Rotkreuz glückt gegen Münsingen der Befreiungsschlag

Rotkreuz setzt sich zuhause durch (Archivbild: Ruth Carbone).
Anzeige

Es ist neblig und kalt. Das Spiel zwischen Rotkreuz und Münsingen plätschert dahin und neigt sich dem Ende entgegen. Die wenigen Zuschauer*innen frieren. Aber plötzlich wird es richtig spannend, sogar dramatisch. Am Ende eines Dramas sind jedoch nie alle glücklich.

Nach einer inzwischen über zwei Monate andauernden Durststrecke ist die 1.Mannschaft des FC Rotkreuz unter Druck. Dennoch tritt das Team von Trainer Skrzypczak von Spielbeginn an entschlossen auf. Nachlässigkeiten oder halbherziger Einsatz werden von den Mitspielern nicht geduldet und klar und unmissverständlich kommuniziert. Rotkreuz erarbeitet sich einige erfolgsversprechende Möglichkeiten, doch scheitern zweimal Krasniqi und Rodrigues Nunes. Einen tückischen Aufsetzer von Stephan wehrt Gästehüter Hunziker mit einem wachen Reflex ab. Münsingen ist mehr in Ballbesitz, kommt aber nur nach Fehlern auf Rotkreuzer Seite zu Abschlussversuchen.

Nach dem Seitenwechsel wird das Spiel hektischer. Einige rüde Foulspiele werden nicht oder zu spät geahndet. Es kommt immer wieder zu strittigen Szenen, wobei der Referee nicht souverän genug auftritt, um Ruhe hineinzubringen zu können. Spielerische Highlights sind rar. Auf Rotkreuzer Seite hat der äusserst engagierte Krasniqi bei seinen Abschlussversuchen mehrmals Pech. Münsingens Dangubic scheitert am glänzend reagierenden Ngongo, Bauer schiesst aus ausgezeichneter Abschlussposition weit über das Tor. Als sich ein Unentschieden abzuzeichnen scheint, übernehmen die Torhüter die Regie und machen aus dem Spiel ein Drama. In der 79. Minute schiesst Stephan aus halblinker Position aufs Tor. Gästehüter Hunziker ist mit beiden Händen am Ball, doch lässt er diesen ins Tor abklatschen. Münsingen muss nun alles nach vorne werfen, wenn es den Ausgleich noch erzielen will. So kann das Heimteam das machen, was es liebt: auf Konter spielen.

Anzeige

Molliqai und Maroufi verpassen aber ausgezeichnete Möglichkeiten, die Führung auszubauen. Trotzdem scheint der Sieg im Trockenen zu sein, als Ngongo in der 94. Minute beim vermeintlich letzten Münsinger Angriff einen Flankenball unterläuft, sodass Sablatnig unbedrängt per Kopf zum 1:1 ausgleichen kann. Konsternation auf Rotkreuzer Seite. Wieder kein Sieg! Der Schiedsrichter pfeift aber nach Wiederaufnahme des Spiels nicht gleich ab. Rotkreuz befördert das Leder nach vorne. Krasniqi erobert den Ball, lässt sich nicht abdrängen und schiesst Richtung Tor. Der Ball prallt ab, Allou staubt ab und schiebt den Ball ins Tor. Und wieder sieht der Gästehüter alles andere als glücklich aus. Gemäss «ABBA» bedeutet dies für Rotkreuz: «The winner takes it all», für Münsingen hingegen: The loser’s standing small».

Fazit
Die Talfahrt der 1. Mannschaft des FC Rotkreuz ist gestoppt. Mit welchen Mitteln? Einsatzbereitschaft, Wille, (wieder) zügig über mehrere Stationen zu spielen, Glaube daran, das Glück auf seine Seite zwingen zu können. Mit diesem Sieg dürfte für die beiden verbliebenen Auswärtsspiele der Vorrunde das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten erheblich gestärkt worden sein.

Vorschau

  • Samstag, 16.11., 19:00, FC Prishtina Bern – FC Rotkreuz
  • Sonntag, 24.11., 15:00, FC Besa Biel/Bienne – FC Rotkreuz
  • Samstag, 22.02.2025, 16:00, FC Rotkreuz – FC Schötz

Telegramm FC Rotkreuz – FC Münsingen 2:1 (0:0)
Sportpark Rotkreuz, Bugel-Arena, 150 Zuschauende
Schiedsrichter: Yannick Carrard
Tore: 01. Joël Stephan 1:0, 94. Raffael Sablatnig 1:1, 95. Nahuel Allou 2:1
Verwarnungen: Moor, Krasniqi, Latifi, Maroufi (alle RC Rotkreuz); Dangubic (FC Münsingen)
FC Rotkreuz: Ngongo; Bonthuis, Selmanaj (35. Sacirovic), Latifi, Ramadani; Wellington Dos Santos (71. Allou), Stephan, Moor, Malbasic (71. Maroufi); Rodrigues Nunes (82. Molliqai), Krasniqi (C)
FC Münsingen: Hunziker, Stauffiger, Sablatnig (C), Michel, Rothen; Bauer, Fryand (84. Indermühle), Marques, Fuhrer (73. Läubli); Dangubic, Cakaric.