SC Kriens: 3:2 gewonnen und dem Halstuchwürger entkommen

Die Krienser setzen sich im Testspiel gegen den FC Luzern U21 durch (Bild: Ares Tepe | void_visualss).

Kommentar von Oliver Kraaz *

So eine Tüte Pommes-Frites kann so schön warm sein. Selten habe ich mich so an eine Tüte gehalten, wie in der Pause dieses Testspiels. Man muss es sich vor Augen halten: Am Samstag findet die Hahnenkamm-Abfahrt statt, der Klassiker der Weltcup-Skisaison. Und 18 Stunden vorher wird auf dem Kleinfeld in kurzen Hosen bereits wieder gekickt. Bei -2 Grad und einem Nebel, der früher bei Filmen à la «Der Halstuch-Würger von London Downtown» als Gruselkulisse diente.

Ja, nichts für Weicheier, dieses Spiel gegen die U21 des FCL. Nun darf man sich mit Recht fragen: «Warum jammert der Kraaz jetzt? Es verlange ja niemand, von ihm, er müsse hin – für ein Testspiel.»

Doch. Ich! Denn wenn sich die Mannschaft schon für eine historische Rückrunde vorbereitet, dann tue ich dies als Fan ebenso. Was an lauen und sonnigen Frühlingsnachmittagen glänzen soll, will im kalten Januar geschmiedet werden. Das gilt auf dem Platz wie auf der Tribüne.

Wenn ich aber ganz ehrlich bin, hatte ich ganz einfach Heimweh nach dem Kleinfeld. In meinem Alter weiss man an einem Freitagabend auch nicht, wohin mit sich. Wäre ich daheim geblieben, wäre ich wohl bei «SRF bi de Lüüt» eingeschlafen. Oder schon bei «Meteo». Ich kann dies wie kein anderer.

So nun aber ein 3:2 an der frischen Luft. Ein gutes Gefühl, wie immer nur nette Leute im Stadion getroffen und eben die warme Tüte Pommes-Frites. Mein Gott, braucht es so viel mehr im Leben? Eben.

Gerade noch kurz auf den Spielplan geschaut: 15. Februar geht es los, auswärts gegen Biel und dann aber am 21. Februar daheim gegen Lugano. Das stehe ich noch durch.

… und ja, bevor es vergessen geht: 25. April auswärts beim FC Zürich U21. Im Heerenschürli. Ich bin mir nicht mehr sicher, ob ich darauf schon mal hingewiesen habe. Tickets soll es ein paar wenige noch haben.

Oliver Kraaz (54) ist seit seinem 11. Lebensjahr überzeugt, dass ein Leben ohne SC Kriens nicht möglich ist – obwohl es Saisons gab, wo er es wünschte.