SC Kriens: Desaster beim FC Wil

Ratlose Gesichter bei den SCK-Spielern nach dem Spiel (Bild: SCK Supporters).

Ratlose Gesichter bei den SCK-Spielern nach dem Spiel (Bild: SCK Supporters).

Wenn man nach dem Spiel mit Kriens-Präsident Werner Baumgartner diskutierte, sah man dem sympathischen Innerschweizer die Ratlosigkeit ins Gesicht geschrieben. Zu fantasie- und leidenschaftslos hatte sich die Elf des ehemaligen Wil-Akteurs Michel Renggli dem Schicksal am kalten Novemberabend ergeben.

Die Wiler waren es, die mutiger und aggressiver in die Partie starteten. In der fünften Minute hatte Mittelfeld-Akteur Robin Kamber einen Energieanfall. Von der Mittellinie aus lief er in Richtung des gegnerischen Strafraums und schüttelte Gegenspieler um Gegenspieler ab. Sein Abschluss fiel aber direkt in die Arme von Torhüter Brügger. In der Folge gab es Halbchancen hüben wie drüben – zwingend waren diese Versuche in der Startphase aber nicht.

In der 18. Minute fiel das sehnlichst erwartete und viel umjubelte 1:0. Nach einer schönen Kombination in der Mitte gelangte der Ball auf der rechten Seite auf den freistehenden Bahloul, der mit einem platzierten, satten Schuss seinen sechsten Saisontreffer erzielte. Die anschliessende Passivität der Wiler – die beim einen oder anderen Zuschauer auf der Tribüne Verwunderung auslöste – wurde von den Kriensern nicht bestraft. Zu harmlos waren die Innerschweizer Akteure während des gesamten Abends. In der 26. Minute folgte ein Eckball für den FC Wil 1900. Im Zentrum kämpften Muntwiler und Lukembila gegen sechs Krienser. Der Lausanner in Diensten der Wiler stieg am höchsten und köpfte zum 2:0 ein. Die Spielanteile in den letzten Minuten der ersten Halbzeit lagen nun wieder deutlich auf Seiten der Wiler und die Innerschweizer mussten froh sein, dass die Genauigkeit ein ums andere Mal zu wünschen übrig liess. Mit der Zwei-Tore-Führung ging es in die Pause.

Egal was Michel Renggli seinen Mannen in den Katakomben sagte – die Worte verfehlten ihre Wirkung. Nur vier Minuten nach Wiederanpfiff war es der stark aufspielende Bahloul, der den Ball reaktionsschnell vor der Outlinie rettete und zurück auf Lukembila legte. Zentral vor dem Tor traf der 22-jährige zum 3:0 und zur vorzeitigen Entscheidung in diesem Spiel. Die übrigen 45 Minuten der zweiten Halbzeit sind schnell erzählt. Die Wiler hatten in keiner Phase Mühe, die drei Punkte über die Runden zu bringen. Marvin Keller war bei den wenigen Abschlüssen der Wiler ein sicherer Rückhalt. Und Alex Frei wechselte in der Schlussphase des Spiels Brahimi, Rustemoski, Saho und Heule ein. Sieben Minuten vor Ablauf der regulären Spielzeit traf Robin Kamber zum Endstand von 4:0. Nach einer Ecke Fazlius war es der Torschützenkönig der U17-Europameisterschaft 2013, der sein erstes Saisontor schoss.

Am Montag wird beim SC Kriens der neue Trainer, den Nachfolger von Davide Morandi (3 Punkte in 10 Spielen) und von Interimscoach Michel Renggli (3 Punkte in 3 Spielen) präsentiert. Es soll der ehemalige FCL-Aufstiegstrainer René van Eck sein. Fazit zum Spiel gegen Wil von Kriens-Sportchef Bruno Galliker in der «Luzerner Zeitung»: «Es ist zu einfach für die Gegner, gegen uns Tore zu schiessen. Und im Angriff entwickeln wir zu wenig Gefahr».

Die Wiler deuteten an diesem Novemberabend das grosse Potenzial an, das in ihnen steckt. Offensiv gehört das Team mit 23 Saisontoren zum Top-Team der Liga. Wenn man die beiden Spiele mit ärgerlichen Niederlagen gegen Vaduz und Lausanne-Ouchy ausklammern würde, läge man heute auf einem Barrage-Platz. Hätte, wäre, wenn – die Realität zählt. Und diese macht aktuell grosse Freude.

Telegramm FC Wil – SC Kriens 4:0 (2:0)
Sportpark Bergholz, Wil: 620 Zuschauer. – Schiedsrichter: Piccolo.
Tore: 18. Bahloul 1:0, 26. Lukembila 2:0, 49. Lukembila 3:0, 83. Kamber 4:0.
Wil: Keller; Dickenmann, Izmirlioglu, Muntwiler, Frei (78. Heule); Kamber, Fazliu; Bahloul (68. Brahimi), Reichmuth, Lukembila (85. Saho); Silvio (78. Rustemoski).
Kriens: Brügger; Costa, Urtic, Goelzer, Busset (66. Balaruban); Bürgisser (84. Lang), Selasi; Sessolo; Mistrafovic (60. Binou), Avdijaj (66. Marleku), Djorkaeff.
Bemerkungen: Wil ohne Daniel, de Mol, Ismaili, Malinowski, Zumberi (alle verletzt), Abazi und Krunic (beide nicht im Aufgebot). Kriens ohne Alessandrini, Yesilcayir (beide verletzt), Mulaj (krank), Maloku und Sukacev (beide nicht im Aufgebot). Verwarnungen: 52. Izmirlioglu, 80. Brahimi, 80. Djorkaeff.