FC Littau II unterliegt dem SC OG II – zeigt aber Charakter

Mit dezimiertem Kader verliert der FC Littau II (Archivbild: FC Littau)

Mit dezimiertem Kader verliert der FC Littau II (Archivbild: FC Littau)

Dem Spiel vorweg ging eine Odysee, die leider mit Fairplay wenig zu tun hatte. Wie bereits in den vergangenen Wochen wusste man auf Littauer Seite bereits, dass kein kompletter Kader zur Verfügung stehen würde.

Zu viele fehlten aufgrund von runden Geburstagen, Ferien oder dauerverletzt. Einer ersten Anfrage auf eine Spielverschiebung 5 Wochen vor Spielbeginn folgten noch deren drei weitere, welche nicht zum Erfolg führten. Als dann ein etwaiges Sonntagsspiel mit Begründung von «einigen Abwesenden durch Arbeit» vom Gegner SC OG abgelehnt wurde war auch dem letzten Littauer klar, dass der Gegner schlicht und einfach nicht dazu gewillt war.

So stellte sich die Littauer Elf – noch krasser als in den beiden Wochen zuvor – von alleine auf. Von den 13 Spielern im Kader versuchten es Tomovski und Troughton angeschlagen, mussten aber bereits nach wenigen Minuten mit der Einsicht vom Spielfeld gehen, dass ein längerer Einsatz keinen Sinn machen würde. Nebst Startelfdebütant Hodzic waren somit auch Alibabic, Trajkov und Bossert zu 70 oder mehr Minuten verdammt, welche sie sicherlich noch bis tief in die Folgewoche in den Knochen gespürt haben.

Trotzdem starteten die Littauer angemessen in die Partie. Trotz klarer Ballbesitz-Überlegenheit der zu 18. angereisten Gäste, konnten sich vorallem Bühler und Mamo immer wieder im 1 gegen 1 durchsetzen und kamen damit zu passablen Kontermöglichkeiten. Die Blau-Weissen spielten geduldig, machten die Räume eng und beschränkten sich also auf’s Kontern. OG haderte teilweise zu Recht mit der harten Gangart des Heimteams und übte sich in Standardsituationen. Meist im Anschluss an diese Standards nutzte das Stadtteam die daraus resultierende Unruhe und kam vorallem gegen Ende der Hälfte zu drei Topchancen. Mal rettete das Aluminium, mal war es der unter der Woche noch krankheitsbedingt ausgefallene Marinovic, der herrvorragend gegen Kalbermatter parierte. Ohne dem heutigen Kader der Littauer nahe zu treten zu wollen, war das 0:0 Halbzeitresultat doch ein Erfolg. Zumal dieses bei weitem nicht gestohlen war und man durchaus auf Punkte hoffen durfte.

So wollte das Heimteam dann auch weiterhin konsequent in die 2. Halbzeit starten, was auch ansehnlich gelang. Umso schlimmer, dass man trotz gutem Start aus einem gegnerischen Einwurf, der eigentlich keiner hätte sein dürfen, in Rückstand geraten musste. Erst wurde ein Ball klar im Seitenaus ignoriert und weitergespielt. Auf den darauffolgenden Einwurf wurde dann auch ein klares Stossen von Kalbermatter an Trajkov nicht geahndet. Trajkov verlängerte ungewollt und direkt auf den Kopf von Özvegyi, der souverän einnickte. Den moralischen Knick noch kaum verdaut liess man den Gästen nur wenige Zeigerumdrehungen später zu viel Platz, auch weil Luft und Ausdauer langsam knapp wurden und Kalbermatter traf aus der Drehung durch mehrere Beine, etwas glücklich, bereits zum 0:2. Erst 54 Minuten waren gespielt.

Gerne hätte man von der Bank nun mit den Topscorern Gerschwiler, Capaul oder Gökcebay sowie Führungsspielern wie Grüter, Gilli, Bürcher, Koller oder den heute früh ausgewechselten Troughton reagiert, doch Coach Costa befand sich mittlerweile leider längst alleine auf der Spielerbank. Nichtsdestotrotz warfen die 11 Littauer nochmals alles in die Waagschale. Mamo kam nochmals zu einem vielversprechenden Abschluss, das 0:2 blieb aber bestehen.

So kam was kommen musste, den Littauern schwanden nebst Hoffnung auch Energie und Moral und der SC OG nutzte dies eiskalt aus. Beim Dreifachschlag ab Minute 72 trafen nochmals Özvegyi, dann Wüest mit einem wunderbaren Schuss unter die Latte und auch beim sehenswerten Tor von Fernando passte so viel zusammen, dass es kaum so geplant werden konnte. Danach flachte das Spiel komplett ab, wobei nun auch das Gastteam mit dem einen oder anderen härteren Foul den Spielfluss direkt selbst eliminierte. Zum Glück musste sich tags darauf aber kein Littauer verletzt von der Arbeit abmelden. Kurz vor Schluss traf OG nochmals doppelt, davon einmal sehenswert und unhaltbar aus 25 Metern in den Winkel. Das Heimteam zeigte Charakter und kam nebst zwei guten Abschlüssen von Binggeli nach Freistoss und Alibabic nach Eckball noch zu einem etwas geschenkten Penalty und erzielte immerhin den verdienten Ehrentreffer.

Der SC OG nimmt vom Spielverlauf her klar verdient, 1-2 Tore zu hoch und vor allem aber mit grossem Beigeschmack, die wichtigen drei Punkte aus Littau mit, welche den HSV, nicht wie wohl von der Distanz erhofft, mit Fremdhilfe unterstützen konnten. Ob es die Verhaltensweise wirklich wert ist und ob auch der «rechts-bürgerliche» Stadtrat mit der offenen Haltung zum Ladenöffnungs- und Arbeitsgesetz eine Mitschuld trägt, darf sich jeder selbst Zusammenreimen. (Anm. d. Redaktion: der bisherige Stadtrat ist klar mitte-links geprägt und im erzkatholischen Luzern ist Sonntagsarbeit noch immer eine Seltenheit.)

In der kommenden Woche wartet auf das FC Littau Zwoi das starke Rückrundenteam aus Alpnach auf dem ungeliebten Alpnacher Kunstrasen. Dann wieder mit einigen Kaderrückkehrern und hoffentlich derselben, positiven Einstellung wie gegen den SC Obergeissenstein um wichtige 3 Punkte für die angeschlagene Moral zu tanken.

Telegramm 4. Liga FC Littau II – FC Obergeissenstein II 1:7 (0:0)
Sportplatz Ruopigen. – 50 Zuschauende.- Tore FC Littau: 90+2’ Binggeli
Littau II: Marinovic David, Wyrsch Mike, Hodzic Meris, Steger Sebastian, Jusufi Mustafa, Alibabic Alen, Binggeli Thomas, Troughton Timon (15’ Trajkov Ivan), Tomoski Filip (10’ Bossert Dario), Mamo Abdallah, Bühler Fabian.