Frust statt Lust beim Engelberger SC

Umkämpftes Derby zwischen Engelberg und Alpnach (Bild: Engelberger SC).

Engelberg verliert überraschend gegen den FC Alpnach, die in gewissen Szenen erneut die Grenzen des Fairplays ausreizten.

Das Wichtigste zuerst: Der Engelberger SC wünscht dem verletzten FCA-Torhüter Dias Neto eine gute und vor allem schnelle Besserung. Der Gästekeeper fiel in der ersten Halbzeit bei einer Rettungsaktion im Strafraum unglücklich auf die Schulter, als er den Ball mit der Faust wegboxte.

Vor dem grossen Vereinsjubiläum, der Engelberger SC feiert am kommenden Samstag mit einem grossen Fest sein 40-jähriges Bestehen, wollte die Mannschaft unbedingt die Tabellenspitze behaupten. Entsprechend fokussiert legte der ESC beim Heimspiel gegen Alpnach los. Doch irgendwie zeigte sich bereits nach wenigen Minuten, dass es eine schwierige Partie werden würde. Einerseits nahm Engelberg das mässige Tempo des Gegners an. Andererseits kam kein Spielfluss zustande, weil die Partie ständig wegen irgendwelchen Unterbrechungen oder Bällen im Aus ins Stocken geriet. Beide Teams kamen relativ schnell zu Abschlüssen. Diese entstanden zwar eher zufällig, blieben aber auf beiden Seiten recht ungenau. Matter, Kaufmann und Schraner verpassten leider allesamt den idealen Zeitpunkt, um aus der Distanz abzuziehen, weshalb Engelberg öfters an der defensiv eingestellten Alpnacher Hintermannschaft hängen blieb. Nach 22 Minuten war der ESC eigentlich am Drücker. Nach einem verpatzten Einwurf kam der Ball im Ping-Pong-Stil zu Vatalao, der sich geschickt im Zentrum absetzte und das Leder gekonnt über ESC-Torhüter Zumbühl lupfte. Engelberg reagierte sofort und schraubte das Tempo hoch, blieb in der gefährlichen Zone jedoch weiterhin zu ungenau. Die Latte verhinderte das 1:1. Alpnach hatte zudem Glück, dass einige Fouls ohne Kartenfolgen blieben. Bis zur Halbzeit blieb es bei der knappen Führung der Gäste.

Leider wurde es im zweiten Durchgang deutlich giftiger. Nach rund 49 Minuten folgte ein fast identisches Gegentor für Engelberg wie in der ersten Halbzeit: Wieder ein langer Ball, wieder ein Abstimmungsproblem in der Defensive und wieder konnte ein Alpnacher ungestört allein abschliessen – 0:2. Dies passiert, wenn in den entscheidenden Momenten die Konsequenz fehlt und die Zuteilung in der Rückwärtsbewegung nicht stimmt. Engelberg zeigte sich vom Zwei-Tore-Rückstand sichtlich geschockt, versuchte aber verbissen, den Anschlusstreffer zu erzwingen. Die Gangart der Gäste wurde nun jedoch spürbar härter. Alpnach konzentrierte sich primär darauf, den Vorsprung mit allen Mitteln zu verteidigen, was zu zahlreichen Nickligkeiten und weiteren unangenehmen Ereignissen führte. Der Spielfluss des ESC wurde dadurch immer wieder empfindlich gestört. Nicht zuletzt auch durch die teils überlangen Diskussionen des Schiedsrichters. Weshalb alle 11 Alpnacher bis zum Ende der Partie auf dem Platz standen, bleibt eine unbeantwortete Frage. Jedenfalls klatsche ein Ball des ESC an die Latte, um dann rund 10 Minuten später nochmals an der Latte zu landen.

So kam, wie es kommen musste. Erneut ein weiter Auskick von Alpnach und, man ahnt es bereits, wieder rutschte ein Engelberger am Ball vorbei. Der Alpnacher Spieler brauchte bloss völlig freistehend die Nerven zu behalten, was er auch tat. Mit einem Lupfer erhöhte er auf 0:3 aus Sicht des Teamteams. Eine kalte Dusche! Aus vier richtigen Torchancen drei Tore erzielt. Effizienter geht es nicht mehr. In der 75. Minute verhinderte ein FCA-Spieler eine klare Torchance mit einem Handspiel. Penalty für Engelberg. Barzon verwertete zum Anschlusstreffer. Jetzt schöpfte die Heimmannschaft nochmals Hoffnung. Es folgte ein Sturmlauf in typischer ESC-Manier. Mittlerweile stellte der ESC auf eine Dreierkette um, damit die Offensive weiter verstärkt werden konnte. Kaufmann wurde in der 94. Minute, als er zu einem Kopfball hochsprang, von hinten gecheckt. Zweiter Penalty für Engelberg. Das 2:3 durch Barzon kam in diesem Fall zu spät, denn 40 Sekunden später pfiff der Unparteiische die Partie ab. Der Frust beim ESC war riesig, denn man konnte über 90 Minuten nie an die Leistungen der ersten drei Spiele anknüpfen. Ebenso ist das Verhalten des Schiedsrichters gegenüber gewissen Spielern nicht nachzuvollziehen. Wenn schon Respekt eingefordert wird, was auch richtig ist, sollte es allerdings unbedingt beidseitig gelten.

Gratulation dem FC Alpnach zum Derbysieg. Nach dem Spiel beruhigten sich umgehend die Gemüter und man gab sich die Hand, so wie es sein sollte, aber vielleicht wäre ein solches Verhalten zukünftig auch mal während des Spiels möglich.

Telegramm 4. Liga Engelberger SC – FC Alpnach 2:3 (0:1)
Wyden – 100 Zuschauende
Tore: 22. Vatalao 0:1, 49. Queiros 0:2, 61. Queiros 0:3, 75. Barzon 1:3, 94. Barzon 2:3
Gelbe Karten: Chaves, Vatalao, De Magalhaes (alle Alpnach) und Häcki, Barzon, Negrassus (alle Engelberg)
Engelberger SC: Zumbühl; Planzer, T. Matter, Imboden, Ettlin, M. Kaufmann, Brimelow, R. Kaufmann, Dinkel. Schraner, M. Matter (Negrassus, Ruiz, Barzon, Lötscher, Häfliger, Häcki)
FC Alpnach: Dias Neto; Chaves, De Sopusa, Elhassa, Martins, Bras, Dos Sonatos, Ferreira, Amaral, Queiros, Stumpf (Laurenco, Rodrigues, Tiepo, Avelino, De Magalhaes; Vatalao, Barroso)