
Während sich der Winter langsam zurückzieht und der Frühling ankündigt, starten die Frauen des FC Küssnacht diesen Samstag um 18.00 Uhr in Schlieren in die Rückrunde. Es ist ein weiteres Kapitel des Abenteuers in der Nationalliga B mit den Protagonistinnen des sensationellen Küssnachter Teams in der Hauptrolle.
Eine gelungene Hinrunde
Nach der Hinrunde stehen die FCK-Frauen mit 11 Punkten auf einem guten Mittelfeldplatz. So gut sah es allerdings nicht immer aus. In den ersten vier Spielen blieb der FCK, zum Teil auf ärgerliche Art und Weise, punktlos. Aber wer das Team um Kapitänin Vivienne Steiner kennt, weiß, dass man diese Frauen niemals abschreiben darf. Nach diesem, wie Trainer Remo Zwyssig es formuliert, „harzigen Start“ schafften die Küssnachter Fußballerinnen dank ihrer „Jetzt erst Recht“-Mentalität die Wende. Mit einem spektakulären 4:1-Sieg gegen den FC Lugano läuteten sie eine Serie an starken Spielen ein, die nur mit einem kleinen Dämpfer beim FCZ unterbrochen wurde und in einem Sieg über Aufstiegsfavorit Thun gipfelte. „Das war für uns schon ein Highlight, so eine starke Mannschaft bezwingen zu können“, meint Vivienne Steiner.

Eine weitere positive Entwicklung war auch die Integration der Juniorenspielerinnen Moira Kehl und Valentina Ioanna ins Team. Letztere konnte sogar einige Einsatzminuten und Scorerpunkte sammeln. Für ihre Kapitänin ist das eine wichtige Entwicklung: „Wir müssen Juniorinnen wie sie integrieren und mitziehen, denn sie sind die Zukunft dieses Teams.“ Der Schlüssel dazu sei, die jungen Spielerinnen ins Team miteinzubinden und ihnen das Gefühl zu geben, auf und neben dem Platz ein wichtiger Bestandteil des Teams zu sein.
Da Transfers für einen Club mit begrenzten Mitteln meist nur punktuell möglich sind, war die Verpflichtung von Teutë Ameti ein richtiger Coup. Die Stürmerin kam vom Absteiger FC Luzern und schlug nach kurzer Akklimatisierungsphase voll ein. „Ihre Tore tun uns gut, sie bereichert unsere Offensive enorm“, meint Steiner.
Vorbereitung unter schwierigen Umständen
Die Vorbereitung auf die Rückrunde verlief für die Frauen des FC Küssnacht alles andere als planmäßig. Aufgrund des Umbaus im Luterbach musste das Team von Remo Zwyssig auf den Kunstrasen in Weggis ausweichen und diesen mit mehreren anderen Mannschaften teilen. Das Trainerteam setzte neben punktuellen Teameinheiten auch auf Eigeninitiative der Spielerinnen, um konditionell in Form zu bleiben. Diese Bedingungen erschwerten jedoch die Vorbereitung auf die kompetitive Nationalliga B.
Das Trainingslager in Malaga kam den Küssnachter Fußballerinnen daher sehr gelegen, da sie dort unter besten Bedingungen trainieren konnten. Dabei standen neben konditionellen und technisch-taktischen Aspekten auch das Teambuilding im Vordergrund. Die Spielerinnen verbrachten die ganze Woche zusammen, was laut Trainer Zwyssig einen positiven Effekt hatte. Auch Vivienne Steiner sieht es ähnlich: „Es hat geholfen, uns noch näher zusammenzubringen und Neuzugänge zu integrieren“.
In der Woche vor Meisterschaftsbeginn herrscht im Team eine gute und konzentrierte Stimmung, nicht zuletzt aufgrund der guten Testspiel-Ergebnisse. Unter anderem konnten die FCK-Frauen den Leader der österreichischen 2. Bundesliga sowie die liechtensteinische Nationalmannschaft bezwingen. Allerdings ist Trainer Zwyssig etwas weniger euphorisch: „Klar, die Ergebnisse waren gut, aber für die Meisterschaft werden wir noch eine deutliche Leistungssteigerung brauchen.“
Knifflige Situation
Allerdings hat der Coach wenig Bedenken an der Fähigkeit des Teams, an die Leistungen der Vorrunde anknüpfen zu können und wie bereits im Vorjahr die Klasse halten zu können. Es wird ihnen vermutlich wieder alles abverlangen, und die Spielerinnen werden an ihr absolutes Leistungsmaximum gehen müssen, aber es ist zu schaffen. Gerade aufgrund des guten Ergebnisses aus der Vorrunde ist die Ausgangslage deutlich besser als noch letztes Jahr. Das bedeutet aber auch, dass das Team nun laut eigenem Anspruch eben auch etwas mehr zu verlieren hat. Vivienne Steiner sieht es ebenso: „Wir dürfen uns nicht auf der Hinrunde ausruhen, sondern müssen weiter dranbleiben.“
Personell hat Remo Zwyssig derweil etwas Bedenken: „Viele Spielerinnen stehen uns aufgrund diverser Gründe im Bereich Ausbildung/Job oft nicht zur Verfügung. Wenn wir vom Verletzungspech verschont bleiben, kann das gerade so gut gehen, wenn nicht, haben wir sehr schnell ein großes Problem, denn der Kader ist dünn besetzt.“
Im Bereich Zugänge laufen die Bemühungen deshalb auf Hochtouren, um noch die eine oder andere Spielerin verpflichten zu können. Ein wichtiger Transfer steht indes bereits fest: Stephanie Erne schließt sich dem Team für die Rückrunde an. Sie verfügt über NLA-Erfahrungen mit YB, Aarau und Luzern, die dem FCK entscheidend weiterhelfen könnten.
Die Konkurrenz im Abstiegskampf ist groß: Bis auf die ersten drei Teams kann sich jedes realistisch nach der Saison auf einem Abstiegsplatz wiederfinden. Schlieren und Oerlikon verfügen über Jahre Erfahrung in der NLB, und Aufsteiger Wil hat einen extrem starken Kader. Der FC Solothurn hat sich trotz starker Defensive bisher unter Wert verkauft, meint Zwyssig. „Solothurn wird nochmal kommen, da bin ich mir sicher.“ Die Auswahl aus Biel zeigte sich derweil sehr inkonstant, und Lugano steht mit nur zwei Punkten als abgeschlagener Letzter da. Aber die Rückrunde, inklusive Platzierungsspiele, ist zu lange, um jegliche Clubs abzuschreiben, wie die Küssnachterinnen aus eigener Erfahrung wissen.
Schlieren, immer wieder Schlieren
Am Samstag geht es schließlich ernst los, wenn die Rückrunde um 18:00 Uhr im Zelgli in Schlieren angepfiffen wird. Gegen die abgebrühten Zürcherinnen gab es zuletzt, wie schon öfter, eine ärgerlich knappe Niederlage. Allerdings haben die FCK-Frauen auch gute Erinnerungen an eine Begegnung mit Schlieren: Ein furioses 5:2 im letzten Spiel der Vorsaison sicherte ihnen an der Spielstätte dieses Samstags den Klassenerhalt.
So, oder zumindest ähnlich erfolgreich, wollen die Küssnachter Kapitänin und ihre Mitspielerinnen das Spiel auch diesmal gestalten: „Wir wollen gewinnen und gleich die ersten Punkte mitnehmen.“ Es wäre ein Statement und ein erster, wichtiger Schritt in Richtung des erneuten Klassenerhalts in der Nationalliga B.



























