Kommentar von Oliver Kraaz *
Mit der Rückrunde der Promotion League fängt die schöne Tradition der Lizenzgesuche bzw. der Lizenzvergabe für die Challenge League an. Das ist so etwas wie die Surseer Gansabhauet für Fussballklubs – lustig zum Dreinschauen, weil sich alle so fürchterlich Mühe geben und am Schluss der Anlauf trotzdem bei oft ins Leere geht.
Ein Laie fragt sich mit Recht: Was gopferdelli muss man eigentlich in den Formularen für die Swiss Football League (SFL) alles belegen, dass alle Vereinspräsidenten mit Ringen unter den Augen und belegter Zunge durch die Gegend laufen?
Vielleicht der Beweis, dass man unter dem Flutlicht des Stadions keinen Sonnenbrand einfängt? Dass auf dem WC nur Toilettenpapier von fröhlichen und von Hand gefällten Bäumen aufgelegt ist? Dass alle Spieler die Veloprüfung mit mindestens einem 5,1 abgeschlossen haben und bergauf rückwärts parkieren können? Dass der Trainer das Stadion seines Vereins innert 15 Minuten aus 10’000 Zündhölzern nachbauen kann?
Gut, dass die Finanzen überprüft und sichergestellt sein müssen, macht Sinn. Es wäre unlauter, nur den Besitz von 4 «Happy Day»-Rubellosen gleich als Vermögen von 4 Millionen Franken aufzulisten.
So ist man gespannt wie ein Pfeilbogen zu erfahren, wer lizenztechnisch den Gang durch das Tor des Paradieses, sprich in die Challenge League schafft. Es könnten dieses Jahr tatsächlich wir sein.
Sportlich stimmt es jedenfalls. Mit dem 5:2-Sieg gegen Lugano U21 haben wir nach anfänglichem Gemurkse wieder in die Spur gefunden. Fünf Kisten muss man auch erstmal schiessen.
… schauen wir also, was in den nächsten Wochen noch alles kommt. Die WC-Rollen im Stadion habe ich übrigens am Samstag bereits geprüft: Als ich sie ans Ohr gehalten habe, konnte ich die fröhlichen Bäume sogar noch leise lachen hören.
Es kommt alles gut.
Oliver Kraaz (54) ist seit seinem 11. Lebensjahr überzeugt, dass ein Leben ohne SC Kriens nicht möglich ist – obwohl es Saisons gab, wo er es wünschte.

































