FCL-Niederlage nach 7-Tore-Spektakel

Lugano feiert in der Super League zum Auftakt ins neue Jahr dank einem spektakulären 5:2 in Luzern den 4. Sieg in Serie. Uran Bislimi und Kevin Behrens drehen die Partie innerhalb von 20 Minuten mit 5 Toren vom 0:1 zum 5:1.

«Neues Jahr, neues Glück» dürften sich beim FCL nach 40 Minuten einige Fans gedacht haben. Denn auf der einen Seite brachte Matteo Di Giusto das Heimteam mit einem Flachschuss aus spitzem Winkel in Führung. Amir Saipi im Lugano-Tor gab dabei keine gute Figur ab und liess die Kugel über die Linie kullern.

Auf der anderen Seite bot sich den Tessinern in der 39. Minute eine erste Ausgleichschance, als Daniel Dos Santos‘ Schlenzer nur haarscharf am Lattenkreuz vorbeizischte. Doch dies sollte der Anfang vom Luzerner Untergang sein.

3 Tore in 310 Sekunden
Denn nur 2 Minuten später machte es Uran Bislimi besser. Der 26-Jährige drosch die Kugel aus beinahe identischer Position in die rechte obere Ecke. Kevin Behrens war dabei im Strafraum zu Fall gekommen und spielte den Ball auf dem Boden liegend zu Dos Santos, der für Bislimi auflegte.

Diese 3 Spieler standen auch in der Folge im Fokus. Erst liessen die Luzerner Bislimi 20 Meter vor dem Tor viel zu viel Platz. Der Mittelfeldspieler bedankte sich und traf mit einem strammen Flachschuss zum 2:1. Und nur 21 Sekunden nach Wiederanpfiff stellte Behrens in der Nachspielzeit der 1. Halbzeit noch auf 3:1.

Der Deutsche, der im letzten Testspiel für negative Schlagzeilen gesorgt hatte, traf aus spitzem Winkel satt unter die Latte. Wie bei den beiden Toren zuvor ging auch beim 3:1 der Assist aufs Konto von Dos Santos.

Nächster Doppelschlag zur Entscheidung
Wer nach der Pause eine Luzerner Reaktion erwartet hatte, wurde enttäuscht. Denn eine Viertelstunde nach dem Seitenwechsel machten die Gäste den Deckel definitiv drauf. Erst machte Bislimi mit einem abgelenkten Schuss seinen Hattrick perfekt und 2 Minuten später erzielte Behrens per Kopf auch noch seinen 2. Treffer.

Damit war die Partie selbstredend gelaufen, Bung Freimann war mit dem 2. Luzerner Tor einzig noch für etwas Resultatkosmetik zuständig. Dank dem 4. Dreier in Serie konnte das Team von Mattia Croci-Torti Rang 3 in der Tabelle erfolgreich behaupten. Der Rückstand auf Leader Thun beträgt bei einem Spiel mehr noch 4 Punkte.

Luzern auf der anderen Seite hinkt den eigenen Ansprüchen auf Rang 9 weiter deutlich hinterher. In der heimischen Arena konnten die Innerschweizer in den letzten 9 Monaten lediglich 1 von 13 Partien gewinnen.

Torhüter Pascal Loretz sagt gegenüber der «Luzerner Zeitung»: «Wir legten den Fokus darauf, stabil zu stehen – und bekommen wieder so viele Gegentore. Dafür habe ich leider auch keine Erklärung.» Lugano habe es gut gemacht, aber: «Die Art und Weise, wie wir die Tore bekommen, darf nicht sein», so der Goalie. Auch er sei überrascht davon gewesen, dass Knezevic nur auf der Bank sass. «Er ist ein Leader, unser Vize-Captain. Aber der Trainer hat sich so entschieden.»

Telegramm FC Luzern – FC Lugano 2:5 (1:3)
Swisspor-Arena. – 9’525 Zuschauende. – SR Schnyder.
Tore: 25. Di Giusto 1:0. 41. Bislimi 1:1. 45. Bislimi 1:2. 45. Behrens 1:3. 59. Bislimi 1:4. 61. Behrens 1:5. 72. Freimann 2:5.
Luzern: Loretz; Ottiger (46. Ciganiks), Freimann, Bajrami, Fernandes (46. Winkler); Owusu; Dorn, Spadanuda (60. Ferreira); Di Giusto; Villiger (77. Vasovic), von Moos (71. Grbic).
Lugano: Saipi; Zanotti, Papadopoulos, Delcroix, Marques (76. Alioski); Bislimi (84. Kendouci), Grgic; Dos Santos (52. Mahmoud), Steffen (84. Mahou), Cimignani (76. Kelvin); Behrens.
Bemerkungen: Luzern ohne Abe (gesperrt), Löfgren und Zimmermann (verletzt). Lugano ohne Mai (verletzt).– 74. Lattenschuss Cimignani. – Verwarnung: 47. Dos Santos. 65. Papadopoulos (beide Foul).