rotweissen das offensivere Team und bewegten die Eschenbacher zu intensiverer Abwehrarbeit. Die letzten Minuten der ersten Hälfte gehörten dann auch dem Aufstiegskandidaten, es resultierte aber trotz Chancen nichts mehr Zählbares.
Auch die zweite Halbzeit konnten die Nidwaldner für sich gewinnen, gleich mit der ersten Chance gingen Sie in Führung. Ähnlich wie beim Ausgleichstreffer konnte Eberhard alleine auf Grünig losziehen und lies sich diese Möglichkeit natürlich nicht nehmen. Wenige Minuten nach dem Gegentreffer vergaben der Stürmer Felder und Mittelfeldakteur Stocker den Ausgleich für die Seetaler. In der Folge übernahmen die Rotweissen die Kontrolle, Gelbschwarz stand aber in der Abwehr äusserst clever. Bei vielversprechenden Spielzügen liessen Sie die Hergiswiler Angreifer oft in einer Abseitsposition stehen. Um sich im Rennen um den Aufstieg eine gute Ausgangslage zu erarbeiten, drückten die Nidwaldner in der Folge auf die Entscheidung. Sager und Eberhard verpasste diese aber gleich zweimal, Grünig und Arnold verhinderten den Abschluss in letzter Sekunde. Obwohl Eschenbach nochmals zu Möglichkeiten kamen, vermochten Sie nicht mehr zu reagieren. Der FC Hergiswil brachte die Partie und die drei Punkte sicher ins Trockene.
Über die gesamte Spielzeit gesehen war Hergiswil nie ernsthaft in Gefahr die Partie aus der Hand zu geben. Die Nidwaldner wollten zu Hause unbedingt ungeschlagen bleiben und agierten deshalb mit einem hohen Siegeswillen. Aus Sicht der Eschenbacher hatte man den Gegner mehrmals alleine stehen gelassen und diese Fehler wurden prompt ausgenutzt. Dennoch hat das Team von Markus Meier erneut eine sehr solide Leistung abgeliefert und sich den Ligaerhalt nun auch punktetechnisch gesichert.
Telegramm FC Hergiswil – FC Eschenbach 2:1 (1:1)
Grossmatt. – 300 Zuschauer. – SR Aerni. – Tore: 18. Zimmermann 0:1. 35. Sager 1:1. 49. Eberhard 2:1. – Hergiswil: Strohhammer; Andrin Arnold, Achermann, Erni, Weber; Souto (80. Kiser), Schuler, Kauer (70. Lohberger), Devin Arnold (88. Vonarburg); Sager, Eberhard. – Eschenbach: Grünig; Kevin Arnold, Odermatt, Bächler (92. Müller), Emmenegger; Jakupi (68. Honauer), Felder, Mazoll, Walker; Stocker (79. Peter); Zimmermann. – Bemerkung: 87. Gelbrote Karte für Kevin Arnold (wiederholtes Foulspiel).






























