
Am Samstagabend mussten die Küssnachter Fussballerinnen Auswärts beim direkten Konkurrenten FC Oerlikon ran. Das Team von Trainer Remo Zwyssig dominierte das Spiel über 90 Minuten in nahezu allen Kategorien, lieferte eines seiner besten Saisonspiele ab und musste sich am Ende trotzdem mit 1:2 geschlagen geben.
Bereits das dritte Spiel in der Platzierungsrunde Samstag in Oerlikon hätte womoglich ein wegweisendes sein können. Beide Teams stecken dank schwerer Personalnot im Abstiegskampf, ein Sieg wäre für beide ein vorläufiger Befreiungschlag, eine Niederlage würde die Situation verschärfen. Remo Zwyssig nahm im Vergleich zum 1:1 gegen Solothurn am vergangenen Wochenende drei Änderungen vor: Seraina Hofstetter und Livia Zimmermann spielten für Sara Meyer und Marina Camenzind, zusätzlich gab Stephanie Erne ihr Comeback im FCK-Dress.
Erne kontert Bosshard
Die bessere Startphase erwischten zunächst die FCK-Frauen, übernahmen im griffigen 4-3-3 die Kontrolle über das Mittelfeld, sammelten Spielanteile und Sicherheit. Die erste Aufreger-Szene kam in der 15. Minute als Teutë Ameti im Strafraum der Gastgeberinnen hart angegangen wurde, die Schiedsrichterin entschied jedoch zum Unmut der Küssnachterinnen nicht auf Strafstoss. Stattdessen ging es mit einem Gegenangriff des FC Oerlikon weiter. Die FCK-Abwehr bekam dabei den Ball trotz mehrerer Versuche nicht geklärt und Bosshard netzte aus dem nichts zum 1:0 ein. Danach gingen die Küssnachterinnen höheres Risiko mit einem aggressiven Angriffspressing. Das zeigte sofort Wirkung: Die Küssnachter Fussballerinnen verzeichnete viele Ballgewinne tief in der gegnerischen Hälfte und schlossen danach meist auch relativ schnell ab.
Die Schüsse waren jedoch meist zu ungenau oder unscharf um wirklich für Gefahr zu sorgen. In der 32. Minute änderte sich das. Stephanie Erne setzte einen Freistoss aus guter Position erst in die Mauer, der Ball prallte jedoch zu ihr zurück und ihr zweiter Versuch schlug am rechten Pfosten zum 1:1 ein. Die Küssnachterinnen hatten danach klar das Kommando, drückten die Zürcherinnen in die eigene Hälfte und bearbeiteten sie dort weiter mit Pressing. Trotz mehrerer Versuche liess sich die Führung jedoch nicht erzwingen und so ging es mit 1:1 in die Kabine.
Täglich grüsst das Murmeltier
Zu Beginn des zweiten Durchgangs kam Silja Ulrich für die angeschlagene Andrea Schuler in Spiel, ansonsten änderte sich wenig. Der FCK presste, dominierte, der zweite Treffer fiel jedoch nicht. Die beste Chance dieser Phase hatte Silja Ulrich mit einem Schuss aus halbrechter Position im Strafraum, verfehlte dabei allerdings das Tor. In der 62. Minute war Stephanie Erne frei durchgestartet und versenkte den Ball auch ohne Probleme im Tor, wurde jedoch wegen einer vermeintlichen Abseitsposition zurückgepfiffen. Der FC Oerlikon hatte das Spiel bis dahin mehr oder weniger über sich ergehen lassen, hatte kaum Antworten bereit gehabt aber dennoch im Spiel. Während den Gästen die Kräfte ausgingen wurde Oerlikon langsam besser. Allerdings nur marginal, denn auch wenn nun nicht mehr jeder Konter von den FCK-Frauen im Kaim erstickt wurde, hielt sich der Offensivdrang der Gastgeberinnen in Grenzen.
In der 80. Minute rutschte Eva Beck eine Flanke über den Spann, was diese allerdings erst richtig scharf machte. Der Ball flog an Freund, Feind und Torhüterin Livia Zimmermann vorbei, um anschliessend am kurzen Pfosten zum 2:1 einzuschlagen. Die FCK-Frauen waren nun gezwungen alles nach vorne zu werfen, stellten auf eine defensive Dreierkette um und rannten mit letzter Verzweiflung an, um sich wenigstens einen Punkt zu sichern. In dieser Phase entstanden so mehrere hochkarätige Möglichkeiten, die jedoch alle ungenutzt blieben und so gingen die Küssnachterinnen einmal mehr leer aus.
Telegramm FC Oerlikon/Polizei – FC Küssnacht 2:1(1:1)
Neudorf, Oerlikon– 209 Zuschauer – Tore: 18. Bosshard 1:0 32. Erne 1:1. 80. Beck 2:1– FC Oerlikon: Voit; Forêt, Akyol, Beck, Nobili; Pedrazzini, Isufi, Winter; Staub, Erkol, Bosshard (Donati, Egli, Benslama)– FC Küssnacht: Livia Zimmermann (TH); Hofstetter, Livia Zimmermann, Pirker, Hongler; Lourenco, Caluori, Meister; Ameti, Erne, Schuler (Camenzind, Meyer, Merz, Ulrich, Ioanna, Künzli).

























