Mehrere ehemalige Spieler der dritten Mannschaft des FC Emmenbrücke werfen dem Verein sowie den zuständigen Verbänden eine rechtswidrige Behandlung vor. Im Zentrum der Beschwerde stehen Boykottmeldungen, daraus resultierende Spielsperren, unverhältnismässige Zahlungsfristen, die Nichtvergütung vorgestreckter Schiedsrichterspesen sowie eine aus Sicht der Betroffenen unzulässige Ungleichbehandlung. Da Beschwerdeführer A. T. (Name der Redaktion bekannt) kein Gehör – weder von einem Verein noch vom Verband – erhalten hat und sich deshalb ungerecht behandelt fühlt, hat er sich bei unserer Redaktion gemeldet.
Kollektiver Vereinswechsel und Streit um Mitgliederbeiträge
Die dritte Mannschaft des FC Emmenbrücke beschloss im November 2025, sich geschlossen aufzulösen und zum FC Littau zu wechseln. Dies teilten die Spieler der Vereinsführung mit, die den Entscheid zur Kenntnis nahm. Mehrere Spieler, darunter A. T., hatten zu diesem Zeitpunkt erst den halben Jahresbeitrag bezahlt – nach ihren Angaben bewusst, da die Mannschaftsauflösung bevorstand.
Am 14. November 2025 erhielt A. T. vom verantwortlichen Finanzfunktionär des FC Emmenbrücke eine Rechnung mit Zahlungsfrist am selben Tag, einem Freitagabend. Für den Fall der Nichtzahlung drohte der Verein mit einer Boykottmeldung an die Verbände IFV und SFV sowie mit einer Betreibung. A. T. kritisiert das Vorgehen scharf: Eine Zahlungsfrist von wenigen Stunden sei unzumutbar und widerspreche grundlegenden Prinzipien von Fairness und Treu und Glauben.
Offene Gegenforderungen und selektive Boykottmeldungen
Der betroffene Spieler gibt an, dass der Verein ihm seinerseits CHF 180 an vorgestreckten Schiedsrichterspesen schuldet – ein Betrag, der bis heute nicht beglichen sei. Auch andere Mannschaftsmitglieder sollen ausstehende Spesen haben.
Trotz dieser Gegenforderungen habe der FC Emmenbrücke Boykottmeldungen gegen mehrere Spieler veranlasst – jedoch ausschliesslich gegen jene, die nur den halben Jahresbeitrag bezahlt hatten. Dies wird von den Betroffenen als Ungleichbehandlung gewertet. Spieler mit vollem Jahresbeitrag seien hingegen nicht sanktioniert worden. Die Boykottmeldungen führten dazu, dass die betroffenen Spieler vom SFV gesperrt wurden und beim FC Littau nicht einsatzberechtigt waren.
Abgelehnte Rechtsmittel und Vorwurf der Rechtsverzögerung
Ein weiterer Spieler, R. S. (Name der Redaktion bekannt), legte Einsprache ein und erhielt eine Frist von fünf Tagen sowie eine Zahlungsaufforderung über CHF 500. Sein Gesuch um Fristerstreckung – mit Hinweis auf einen Auslandsaufenthalt und fehlende E‑Banking‑Möglichkeiten – wurde abgelehnt. Für die Betroffenen zeigt dies, dass der Zugang zu Rechtsmitteln von finanziellen Mitteln abhänge.
Versuche, Unterstützung durch den IFV, SFV oder die Sportdirektion der Gemeinde Emmen zu erhalten, blieben laut A. T. ohne Ergebnis. Eine angekündigte Prüfung durch die Gemeindebehörden datiert vom 19. November 2025 – bis heute liege jedoch keine Antwort vor.
Verweigerter Zugang trotz bezahlter Beiträge
Obwohl A. T. seinen Jahresbeitrag inzwischen vollständig beglichen hat, sei ihm der Zugang zu Trainingsplätzen, Garderoben und anderer Infrastruktur des FC Emmenbrücke faktisch verwehrt. Der Spieler spricht von einer unzulässigen Einschränkung seiner Mitgliedschaftsrechte.
Rechtliche Argumentation der Betroffenen
Die Spieler berufen sich auf das Schweizer Vereinsrecht (Art. 60 ff. ZGB) sowie auf statutarische Vorgaben des FC Emmenbrücke, die den Verein zur Einhaltung der Reglemente von SFV und IFV verpflichten. Nach Auffassung von A. T.:
- seien die Boykottmeldungen unverhältnismässig,
- hätten offene Gegenforderungen berücksichtigt werden müssen,
- verletze das selektive Vorgehen den Gleichbehandlungsgrundsatz,
- liege aufgrund fehlender Antworten der Behörden eine Rechtsverzögerung vor,
- und verstiesse die Verweigerung der Nutzung der Vereinsinfrastruktur gegen seine Mitgliedschaftsrechte.
Forderungen der ehemaligen Mannschaft
Die Gruppe stellt mehrere Forderungen an Verein und Verbände, darunter:
- Unabhängige Prüfung des gesamten Falls
- Überprüfung und Aufhebung der Boykottmeldungen
- Klärung aller gegenseitigen finanziellen Ansprüche, insbesondere der Schiedsrichterspesen
- Gleichbehandlung aller Spieler
- Sicherstellung des Zugangs zur sportlichen Betätigung
Zudem erklärt die Mannschaft, sie sei bereit, alle offenen halben Jahresbeiträge vollständig zu bezahlen – unter der Bedingung, dass sämtliche Sperren aufgehoben werden. Die Spieler möchten die Rückrunde 2025/26 ordnungsgemäss zu Ende spielen und sehen einen fairen Abschluss als Lösung im Sinne von Treu und Glauben.
Der FC Emmenbrücke möchte auf Anfrage von REGIOfussball.ch vorerst auf eine Stellungnahme verzichten und das Thema zuerst vereinsintern aufarbeiten.

































