Bericht FC Gunzwil:
Die Michelsämter können den zuletzt positiven Trend leider nicht bestätigen, fallen in alte Verhaltensmuster zurück und kassieren eine unnötige Auswärtsniederlage im Derby beim FC Sempach. Damit muss die Bolliger-/Erni-Elf vor dem happigen Schlussprogramm in der Vorrunde die Augen wieder nach unten richten in der Tabelle.
Gunzwil verpasst Führung und wird eiskalt erwischt
Es war alles angerichtet für ein erfolgreiches Derby aus Gunzwiler Sicht. Eine ansehnliche Zuschauerkulisse, ähnliche Platzverhältnisse wie in Gunzwil und ein zuletzt wieder positiver Trend liess Hoffnung aufkommen, auch heute wieder Punkte mitnehmen zu können. Der Start in die Partie gehörte dann auch den Gästen aus dem Michelsamt. Die erste nennenswerte Chance nach knapp zwölf Minuten durfte sich Thimo Fleischli notieren, dessen Lupfer aber nicht nur über Grilz, sondern auch über das Tor hinweg flog. In der 20. Minute landete ein gefährlicher Freistoss von Till Fleischli nur auf der Lattenoberkante. Die Gäste blieben weiter am Drücker und Schumacher verpasste in der 24. Minute wieder nur knapp die zu diesem Zeitpunkt verdiente Gästeführung.
In der ersten halben Stunde waren die Michelsämter eindeutig die bessere Mannschaft, konnten aber trotz zwei, drei sehr guten Möglichkeiten noch nicht jubeln, währenddessen Sempach bis zu diesem Zeitpunkt noch keinen Abschluss vorweisen konnte. Dies änderte sich in der 36. Minute, als Felix ein erstes Mal eingreifen musste und zur Ecke klärte. Gleich im Anschluss an den Eckball schoss Graf seine Farben entgegen dem Spielverlauf mit 1:0 in Führung und bestätigte mal wieder brutal eine alte Fussballweisheit, „wer sie vorne nicht macht, bekommt sie hinten“. Gunzwil probierte vor der Pause noch einmal zu reagieren, aber ein Kopfballabschluss von Till Fleischli konnte leider auch nicht seine optimale Wirkung entfalten. Felix musste dann noch einmal mit einer grossartigen Parade dafür sorgen, dass Sempach nicht mit einem 2:0 in die Pause ging. Kurz darauf war Halbzeit und die Michelsämter mussten sich ärgern, hier nicht in Führung gegangen zu sein.
Schwache 2. Halbzeit ebnet Sempach den Sieg
Die 2. Halbzeit entwickelte sich leider gar nicht nach dem Gusto der Michelsämter. Die 1. Gute Aktion ging in der 48. Minute zwar noch auf das Konto der Michelsämter mit einer knapp verpassten Chance nach einer Ecke, danach übernahm aber zunehmend Sempach das Zepter. Die erste gute Chance hatte Sempach dann in der 51. Minute, gefolgt von einer sehr grossen Chance in der 53. Minute, bei welcher das Spielgerat zum Glück aus Gunzwiler Sicht nicht optimal getroffen wurde. In der 63. Minute durfte Gunzwil sich nicht beklagen, dass der Linienrichter die Fahne hob. Tendenziell klar kein Abseits, dies wäre vermutlich eine Topchance für Sempach gewesen. In der 70. Minute kamen die Hausherren zur nächsten Möglichkeit. Während dieser Phase brachte Gunzwil kein Bein vors Andere und fiel in alte Verhaltensmuster zurück, wie man sie kannte aus den meisten Spielen im September.
In der 78. Minute kam Sempach zur nächsten Chance, welche nun ihrerseits ebenfalls ein wenig Chancenwucher betrieben und die Michelsämter somit immer noch im Spiel hielten. Vier Minuten später war es aber dann doch soweit. Der kurz zuvor eingewechselte Joker Tampe stach und erhöhte auf 2:0 für das Heimteam. Damit war das Spiel vermutlich entschieden, zumal Sempach auch in den Schlussminuten besser blieb und in der 85. Minute das 3:0 nur knapp verpasste. Bereits tief in der Nachspielzeit zeigte der Schiedsrichter dann noch auf den Punkt und Thimo Fleischli verwandelte den Elfmeter zum 2:1-Anschlusstreffer. Dieser kam jedoch zu spät, da half auch ein Freistoss im Anschluss aus gefährlicher Position nichts mehr. Kurz danach war Schluss und die Niederlage im Derby besiegelt.
Happiges Schlussprogramm in der Vorrunde
Der Aufwärtstrend der letzten beiden Partien konnte leider nur knapp 35 Minuten lang fortgeführt werden. Nach dem zu diesem Zeitpunkt überraschenden 1:0 für Sempach brach bei den Michelsämtern wieder das gesamte Kartenhaus zusammen und die vorher gezeigte Souveränität war wie weggeblasen. Dies nützte Sempach schonungslos aus und konnte damit den Anschluss an Eschenbach und Gunzwil herstellen in der Tabelle. Das Abschlussprogramm in der Vorrunde lässt sich sehen, müssen oder dürfen die Michelsämter noch gegen die Tabellenführer, den Zweit- und Viertplatzierten antreten. Es braucht nun weiter harte und konzentrierte Trainingsarbeit, damit kurzfristige Rückschläge während eines Spiels in Zukunft wieder besser aufgefangen werden können. Wir sind gespannt auf den nächsten Auftritt. Der FC Gunzwil empfängt das Zweitplatzierte Perlen-Buchrain am kommenden Samstag, 18. Oktober 2025 um 18.00 Uhr auf der Linden. Hopp Gonzbu!
Bericht FC Sempach: FC Sempach macht Boden gut
Im vergangenen Spiel gegen Eschenbach konnte der FC Sempach in letzter Minute einen Punkt retten und somit das zweite Mal in Folge ungeschlagen bleiben. Doch Verschnaufpause gibt es keine, denn schon steht das Derby gegen den FC Gunzwil an wo wieder Kampf und Wille entscheidend sein werden.
Die Sempacher starten gut in das Spiel und können den Ball sicher in den eigenen Reihen halten. Der FC Gunzwil hält jedoch gut dagegen und so ergibt sich ein Spiel, in welchem sich beide Mannschaften einen intensiven Kampf um jeden Meter Boden liefern. Die Sempacher können auch einige Akzente setzen, werden aber noch nicht zwingend in den Aktionen. Mit dem Lauf der Zeit werden die Sempacher jedoch noch energischer und können sich so kurz vor der 1. Hälfte für einen engagierten Auftritt belohnen. Ramon Graf schraubt sich nach einer präzis getretenen Ecke von Cipolla in die Luft und nickt zum 1:0 ein, was auch gleich der Pausenstand sein sollte.
Nach Wiederanpfiff wollen die Sempacher an der Leistung der 1. Halbzeit anknüpfen, sehen sich aber die ersten Minuten in die Defensive gezwungen. Der FC Gunzwil startet schwungvoller in die 2. Halbzeit und erzeugt viel Druck auf das Sempacher Tor. Die Sempacher überstehen diese Phase jedoch unbeschadet und finden ihrerseits wieder zurück in den Tritt. So erspielen sie sich nun auch immer wieder hochkarätige Torchancen. Dabei wird sogar ein Tor von Emmenegger wegen Abseits zurückgepfiffen. Noch kurioser wird es wenig später. Bühlmann startet perfekt durch, wird mit einem herrlichen Ball bedient und läuft alleine auf das Tor der Gäste zu. Doch plötzlich durchschneidet der Pfiff des Schiedsrichters die greifbare Spannung im Seeland. Im Sprint war der Assistenz aus Versehen auf seinen Knopf gekommen.
Die Sempacher lassen sich davon nicht irritieren und machen weiter. In der 80. Spielminute zeigt das Trainertrio um Kamber, Ineichen und Brun dann, weshalb sie berechtigterweise an der Seitenlinie stehen. Sie wechseln den defensiven Abräumer Tim Tampe ein. Bereits im ersten Angriff schaltet sich dieser offensiv mit ein, wird von Michael Fölmli bedient und lupft den Ball mit seinem schwächeren linken Fuss am herauseilenden Torwart der Gäste vorbei und, mit seinem ersten Ballkontakt, rein ins Glück. Damit hätte fast keiner gerechnet – am wenigsten der Schütze selbst. In der Folge wirft Sempach alles rein, um den Vorsprung zu verteidigen. Gunzwil läuft an, kann sich aber aus dem Spiel heraus keine zwingenden Chancen mehr erspielen. In der 93. Spielminute verkürzen sie durch einen Elfmeter noch zum 2:1. Doch Sempach spielt die letzten Minuten gekonnt herunter und sichert sich so verdient die nächsten immens wichtigen drei Punkte im Derby.
Mit sieben Punkten aus den letzten 3 Spielen konnte das Team aus dem Seeland essenziellen Boden gut machen auf die Konkurrenz. Nun gilt es die Form zu bestätigen am nächsten Samstag. Dort werden die Sempacher bereits vom nächsten harten Gegner auswärts in Sarnen erwartet.
Telegramm FC Sempach – FC Gunzwil 2:1 (1:0)
Seeland – 200 Zuschauende.
Tore: 37. Graf 1:0. 82. Tampe 2:0. 93. Thimo Fleischli 2:1 (Foulpenalty)
Bemerkungen: 20. Lattenschuss Till Fleischli. Gunzwil ohne Bucher, Pervorfi, Bhomjan Tamang, Kramis (alle abwesend oder Aufgebot Junioren), Koch, Fankhauser, Nurmi, Martini (alle verletzt),
Sempach: Grilz; Silas Bühlmann (62. Kilian Bühlmann), Cipolla, Yanick Fölmli, Shala; Risi, Schnider, Graf (62. Müller), Michael Fölmli (91. Rölli); Tola (80. Tampe), Emmenegger (73. Kaufmann).
Gunzwil: Felix; Imbach (87. Dätwyler), Stocker (87. Iwan Rogger), Kronenberg, Marco Rogger (60. Isler); Furrer, Nascimento, Ramundo, Schumacher (60. Lopes); Thimo Fleischli, Till Fleischli.































