Nach dem 1:1 im 2.-Liga-inter-Spitzenkampf gegen Kickers Luzern muss der FC Hochdorf nach 20 Runden die Leaderposition an den SC Zofingen abtreten. Kickers lauert dicht dahinter.

Die Affiche Spitzenkampf war sicher berechtigt, wenn man in Betracht zieht, was der FC Hochdorf und auch der FC Kickers in der laufenden Saison geleistet haben. Denn zu Beginn dieser Spielzeit wurde den beiden Team nur wenig Kredit gewährt, und diese wurden gar als potenzielle Abstiegskandidaten gehandelt. Vom spielerischen Gehalt her bot dann allerdings das Aufeinander­treffen des Tabellenleaders FC Hochdorf gegen den punktegleichen FC Kickers Luzern eher magere Fussballkost. Die Fans sahen bei diesem «Sauwetter» einen Spitzenkampf, in dem keine grosse Stimmung aufkam und der die Zuschauer auch nicht von den Sitzen riss.

Die erste halbe Stunde absolvierten die beiden Teams «ohne Geschichte». Einzig ein Kopfball von Leandro Nunes Coelho (21.) mit der anschliessenden Parade von Hochdorf-Goalie Patrick Schmidt sorgte für einen Aufreger. Beim Kickers-Führungs­treffer in der 39. Minute war wiederum der Hochdorf-Goalie involviert. Er wollte bei seinem Ausflug ausserhalb des Strafraumes den Ball mit der Brust neutralisieren. Das anschliessende Zuspiel landete aber in den Füssen von Sandro Villiger, der den Ball aus 25 Metern mit einem gefühlvollen Lob im verwaisten Tor versenkte. «Unsere Führung ging sicher in Ordnung, investierten wir doch mehr in die Offensive als Hochdorf», resümiert der Torschütze, der seit Kindsbeinen für den FC Kickers spielt und sich nicht vorstellen kann, je in einem anderen Verein zu kicken.

Hochdorf agierte im ersten Teil der faden Partie viel zu harmlos. Keine Chancen, keine Tore. So mussten die Hochdorf-Fans bis zur 72. Minute warten, ehe auch diese jubeln konnten. Bei der ersten Ballberührung nach seiner Einwechslung köpfelte Manuel Kuchling einen Cornerball von Aidan Uebelmann zum 1:1-Ausgleich ein.

Beide Teams wünschen sich den Aufstieg
Dieser Treffer entfachte endlich das Feuer, welches man von einem Spitzenkampf erwartet hat. «Dieses Gegentor brachte uns etwas von unserem Weg ab», bemängelte der 25-jährige Sandro Villiger. «Wir haben nach diesem Ausgleichstreffer ohne Grund aufgehört, Fussball zu spielen.» Sein Captain-Kontrahent Dario Fankhauser hingegen sah sein Team bis zum Schlusspfiff «nun am Drücker». Ohne allerdings resultatmässig von dieser optischen Überlegenheit profitieren zu können. Er befand: «Das schwierige, regennasse Terrain und der Wind machten für beide Teams das Spiel nicht einfacher.» Aus seiner Sicht erlebte er kontrovers «einen intensiv geführten Spitzenkampf, bei dem beide Teams bemüht waren, diesen zu gewinnen». Und Mittelfeldspieler Sandro Villiger meinte nach Spielschluss: «Der spielerische und technische Gehalt dieses Spitzenkampfes war sicher nicht überwältigend. Aber über die 90 Minuten betrachtet, ist das Unentschieden gerecht.»

Trotz dem «Schock» mit dem Wegzug von Trainer Remo Meyer als Sportkoordinator zum FC Luzern will man beim FC Hochdorf und auch beim FC Kickers die gute Ausgangslage weiter nützen. Denn der Kampf um den Aufstiegsplatz ist für beide Teams weiter offen. «Wenn wir die Chance bekommen, aufzusteigen, dann wollen wir diese auch packen. Welcher Spieler möchte nicht gerne einmal in der 1. Liga spielen», sprühen beide Teamcaptains nur so vor Tatendrang.

Telegramm FC Hochdorf – FC Kickers Luzern 1:1 (0:1)
Arena. – 250 Zuschauer. – SR Ibraimi. – Tore: 39. Villiger 0:1. 72. Manuel Kuchling 1:1. – Hochdorf: Schmidt; Bucheli, Meyer, Schumacher, Uebelmann; Jost, Loshaj (71. Ates), Fankhauser, Voelker; Wildisen (71. Manuel Kuchling), Vogel (58. Rajic). – Kickers: Beganovic; Vono, Presas, Glatt, Kisungu (46.Opoku); Manuel, Abaidia (84. Fischer), Villiger, Kistler; Nunes, Aneas (66. Peric).