Der SC Kriens kassiert im Promotion-League-Derby gegen den SC Cham eine 2:3-Niederlage – und diese wurzelt vor allem in einer völlig missglückten ersten Halbzeit. Die Luzerner fanden in den ersten 45 Minuten kaum Zugang zum Spiel, agierten im Aufbau fehlerhaft und unterlagen dem physisch starken Gegner in praktisch allen wichtigen Duellen.


















Schwacher Start und Chamer Effizienz
Cham nutzte die Unsicherheiten der Krienser früh und konsequent. Bereits in der 24. Minute führte ein hoher Corner der Zuger zum 0:1, nachdem der Ball unglücklich im Tor landete. Nur wenige Minuten später folgte das 0:2: Ein Ballverlust auf Höhe der Mittellinie öffnete Cham die Tür zu einem mustergültigen Konter, den die Gäste souverän abschlossen.
Die Krienser fanden kaum spielerische Lösungen gegen die engmaschige, physisch präsente Spielweise der Gäste. Die Räume wurden konsequent zugestellt, während Cham immer wieder viel Platz für schnelle Gegenstösse vorfand. Noch vor der Pause lag sogar ein dritter Treffer in der Luft.
Früher Rückschlag auch nach dem Seitenwechsel
Die Hoffnung auf einen Neustart nach der Pause währte nur Sekunden: Ein erneuter Ballverlust in der eigenen Platzhälfte führte in der 46. Minute zum 0:3. Damit schien die Partie entschieden. Doch genau in dieser Phase begann Kriens, sein Potenzial auszuspielen. Plötzlich kamen Tempo, Kombinationsfluss und Mut ins Spiel – genau jene Elemente, die zuvor gefehlt hatten.
Starke Reaktion und neues Leben im Spiel
Der Anschlusstreffer fiel in der 52. Minute: Ein kraftvoller Angriff über die linke Seite brachte Rrezi in Abschlussposition, der zum 1:3 einnetzte. Kriens erhöhte danach den Druck, erspielte sich Räume und fand wiederholt Wege hinter die Chamer Abwehr. Nach einem Foul im Strafraum verwandelte Luka in der 68. Minute den fälligen Penalty zum 2:3. Nun war die Partie völlig offen, und der Tabellenleader dominierte das Geschehen.


















Chance um Chance – aber der Ausgleich fällt nicht
Kriens drängte mit aller Kraft auf das 3:3. Die besten Möglichkeiten vergaben Jorge allein vor Torhüter Heller sowie Facal, François und Siegrist in der Schlussphase. Cham verteidigte mit vollem Einsatz, blockte Abschlüsse und rettete sich mit etwas Glück über die lange Nachspielzeit.
Der SC Kriens musste erkennen, dass sich ein Spiel kaum gewinnen lässt, wenn die grundlegenden Elemente wie Präsenz, saubere Aufbauarbeit und Zweikampfstärke über eine ganze Halbzeit fehlen. Die starke Reaktion nach dem 0:3 zeigte allerdings deutlich, welches Niveau die Mannschaft abrufen kann. Trotz der Niederlage bleibt Kriens an der Tabellenspitze – mit weiterhin solidem Vorsprung. Das Team weiss jedoch, dass die kommenden Aufgaben nicht leichter werden. Die Reaktion der zweiten Halbzeit soll nun als Impuls für die nächsten Wochen dienen. Bereits am kommenden Samstag wartet mit Grand-Saconnex die nächste schwierige Prüfung.
Telegramm SC Kriens – SC Cham 2:3 (0:2)
Kleinfeld. – 1494 Zuschauer. – SR Helbling.
Tore: 24. Pauli 0:1. 30. Vögele 0:2. 46. Pasquarelli 0:3. 52. Hoxha 1:3. 68. Sliskovic (Foulpenalty) 2:3.
Kriens: Zajac; Hermann (66. Rüedi), Harperink, Heiniger (46. Willimann), Riedmann (46. Touré); Siegrist, Romano, François; Hoxha (66. Facal); Toggenburger (46. Wicht), Sliskovic.
Cham: Heller; Niederhauser (84. Flühmann), Bühler, Zimmermann (46. Schuler), Pauli (78. Haag); Bajric, Franek; Pasquarelli (72. Hegglin); Vögele, Tia (84. Loosli), Ris.
Bemerkungen: Kriens ohne Fäh, Caserta und Jetzer (alle verletzt). Cham ohne Wiskemann, Lang, Lüthi, Gehrig und Lujic (alle verletzt). Gedenkminute vor Anpfiff für die verstorbenen Nino Erni (SCK-Junior und Sohn des Krienser Stadtrats Roger Erni) und Pasquale De Simone (FCL-Scout). Célien Wicht für 100. Spiel im SCK-Dress geehrt. Verwarnungen: 58. Sliskovic (Foul), 75. Pasquarelli (Unsportlichkeit/Ersatzbank), 81. Bühler (Unsportlichkeit), 81. Wicht (Unsportlichkeit).































