Cham fordert den Cup-Titanen Sion bis zur letzten Minute

Die Chamer lieferten sich einen spannenden Cupfight gegen Sion (Bild: Reto Müller).

Der SC Cham hat die nächste Cup-Überraschung nur knapp verpasst. Vor 2159 Zuschauern im Eizmoos boten die Ennetseer dem 13-fachen Cupsieger FC Sion einen leidenschaftlichen Kampf und hielten die Partie bis tief in die Nachspielzeit offen. Am Ende setzte sich der Favorit aus dem Wallis mit 2:0 durch. Das Resultat erzählt jedoch nur einen Teil der Geschichte eines Chamer Cupabends, auf den die Mannschaft trotz der Enttäuschung stolz sein darf.

Schon vor dem Anpfiff war die besondere Atmosphäre im Eizmoos zu spüren. Die Chamer Fans erinnerten mit Asterix und Obelix daran, dass auch ein vermeintlich kleines gallisches Dorf einem übermächtigen Gegner gefährlich werden kann. Und genau diese Rolle nahm Cham gegen Sion an. Zwar bestimmten die Gäste in der Anfangsphase das Geschehen und drängten die Platzherren weit zurück, wirklich gefährlich wurde der Super-League-Vertreter zunächst aber kaum.

Cham hielt mit enormem Einsatz, körperlicher Präsenz und grosser Leidenschaft dagegen. Die Mannschaft von Trainer Pascal Nussbaumer verteidigte konsequent und arbeitete sich mit zunehmender Spieldauer immer besser in die Partie. Nach 26 Minuten gehörte den Gastgebern nach einem Eckball sogar die erste grosse Möglichkeit des Spiels. Nun wurde Cham immer mutiger. Marin Wiskemann versuchte es in der 36. Minute mit einem Aussenristschlenzer, vier Minuten später prüfte Jorge Facal Sion-Torhüter Anthony Racioppi mit einem wuchtigen Abschluss aus rund 25 Metern. Und dann fehlten unmittelbar vor der Pause nur Zentimeter zur grossen Überraschung: Facal nahm den Ball direkt und setzte ihn an die Latte. Statt einer Chamer Führung ging es mit einem 0:0 in die Kabinen.

Nach dem Seitenwechsel brauchte Sion allerdings nur wenige Minuten, um die Partie in seine Richtung zu lenken. In der 48. Minute traf Liam Chipperfield aus rund 22 Metern zum 0:1. Ein bitterer Rückschlag für Cham nach einer starken ersten Hälfte. Doch entschieden war noch lange nichts. Sion erhielt in der 68. Minute nach einem Foul an Rilind Nivokazi einen Penalty. Der Gefoulte trat selbst an, setzte den Ball jedoch neben das Tor. Damit blieb Cham im Spiel und durfte weiter auf den einen Moment hoffen, der das Eizmoos noch einmal hätte zum Kochen bringen können. Die ganz grossen Chamer Möglichkeiten aus der ersten Hälfte liessen sich zwar nicht mehr wiederholen, doch die Partie blieb bis zuletzt spannend. Erst in der 93. Minute beseitigte der eingewechselte Benjamin Kololli mit dem 0:2 die letzten Zweifel und beendete die Chamer Cupreise endgültig.

Was blieb, war zunächst die Enttäuschung über das Ausscheiden. Denn Cham hatte an diesem Abend gezeigt, dass gegen den grossen Favoriten durchaus etwas möglich gewesen wäre. Vor allem der Lattentreffer unmittelbar vor der Pause dürfte noch länger in Erinnerung bleiben. Statt mit einer Führung musste Cham mit einem Unentschieden in die Kabine, ehe Sion kurz nach Wiederbeginn zuschlug. Trotzdem verabschiedet sich der SC Cham erhobenen Hauptes aus dem Schweizer Cup. Nach den Überraschungen gegen Lugano im Vorjahr und gegen den SC Kriens in dieser Saison verlangten die Ennetseer nun auch dem FC Sion alles ab. Cham ist ausgeschieden, aber dieser leidenschaftliche Auftritt vor heimischem Publikum darf durchaus als weiterer besonderer Cupabend im Eizmoos in Erinnerung bleiben.

Telegramm SC Cham – FC Sion 0:2 (0:0)
Stadion Eizmoos. – 2159 Zuschauer. – SR Piccolo.
Tore: 48. Chipperfield (Nivokazi) 0:1. 93. Kololli (Chouaref) 0:2.
Cham: Heller; Heuberger (64. Bieri), Bühler, Niederhauser, Gehrig; Hegglin, Facal (64. Vögele), Bajric (86. Flühmann), Haag (73. Lang); Pasquarelli (73. Tia Chef), Wiskemann.
Sion: Racioppi; Lavanchy, Hajrizi (46. Chipperfield), Kronig, Hefti; Kabacalman, Sow, Berdayes; Chouaref, Nivokazi (85. Surdez), Lukembila (70. Kololli).
Bemerkungen: Cham ohne Kamberi, Wyss und Cornacchini (alle verletzt). Sion ohne Rrudhani und Costa (beide verletzt). 45. (+3) Lattenschuss Facal. 64. Tor von Pasquarelli wegen Abseits aberkannt. 69. Nivokazi verschiesst Foulpenalty. Verwarnungen: 31. Facal (Foul), 58. Berdayes (Ballwegschlagen), 62. Nivokazi (Spielverzögerung), 68. Niederhauser (Foul).