
Der FC Winterthur bezwingt Kriens vor 3’100 Zuschauern im Kleinfeld mit 5:0 und steigt dank Schützenhilfe von Vaduz in die Super League auf.
Fans feiern auf dem Rasen
Minutenlang harrten die Gästefans aus Winterthur aus. Denn trotz Schlusspfiff im Stadion Kleinfeld war der Aufstieg noch nicht besiegelt. Im Parallelspiel in Aarau war die über sechsminütige Nachspielzeit noch im Gange und die Aargauer drückten auf den eminent wichtigen Ausgleich – doch dieser kam nicht. Und so brachen in Kriens um 22:09 Uhr alle Dämme: Weder der Stadion-Speaker noch die bemühten Sicherheitskräfte konnten den wohlersehnten Platzsturm verhindern. Das Feld füllte sich mit den über 2’000 angereisten Fans aus Winterthur, weitere farbenfrohe Bengalos wurden gezündet und die ersten Bierduschen verteilt.

Das Kleinfeld entwickelte sich spätestens jetzt zu einer Feststätte der Winterthurer. Die Freude über die Erstklassigkeit nach langen 37 Jahren kannte keine Grenzen. Eine halbe Stunde später erreichte der Challenge-League-Pokal die Hände von Captain Granit Lekaj. Unter tosendem Jubel und goldenem Konfetti stemmte er die Trophäe in den Nachthimmel. Um 23:00 Uhr verliessen schliesslich die Gästefans sporadisch das Kleinfeld, um die Sonderbusse und einen der zwei Extrazüge noch zu erreichen. Das Aufstiegsfest verlagerte sich so weiter in Richtung Winterthur. «Unbeschreiblich», sagte Verteidiger Roy Gelmi. «Die ganze Stadt stand die ganze Saison hinter uns!» Trainer Alex Frei hatte im Interview mit «blue Sport» Tränen in den Augen. «Es gibt einen Fussball-Gott», freute sich der Nati-Rekordtorschütze.
Überlegene Winterthurer
Der Spielverlauf an sich ist dabei schnell erzählt. Das Motto «Alles chan, nüt muess – belohned eu!» der Winterhurer Fans, konnte auf beide Mannschaften übertragen werden. Denn die Krienser wehrten sich – wie so oft in vielen Partien der Saison – gut gegen einen spielerisch starkes Kollektiv und kamen auch zu mehreren sehenswerten Chancen. Doch ein positives Ergebnis zum Abschluss wollte nicht gelingen. Denn Winterthur agierte in der Offensive effizient und war bereits nach einer halben Stunde mit 2:0 in Front. Auch nach dem Seitenwechsel war die Mannschaft von Alex Frei überlegen und unterstrich mit drei weiteren Toren eine gute Leistung. Schlussendlich ertönte mit einem Endstand von 0:5 der Schlusspfiff im Stadion Kleinfeld.
Für eine Überraschung sorgte am Abend Schaffhausen. Sie stehen nach einem 2:1 Sieg gegen Yverdon in der Barrage. Aarau ist nach einer 1:2 Niederlage gegen Vaduz draussen, zwar punktgleich mit Winterthur und Schaffhausen, aber mit der schwächsten Tordifferenz in der Tabelle dastehend.

Kriens in der Promotion League
Seit Freitag ist es offiziell, die AC Bellinzona erhält die Challenge-League-Lizenz, damit spielt der SC Kriens nächste Saison definitiv in der Promotion League. SCK-Geschäftsführer Thomas Tobler: «Wir wollen auf dem Platz beweisen, dass wir wieder in die Challenge League gehören. Wir haben vor einigen Wochen mit den sportlichen Planungen für die Promotion League begonnen und immer daran festgehalten. Nun werden wir mit viel Energie und viel Zuversicht daran arbeiten, dass es wieder aufwärts geht. Die Promotion League ist für uns momentan die wohl bessere Liga, um wieder etwas aufzubauen.»
Telegramm SC Kriens – FC Winterthur 0:5 (0:2)
Kleinfeld. – 3100 Zuschauer. – SR Von Mandach.
Tore: 26. Buess 0:1. 32. Ltaief 0:2. 61. Buess 0:3. 75. Alves (Foulpenalty) 0:4. 85. Demhasaj (Foulpenalty) 0:5.
Kriens: Neuenschwander; Urtic (64. Costa), Isufi (46. Alessandrini), Goelzer, Busset; Lang (46. Sukacev), Aliu, Yesilçayir (46. Bürgisser), Balaruban; Avdijaj (67. Marleku), Mulaj.
Winterthur: Spiegel; Gonçalves, Lekaj, Gelmi, Diaby; Corbaz (76. Dakaj), Abedini (76. Arnold); Tushi (80. Chiapetta), Alves, Ltaief (66. Manzambi); Buess (66. Demhasaj).
Bemerkungen: Kriens ohne Sessolo (verletzt) und Mistrafovic (gesperrt). Winterthur ohne Ballet, Pepsi, Cavar, Costinha (alle verletzt) und Ramizi (gesperrt). Verwarnungen: 27. Mulaj, 74. Alessandrini, 84. Neuenschwander (Fouls).





























