0:12 Tore an einem Tag: FCL und U21 erleben ein Debakel

Die Luzerner U21 Equipe muss zuhause gegen Schaffhausen eine 0:8-Klatsche einstecken (Bild: @christoph.stu).

Für den FC Luzern war der Samstag ein Tag zum Vergessen. Während die erste Mannschaft beim Super-League-Leader Lugano deutlich mit 0:4 verlor, kassierte die U21 zuhause gegen Schaffhausen sogar eine 0:8-Klatsche. Die Bilanz der beiden Teams ist ernüchternd: zwölf Gegentore, kein eigener Treffer und zahlreiche Fragezeichen für die kommenden Wochen.

Besonders der Auftritt der ersten Mannschaft in Lugano gibt Anlass zur Sorge. Der FCL war in der neuen AIL Arena von Beginn an unter Druck und fand kaum Mittel, um dem Tabellenführer Paroli zu bieten. Bereits nach zwölf Minuten gerieten die Luzerner in Rückstand. Auch danach blieben die Tessiner die klar spielbestimmende Mannschaft und hätten bereits vor der Pause deutlicher führen können.

Nach dem Seitenwechsel brachte die Rückkehr von Captain Pius Dorn keine Wende. Luzern gelang es weiterhin kaum, offensive Akzente zu setzen oder den Gegner vor grössere Probleme zu stellen. Stattdessen baute Lugano seinen Vorsprung kontinuierlich aus und feierte letztlich einen auch in dieser Höhe verdienten 4:0-Erfolg. Besonders schmerzhaft aus Luzerner Sicht: Der FCL wirkte über weite Strecken einen Schritt zu spät, in den Zweikämpfen unterlegen und offensiv praktisch harmlos.

Die Niederlage ist auch mit Blick auf die Tabelle brisant. Nach zehn Spieltagen liegt der FC Luzern mit zwölf Punkten lediglich auf Rang acht der Super League. Der Abstand auf die Top 3 beträgt bereits sieben Punkte, während die Abstiegsregion näher gerückt ist. Mit 17 erzielten Treffern verfügt der FCL zwar weiterhin über eine der produktiveren Offensiven der Liga, die 22 Gegentore sind jedoch ligaweit einer der schwächsten Werte. Die deutliche Pleite in Lugano verschärft die ohnehin negative Tordifferenz weiter und verdeutlicht die fehlende Stabilität in der Defensive.

Noch drastischer fiel das Resultat bei der U21 aus. Gegen Schaffhausen geriet das Nachwuchsteam im Leichtathletikstadion Hubelmatt früh ins Hintertreffen und konnte die Partie nie ausgeglichen gestalten. Nach dem Führungstreffer der Gäste brach die Luzerner Defensive regelrecht auseinander, dazu kamen noch unnötige individuelle Fehler. Aus einem 1:0 wurde innert kurzer Zeit ein 4:0, womit die Vorentscheidung bereits vor der Pause gefallen war.

Auch nach dem Seitenwechsel fand die U21 keinen Weg zurück ins Spiel. Schaffhausen blieb dominant und erhöhte das Tempo nochmals. Die Luzerner konnten lediglich Schadensbegrenzung betreiben, während die Gäste Tor um Tor nachlegten. Am Ende stand eine deutliche 0:8-Niederlage, die das Ausmass der Probleme an diesem Nachmittag schonungslos aufzeigte.

Auch tabellarisch präsentiert sich die Situation düster. Die U21 des FC Luzern belegt nach elf Runden mit lediglich sieben Punkten den zweitletzten Platz der Promotion League. Nur Bellinzona liegt noch hinter den Innerschweizern. Mit 27 Gegentoren stellt Luzern eine der anfälligsten Defensiven der Liga, während der Rückstand auf das gesicherte Mittelfeld bereits beträchtlich geworden ist. Das klare Verdikt gegen Schaffhausen, das sich in der Spitzengruppe festgesetzt hat, unterstrich die grosse Differenz zwischen den beiden Mannschaften.

Der FC Luzern muss nach diesem schwarzen Samstag kritisch über die Bücher. Die erste Mannschaft blieb beim Leader ohne Antwort auf dessen Überlegenheit, während die U21 im eigenen Stadion komplett unter die Räder kam. Natürlich dürfen einzelne Resultate nicht überbewertet werden. Dennoch zeigen die beiden Auftritte, dass sowohl in der Super League als auch im Nachwuchsbereich erheblicher Verbesserungsbedarf besteht. Zwölf Gegentore an einem Tag sind für einen Verein mit den Ansprüchen des FC Luzern ein deutliches Warnsignal. Während die erste Mannschaft den Anschluss an die Spitzengruppe zu verlieren droht, kämpft die U21 bereits früh in der Saison gegen den Absturz ans Tabellenende. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob beide Teams eine Reaktion auf diesen schwarzen Samstag finden.

Telegramm FC Lugano – FC Luzern 4:0 (1:0)
AIL Arena, Lugano. – 7’721 Zuschauende. – SR Kanagasingam.
Tore: 12. Dos Santos (Mai) 1:0. 61. Dantas Fernandes (Eigentor) 2:0. 78. Dos Santos (Beckham Castro) 3:0. 87. Moncada (von Ballmoos) 4:0.
Lugano: von Ballmoos; Papadopoulos, Mai (46. Marques), Delcroix; Karimov (73. Kelvin), Grgic, Dos Santos (83. Kendouci), Zanotti; Steffen (57. Beckham Castro), Cimignani; Ajeti (57. Moncada).
Luzern: Letica; Bung Hua Freimann (46. Dorn), Knezevic, Bung Meng Freimann, Dantas Fernandes; Owusu (67. Toggenburger), Zimmermann (83. Winkler), Bertone, Di Giusto; Kabwit (80. Ferreira), Mikolajewski (67. Villiger).
Bemerkungen: Lugano ohne Bislimi, Pihlström (beide gesperrt), Carbone und Cassano (beide verletzt). Luzern ohne Ciganiks (gesperrt), Bieler und Wyss (beide verletzt). – 69. Tor von Karimov

Telegramm FC Luzern U21 – FC Schaffhausen 0:8 (0:4)
Tore: 23. Gegaj 0:1, 27. Del Toro 0:2, 29. Saliji 0:3, 34. Chiappetta 0:4, 54. Chiappetta 0:5, 56. Odutayo 0:6, 59. Campos 0:7, 85. Hanke 0:8. – Luzern U21: Schädeli; Röösli, Gamper, Sadikaj, Xhemalija (46. Graf); Smajic (62. Demi); Diallo (46. Tchuente), Lazri (46. Kalauz), Muff, Knaak (46. Van den Heuvel); Meyer. – Schaffhausen: Rutigliano; Gegaj; Schuler, Soro (69. Kralovec), Wetz (57. Kujovic); Gloor, Rizvic; Saliji (57. Hanke); Chiappetta, Odutayo (57. Campos), Del Toro (57. Volkart). – Verwarnungen: 45. Sadikaj, 50. Wetz. – Schaffhausen ohne Kadima, Ajeti, Babic, Berger, Castroman, Pejic.