An diesem Samstagabend lag einiges in der Luft über dem Fussballplatz in Sachseln. Die Temperaturen erinnerten eher an einen Tag in der Badi als an ein Fussballspiel. Trotzdem fanden rund 80 Zuschauer den Weg auf die Sportanlage und sorgten für einen würdigen Rahmen.
Bereits vor dem Anpfiff wurde es emotional. Mit Gabriel Piliskic und Xhavit Ukshini standen zwei Trainer ein letztes Mal bei einem Heimspiel an der Seitenlinie. Was die beiden in den vergangenen sechs Jahren aufgebaut haben, verdient höchsten Respekt. Nach der Übernahme in der 5. Liga führten sie das Team rasch in die 4. Liga und entwickelten daraus Jahr für Jahr eine Spitzenmannschaft.
Klare Hierarchien, hohe Disziplin und grosses Fussballwissen bildeten die Grundlage. Gleichzeitig entstand eine Mannschaft, die neben dem Platz familiär und herzlich, auf dem Platz aber unangenehm zu bespielen ist. Bereits vor zwei Jahren erreichte das Team die Aufstiegsspiele. Nun bietet sich erneut die Chance, den nächsten Schritt zu machen. Die Geschichte der beiden Trainer ist deshalb noch nicht fertig geschrieben.
Danach rückte der Ball in den Mittelpunkt. Die Ausgangslage war klar. Für den FC Horw b (Croatia Luzern) ging es um die letzte Chance im Kampf gegen den Abstieg. Das Team Sarneraatal a konnte sich mit einem Sieg vorzeitig für die Aufstiegsspiele qualifizieren.
Bei sommerlichen Temperaturen entwickelte sich zunächst ein träges Spiel. Horw präsentierte sich gewohnt robust, zweikampfstark und körperlich überlegen. Die Gäste standen unter Druck, kämpften aber um jeden Ball. Sarneraatal liess sich davon nicht beeindrucken und versuchte geduldig, Ball und Gegner spielerisch laufen zu lassen. Die Belohnung folgte früh. Rodrigo, einer der schnellsten Spieler der Liga, entwischte der Defensive und erzielte das 1:0. Der junge Offensivspieler vereint Tempo, Physis und Dynamik und war während der gesamten Partie kaum zu bremsen.
Die Führung hielt allerdings nicht lange. Horw glich nach einer Standardsituation zum 1:1 aus und sorgte kurzzeitig für Verunsicherung bei den Gastgebern. Doch statt die Ordnung zu verlieren, blieb Sarneraatal seinem Spiel treu. Roberto stellte mit dem 2:1 die Führung wieder her, bevor Captain Jusuf Ibisi auf 3:1 erhöhte. Kurz vor der Pause war erneut Rodrigo zur Stelle und sorgte mit dem 4:1 für eine komfortable Ausgangslage. Mit diesem 4:1 ging es in die Halbzeitpause. Ein beruhigendes Polster auf dem Matchblatt, auch wenn allen klar war, dass bei diesen Temperaturen noch genügend Arbeit auf die Gastgeber wartete.
Auch nach dem Seitenwechsel blieb das Tempo der Hitze angepasst. Die Beine wurden schwerer, die Räume grösser. Horw verkürzte zwar nochmals auf 4:2 und schöpfte kurz Hoffnung. Doch das Team Sarneraatal A hatte an diesem Abend stets die passende Antwort bereit. Allen voran Captain Jusuf Ibisi. Der Topscorer zeigte einmal mehr, weshalb er seit Jahren zu den gefährlichsten Offensivspielern der Liga gehört. Jusuf läuft selten einen Meter zu viel, aber fast immer den richtigen. Mit seinem Gespür für Räume, seinem Timing und seiner Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor erzielte er das 5:2 und wenig später auch das 6:2. Sein Hattrick war die Krönung eines weiteren starken Auftritts des Captains.
Wer nun dachte, Horw würde sich seinem Schicksal ergeben, täuschte sich. Die Gäste stemmten sich bis zum Schluss gegen die Niederlage und wurden für ihren Einsatz mit dem Treffer zum 6:3 belohnt. Überhaupt verdiente sich der FC Horw b (Croatia Luzern) grossen Respekt. Trotz Hitze, Rückstand und schwieriger Tabellensituation spielte das Team mutig nach vorne und gab sich nie auf. So entwickelte sich ein unterhaltsamer Fussballabend, der phasenweise eher an ein Eishockeyresultat erinnerte als an einen klassischen 4.-Liga-Match.
Mit dem Schlusspfiff war die Freude auf Seiten des Team Sarneraatal a gross. Die Qualifikation für die Aufstiegsspiele ist vorzeitig geschafft. Gleichzeitig lebt für Gabriel Piliskic und Xhavit Ukshini die Möglichkeit weiter, ihr gemeinsames Kapitel mit einem Aufstieg zu krönen.
An dieser Stelle bleibt vor allem eines zu sagen: Danke. Danke Gabriel und Xhavit für unzählige Trainings, Besprechungen, Reisen, Diskussionen, Siege und manchmal auch schmerzhafte Niederlagen. Danke für eure Leidenschaft, eure Zeit und euren Glauben an dieses Team. Ihr habt nicht nur Punkte gesammelt und Tabellenplätze verbessert, sondern Menschen geprägt und eine Mannschaft geformt, auf die der gesamte Verein stolz sein kann.
Viele Spieler sind unter eurer Führung nicht nur bessere Fussballer, sondern auch reifere Persönlichkeiten geworden. Was heute auf und neben dem Platz zu spüren ist, trägt eure Handschrift. Doch bevor die grossen Abschiedsworte endgültig ausgesprochen werden, steht noch etwas Wichtiges an. Die Geschichte ist noch nicht zu Ende geschrieben. Die Aufstiegsspiele warten und damit die Chance, ein ohnehin beeindruckendes Kapitel mit einem ganz besonderen Schluss zu versehen.
Der Abend klang anschliessend so aus, wie es im Amateurfussball sein sollte. Beide Mannschaften sassen noch zusammen, zwei Kisten Bier später wurden Geschichten erzählt, Szenen diskutiert und Freundschaften gepflegt. Genau diese Momente machen den Fussball auf regionaler Ebene so besonders. Danke an alle Zuschauerinnen und Zuschauer für die Unterstützung. Es war ein wunderschöner Sommerabend in Sachseln und ein weiterer wichtiger Schritt auf einer Reise, die noch lange nicht zu Ende ist.
Telegramm 4. Liga Team Sarneraatal a – FC Horw b 6:3 (4:1)
Mättli, Sachseln. 80 Zuschauer.
Tore: Santiago Rosaria 1:0, 1:1 (Horw), Cataldi 2:1, Ibisi 3:1, Santiago Rosaria 4:1, 4:2 (Horw), Ibisi 5:2, Ibisi 6:2, 6:3 (Horw).
Team Sarneraatal a: Jasarevic; Rugova, Britschgi, Iten, Raimundo Rodrigues; Dos Santos Urbano, Büchler; Cataldi; Santiago Rosaria, Ibisi (C), Piliskic. Ersatz: Koch, Grisiger, Ukshini, von Moos, Bacher, Della Torre, Stifani. Trainer: Piliskic, Ukshini, von Moos.
FC Horw b: D. Piliskic; Ivankovic, Cukic, Kajinic, Baric; Lazic, Nevistic (C), Mikulic, Vidovic; Eric, Andelic. Ersatz: M. Piliskic, Kolenda. Trainer: Slebur, Kesedzic.
Bemerkungen: Sehr warme Bedingungen. Perfekter Rasen. Torschützen Horw nicht bekannt (Redaktionsschluss).






























