Am Wochenende vom 6./7. März fand in Sursee das alljährliche gemeinsame Talentweekend des Innerschweizer Fussballverbands (IFV) und des Aargauer Fussballverbands (AFV) statt. Der Anlass diente als intensive Vorbereitung für die Nachwuchsschiedsrichter:innen vor dem Start der Rückrunde. Austragungsort war der Campus Sursee, der mit seiner professionellen Infrastruktur und Organisation ideale Bedingungen bot.
Der Freitag begann mit der Anreise der Teilnehmenden aus beiden Regionalverbänden. Bereits beim Eintreffen war die Vorfreude auf die kommenden zwei Tage spürbar. Viele kannten sich von früheren Kursen oder Begegnungen auf dem Platz, wodurch rasch Gespräche entstanden und Erfahrungen ausgetauscht wurden.
Nach der Begrüssung durch Julian Müller und Tobias Wyss (Co-Leitung IFV) sowie Fabian Fleischli als Verantwortlichen des AFV startete das Programm mit den ersten beiden Theorieeinheiten. Den Auftakt machte der Innerschweizer FIFA-Schiedsrichterassistent Jonas Erni mit dem Thema «Abseits». Anhand verschiedener Videoszenen analysierten die Talentschiedsrichter:innen unterschiedliche Spielsituationen, ordneten diese den entsprechenden Abseitsarten zu und diskutierten die Entscheidungsfindung gemeinsam.
In der zweiten Vormittagshälfte folgte eine Lektion von Super-League-Schiedsrichter Johannes von Mandach (AFV) zum Thema «Positioning» beziehungsweise Stellungsspiel. Dabei wurde aufgezeigt, wie entscheidend die richtige Positionierung, passende Laufwege und der Überblick über das Spiel für eine gute Spielleitung sind. Die Beispiele verdeutlichten, dass bereits kleine Anpassungen im Stellungsspiel einen grossen Einfluss auf Wahrnehmung und Beurteilung von Situationen haben können.
Nach dem gemeinsamen Mittagessen, das auch Raum für angeregte Diskussionen bot, folgte am frühen Nachmittag ein besonderes Highlight: Der Innerschweizer FIFA-Schiedsrichter und IFV-Schiedsrichter des Jahres 2025, Urs Schnyder, gewährte Einblicke in seinen persönlichen Weg zum Spitzenschiedsrichter. Auf Basis vorgängig eingereichter Fragen sprach er über seine Erfahrungen auf höchstem Niveau und die notwendige Entwicklung über mehrere Jahre hinweg. Besonders prägend blieb der Leitsatz: «Success is a journey, not a promotion.»
Athletiktraining und sportlicher Austausch
Am späteren Nachmittag stand eine Athletikeinheit in der Campus-Turnhalle auf dem Programm. Unter der Leitung von Athletikcoach und Sport- und Bewegungswissenschaftler Elmar Anliker (Anliker Bewegt AG) arbeiteten die Teilnehmenden an Kraft, Stabilität und Beweglichkeit – zentrale Grundlagen für Schiedsrichter:innen. Trotz der intensiven Belastung blieb die Stimmung motiviert und locker, und auch in Bezug auf Trainingsphilosophie konnten wertvolle Erkenntnisse gewonnen werden.
Nach dem Training und einer kurzen Erholungsphase fand am Abend ein gemeinsamer Apéro statt. Als Gastredner durfte Daniel Hüsler begrüsst werden, ehemaliger Profiringer und Schwinger, Trainer von Schwingerkönig Joel Wicki sowie Unternehmer. In einer spannenden Fragerunde berichtete er über seinen Werdegang im Spitzensport und Parallelen zwischen Leistungssport und persönlicher Entwicklung. Der Tag klang beim gemeinsamen Nachtessen im Restaurant BAULÜÜT in angenehmer Atmosphäre aus.
Der Samstag begann mit dem Frühstück und dem anschliessenden Check-out, bevor der Regel- und Videotest auf dem Programm stand. Dabei wurden Regelfragen beantwortet und Spielszenen beurteilt. Die Auswertung erfolgte gemeinsam mit Julian Müller, wobei einzelne Szenen und Fragen nochmals vertieft analysiert wurden.
Vor dem Mittagessen folgte mit dem «Taktikinput» von Patrick Bruggmann, Direktor Fussballentwicklung des Schweizerischen Fussballverbands (SFV), ein weiterer inhaltlicher Höhepunkt. Er erläuterte aktuelle taktische Entwicklungen im modernen Fussball und zeigte auf, wie wichtig dieses Wissen auch für Schiedsrichter:innen ist – insbesondere im Hinblick auf Antizipation und Positionierung.
Mit dem gemeinsamen Mittagessen ging das Talentweekend offiziell zu Ende. Nach eineinhalb intensiven Tagen kehrten die Talentschiedsrichter:innen mit vielen neuen Eindrücken, wertvollen Erkenntnissen und zusätzlicher Motivation auf die Fussballplätze der beiden Regionen zurück – ganz im Sinne des Leitgedankens des Wochenendes: gemeinsam lernen, sich weiterentwickeln und besser werden.
Ein grosser Dank gilt den Organisatoren, den Regionalverbänden AFV und IFV sowie allen Instruktoren. Dank ihrer sorgfältigen Vorbereitung, ihres Engagements und der hochwertigen Inputs konnten sich die Teilnehmenden optimal auf die Rückrunde vorbereiten.



































