Obwohl Rothenburg eine ansprechende Leistung ablieferte, war schlussendlich gegen den Ligakrösus und Aufstiegsfavorit Zug 94, die sich mit fünf 1. Liga Spielern verstärkten (!), kein Kraut gewachsen.
Um 16.51 Uhr endeten am Sonntagnachmittag für Rothenburg gleich zwei eindrucksvolle Serien. Einerseits kassierte die junge Mannschaft zum ersten Mal seit genau einem Jahr eine Niederlage auf heimischen Boden. Andererseits musste man sich erstmals wieder seit September 2025 geschlagen geben, doch alles der Reihe nach. Vor dem Spitzenspiel, Erster gegen Zweiten, traf sich die gesamte Mannschaft zum Mittagessen im Clubhaus. Die Vorfreude auf das bevorstehende Kräftemessen mit Zug94 war deutlich spürbar. Unabhängig des Spielausgangs gegen den Leader durfte Rothenburg mit der Gewissheit antreten den zweiten Platz zu behalten, weil zuvor die beiden Verfolger Obergeissenstein und Littau im direkten Duell lediglich Unentschieden spielten. Zuversichtlich, aber auch im Wissen welche spielerische Wucht auf die Chärnsmatt Kicker zukommt, startete s’Zwöi um 15 Uhr bei sommerlichen äusseren Bedingungen in den Spitzenkampf vor rund 100 Zuschauenden. Es dauerte keine zwei Minuten als Rothenburg ein erstes Mal im Strafraum auftauchte. Gisler versuchte mit seinem Lupfer den herauseilenden Zuger Torhüter zu überraschen. Leider landete der Ball einen Meter neben dem Tor.
Die zweite Chance kam gleich hinterher. Dieses Mal verpasste Abwehrspieler Zemp mit seiner Direktabnahme nur haarscharf das rechte untere Eck. Zug schüttelte sich kurz und schaltete einen Gang höher. Es war schon recht beeindruckend wie die Zuger mit 1-2 Ballkontakten agierten und sich immer gekonnt nach vorne spielten. Das Heimteam verrichtete viel Laufarbeit wie selten zuvor, um die Räume halbwegs zuzustellen, was aufgrund des horrenden Tempos eine grosse Herausforderung darstellte. Ein Eigenfehler mit einem unnötigen Ballverlust in der Vorwärtsbewegung und dem daraus resultierenden Freistoss brachte für Zug die Möglichkeit in Führung zu gehen. Tatsächlich schlenzte Selishta den Freistoss perfekt an der Mauer vorbei. 1:0 für Zug nach 12 Minuten. Im Gegenzug hätte Rothenburg mehr aus einer Chance machen können, ja sogar müssen, aber der Schussversuch wurde im letzten Moment geblockt. Zug94 erhöhte jetzt nochmals das Tempo, erzielte in der 22. und 25. Minute zwei weitere Tore, wohlwissend, dass es bereits die Vorentscheidung einbrachte. Entsprechend gross der Jubel, was auch zeigte, dass man die Rothenburger keineswegs unterschätzte. Das vierte Tor von Zug fiel unmittelbar vor der Halbzeit.
Trotz des deutlichen Rückstands liess sich Rothenburg zu keinem Zeitpunkt gehen. Man wollte unbedingt die zweite Halbzeit ausgeglichen gestalten. Dies gelang hervorragend, wobei zuerst Fernandes mit seinem Doppelpack auf 5:0 stellte. Rothenburg reagierte und erzielte durch den eingewechselten Ramljak den Ehrentreffer zum 1:5 aus Sicht des Heimteams. Ehrlicherweise sei erwähnt, dass nicht mehr alle Zuger mit der gleichen Intensität und Abschlussstärke wie zuvor im ersten Durchgang agierten. Dennoch war das Tempo weiterhin überdurchschnittlich hoch. Wirklich alle Spieler im Team von Rothenburg spulten ein immenses Laufpensum ab, kämpften und versuchten ihr Bestes, um gegen den übermächtigen Gegner dagegen zu halten. Nach 91 Minuten endete eine unterhaltsame Partie. Zwar verlor Rothenburg deutlich mit 1:5, jedoch auf das Resultate bezogen konnte die Mannschaft die zweite Halbzeit mit einem kleinen Erfolgserlebnis beenden (1:1). Die schönste Geschichte des Nachmittags schrieb allerdings Captain Bolzern, der zum ersten Mal nach zwei schweren Verletzungen innerhalb 1 ½ Jahren wieder bei einem Meisterschaftsspiel einige Spielminuten sammeln durfte.
Zug, und das muss man einfach festhalten, ist viel zu gut für die 4. Liga. Vor allem die Spieler aus der 1. Liga sorgten am heutigen Nachmittag für einen markanten Qualitätsunterschied. Rothenburg hielt über weite Strecken prima mit. Die Niederlage wirft Rothenburg mit Sicherheit nicht aus der Bahn, weil Zug ohnehin ausser Konkurrenz spielt. Bei den kommenden letzten vier Partien haben es die Rothenburger weiterhin selbst in der Hand, um die Aufstiegsrunde für die 3. Liga zu erreichen. Am kommenden Samstagabend wartet mit dem Auswärtsspiel gegen Littau eine weitere anspruchsvolle Aufgabe.
Telegramm 4. Liga FC Rothenburg II – Zug 94 1:5 (0:4)
Chärnsmatt – 100 Zuschauende
Tore: 12. 0:1 Selishta, 22. Dorea 0:2, 25. Fernandes 0:3, 40. Memaj 0:4, 53. 0:5 Fernandes, 59. Ramljak 1:5
Gelbe Karten: 16. Murina
FC Rothenburg: Ottiger, Zemp, Durand, Achermann, Zihlmann, Prud Homme, Imfeld, Duraku, Gisler, Hänsli, Dahinden (Nadler, Bucher, Bolzern, Contreras, Reinert, Müller, Ramljak
Zug 94: Ramalho; Ehrat, Dorea, Inderbitzin, Memaj, Murina, Campisi, Aziraj, Zdravkovic, Selishta, Fernandes (Gonvalves, Schlumberger, Suter, Kaba, Schnarwiler, B. Murina)

































