FC Baar: Sechs schwache Minuten entscheiden Partie gegen Eschenbach

Der Baarer Josip Pranjkovic (Mitte) drängt Eschenbachs Benjamin Barmet ab (Bild: Daniel Gerber).

Spielbericht FC Baar:

Beide Mannschaften fanden nur schwer in die Partie. In der Anfangsphase wollte keine der beiden Seiten zu viel riskieren und so entwickelte sich zunächst ein ausgeglichenes Spiel ohne grosse Torchancen.

Nach rund einer Viertelstunde kam Eschenbach zum ersten gefährlicheren Abschluss. Adrian Schelbert war jedoch aufmerksam und fing den Ball sicher. Baar hatte zwar etwas mehr Ballbesitz und versuchte, das Spiel geduldig aus der eigenen Hälfte aufzubauen, konnte daraus im letzten Drittel aber zu wenig Gefahr entwickeln. Immer wieder fehlte der letzte entscheidende Pass, um die Defensive der Gastgeber ernsthaft unter Druck zu setzen.

Auch Eschenbach fand vor der Pause kaum Lösungen gegen die Baarer Defensive. So blieb die erste Halbzeit insgesamt ausgeglichen und ohne Tore. Mit einem 0:0 ging es in die Pause. Diese dauerte ungewöhnlich lange. Einer der Schiedsrichter hatte sich verletzt und konnte die Partie nicht fortsetzen. Deshalb musste zunächst ein Ersatz anreisen, bevor das Spiel weitergeführt werden konnte.
Nach dem langen Unterbruch wollte Baar mit mehr Zug zum gegnerischen Tor aus der Kabine kommen. Doch genau das Gegenteil trat ein. Innerhalb von nur sechs Minuten gerieten die Baarer komplett aus dem Rhythmus und mussten gleich drei Gegentreffer hinnehmen.

In der 49. Minute brachte Jonas Rosenberg den FC Eschenbach mit 1:0 in Führung. Nur fünf Minuten später erhöhte Robin Niederberger auf 2:0. Baar hatte den zweiten Gegentreffer kaum verarbeitet, als Yasha Schmid bereits in der 55. Minute zum 3:0 traf. Innerhalb kürzester Zeit war aus einer bis dahin ausgeglichenen Partie eine äusserst schwierige Aufgabe für den FC Baar geworden. Die Baarer reagierten mit mehreren Wechseln und versuchten, nochmals neuen Schwung in die Partie zu bringen. Eschenbach konnte den deutlichen Vorsprung jedoch kontrollieren und liess die Gäste nicht mehr entscheidend zurückkommen.

Am Ende musste sich der FC Baar mit 0:3 geschlagen geben. Besonders bitter ist, dass die Mannschaft über weite Strecken der ersten Halbzeit gut mithielt und kaum etwas zuliess. Sechs schwache Minuten nach der Pause reichten jedoch aus, um die Partie zu entscheiden. Für Baar gilt es nun, diese Phase aufzuarbeiten und wieder Punkte zu holen. Die nächste Gelegenheit dazu bietet sich bereits am Samstag, 10. Oktober 2026. Um 18:00 Uhr empfängt der FC Baar den SC Obergeissenstein im heimischen Lättich. Vor eigenem Publikum möchte die Mannschaft eine Reaktion zeigen und endlich wieder auf die Erfolgsspur zurückfinden.

Spielbericht FC Eschenbach: Sechs Minuten, drei Tore – Eschenbach feiert ersten Saisonsieg

Endlich ist der Bann gebrochen. Der FC Eschenbach belohnt sich für die starken Auftritte der vergangenen Wochen und gewinnt am Samstagabend auf dem Weierhus gegen den FC Baar verdient mit 3:0. Innert gerade einmal sechs Minuten machten die Seetaler nach der Pause alles klar.

Es war längst überfällig. Nach zwei überzeugenden Auftritten, die am Ende dennoch unbelohnt geblieben waren, durfte der FC Eschenbach am Samstagabend endlich jubeln. Sowohl beim starken Auftritt in Stans vor Wochenfrist als auch unter der Woche im Cup gegen Emmenbrücke hatte die Mannschaft von Raffael Valladares gezeigt, dass sie auf dem richtigen Weg ist. Was bislang fehlte, war einzig der verdiente Lohn. Gegen den FC Baar sollte sich das ändern. Der unbändige Wille, sich endlich für die zuletzt gezeigten Leistungen zu belohnen, war auf dem Weierhus von Beginn an spürbar. Die Gastgeber gingen mit grosser Entschlossenheit in die Zweikämpfe und zeigten, dass sie den ersten Dreier der Saison unbedingt wollten.

Doch auch die Gäste aus Baar waren gefordert. Nach der Cuppleite unter der Woche wollten sie ihrerseits eine Reaktion zeigen. Entsprechend entwickelte sich von Beginn an ein intensives und hart umkämpftes Spiel. Beide Mannschaften begegneten sich auf Augenhöhe, kein Ball wurde freiwillig hergegeben und man spürte deutlich: Hier stand einiges auf dem Spiel.

Die erste Halbzeit verlief entsprechend ausgeglichen. Die wenigen Chancen auf beiden Seiten waren Ausdruck eines Spiels, in dem sich die beiden Teams weitgehend neutralisierten. Viel Kampf, hohe Intensität und wenig Raum für spielerische Entfaltung prägten das Geschehen. Mit einem torlosen Unentschieden ging es schliesslich in die Pause. Wobei diese Pause unfreiwillig länger ausfiel als geplant. Aufgrund einer Verletzung des Schiedsrichterassistenten verdoppelte sich die Unterbrechung. Für die Zuschauer bedeutete dies zusätzliche Geduld – für Eschenbach offenbar die perfekte Gelegenheit, noch einmal Kräfte zu sammeln.

Denn nach dem Seitenwechsel sollte sich das Bild innerhalb kürzester Zeit komplett verändern. Kaum war die zweite Halbzeit lanciert, ging es Schlag auf Schlag. Eschenbach setzte zu einem hervorragend ausgespielten Konter an. Niederberger zeigte dabei seine Klasse und bereitete mit einer sehenswerten Aktion den Führungstreffer vor. Rosenberg vollendete den Angriff abgeklärt und brachte Gelbschwarz mit 1:0 in Führung.

Der Jubel war kaum verklungen, da legte Eschenbach bereits nach. Diesmal war es Niederberger selbst, der zum grossen Auftritt ansetzte. Mit einem technisch überragenden Heber liess er dem Baarer Schlussmann keine Chance und erhöhte wenige Minuten nach dem Führungstreffer auf 2:0. Und plötzlich war der Bann endgültig gebrochen. Nur eine Minute später durfte auch Schmid jubeln. Gleich bei seiner Rückkehr traf er zum ersten Mal für Eschenbach – und erneut war Niederberger der entscheidende Vorbereiter. Was zuvor während 45 Minuten ein ausgeglichenes und umkämpftes Spiel gewesen war, hatte Eschenbach innerhalb kürzester Zeit entschieden.

Die Wucht dieser sechs Minuten war auch an der Körpersprache der Gastgeber abzulesen. Die Mannschaft spielte plötzlich mit einer Überzeugung, die sich in den vergangenen Wochen trotz guter Leistungen nicht immer in Resultaten niedergeschlagen hatte. Gleichzeitig war die Erleichterung deutlich spürbar. Baar auf der anderen Seite fand nach diesem Doppelschlag nicht mehr zurück ins Spiel und konnte sich von den sechs Minuten, die das Duell auf den Kopf gestellt hatten, nicht mehr richtig erholen. Ganz vorbei war die Intensität damit allerdings nicht. Das Spiel blieb umkämpft und wurde phasenweise auch hart an der Grenze geführt. Eschenbach liess sich davon jedoch nicht mehr aus der Ruhe bringen. Die Gastgeber verteidigten konsequent, kontrollierten das Geschehen und spielten die Partie souverän zu Ende.

Als der Schlusspfiff ertönte, war die Freude auf dem Weierhus riesig. Bei der Mannschaft ebenso wie bei den Fans. Zu lange hatte Eschenbach auf diesen Moment warten müssen. Der erste Saisonsieg ist die Belohnung für eine deutliche Leistungssteigerung in den vergangenen Wochen und ein Zeichen dafür, dass sich die harte Arbeit langsam auszahlt. Und vielleicht war gerade die Art und Weise dieses Sieges besonders wichtig: Eschenbach blieb nicht nur über weite Strecken souverän, sondern entschied das Spiel mit einer beeindruckenden Phase nach der Pause.

Doch lange gefeiert wird nicht. Bereits am kommenden Samstag wartet mit dem FC Gunzwil die nächste Aufgabe, bei welcher die Seetaler nachlegen und den eingeschlagenen Weg bestätigen wollen. Die Richtung stimmt. Und der erste Saisonsieg könnte genau das gewesen sein, was Eschenbach nach diesen starken, aber bislang unbelohnten Wochen gebraucht hat.

Telegramm FC Eschenbach – FC Baar 3:0 (0:0)
Weiherhus. – 150 Zuschauer. – SR Kauert. – Tore: 49. Jonas Rosenberg 1:0. 54. Niederberger 2:0. 55. Schmid 3:0. – Eschenbach: Bachmann; Heinrich, Richli, Gehrig, Barmet (69. Bossart); Bucher (58. Erni), Lustenberger (67. Sandro Rosenberg); Portmann, Bulut: Niederberger, Jonas Rosenberg (54. Schmid). – Baar: Schelbert; Maric (53. Tridici), Pjeter Jakaj (57. Tanaj), Zouaiter, Tim Müller; Martino, Pranjkovic (53. Buqaj), Laisa (46. Smilari), Sinani; Colombo; Andrejic (66. Lukas Jakaj). – Bemerkungen: Verlängerte Pause wegen Verletzung eines Schiedsrichterassistenten. 80. Lattenschuss Portmann. 92. Gelb-rote Karte Colombo.