Stirbt die Kategorie der A-Junioren auch im IFV-Gebiet aus?

Soccer game near the goal with an orange-clad goalkeeper jumping to punch the ball away amid white and yellow players nearby.
Die nun zurückgezogene Mannschaft SV Meggen-Adligenswil A im letzten Spiel gegen den FC Baar (Bild: REGIOfussball.ch).

Mit der Veröffentlichung der Herbstrunden-Gruppe 2026/27 wird das Ausmass des Rückgangs bei den A-Junioren im Gebiet des Innerschweizer Fussballverbandes (IFV) deutlich sichtbar: Gerade noch neun Teams sind für die Meisterschaft gemeldet.

Nach dem Last-Minute Rückzug der A-Junioren der SV Meggen-Adligenswil verbleiben nur noch Emmenbrücke United, FC Baar, die SG Malters/Wolhusen, Team OG Kickers, FC Gunzwil, FC Schattdorf, Team Wiggertal, SC Emmen A-Futuro und der FC Perlen-Buchrain. Alle Mannschaften spielen dadurch gemeinsam in einer einzigen kleinen Youth-League-Gruppe.

Die Entwicklung kommt nicht überraschend. Seit Jahren kämpfen viele Vereine mit sinkenden Spielerzahlen in den ältesten Juniorenkategorien. Verstärkt wird diese Tendenz durch die jüngste Nachwuchsreform des Schweizerischen Fussballverbandes (SFV), welche den Vereinen mehr Flexibilität ermöglichen und den Übergang in den Aktivfussball vereinfachen soll.

Seit dieser Saison können in der Kategorie A Spieler der Jahrgänge 2006 bis 2008 eingesetzt werden. Besonders markant ist jedoch die Überschneidung der Altersklassen. So dürfen 18-Jährige sowohl bei den A- als auch bei den B-Junioren spielen. Gleichzeitig wurde auf die Saison 2025/26 die Altersgrenzen erweitert, sodass Spieler länger im Juniorenfussball verbleiben könnten.

Genau hier sehen jedoch viele Beobachter den Widerspruch. Während die Reform einen sanfteren Übergang in den Aktivbereich anstrebt, wechseln talentierte Spieler oftmals bereits im B-Junioren-Alter in Aktivmannschaften. Dadurch verlieren die A-Junioren zunehmend ihre Bedeutung als letzte Ausbildungsstufe vor dem Erwachsenenfussball.

Für zahlreiche Vereine wird es zudem immer schwieriger, genügend Spieler für eigenständige A-Junioren-Teams zu finden. Die Folge sind Spielgemeinschaften, Zusammenlegungen oder Rückzüge. Bereits heute besteht die einzige A-Junioren-Meisterschaft des IFV nur noch aus neun Mannschaften. Eine zweite Leistungsklasse oder regionale Unterteilung ist längst nicht mehr möglich.

Die Frage drängt sich deshalb auf, ob die Kategorie der A-Junioren in ihrer heutigen Form überhaupt noch eine Zukunft hat. Andere Regionalverbände haben diesen Schritt bereits vollzogen. Im Gebiet des Fussballverbands Bern/Jura wird auf eine klassische A-Junioren-Meisterschaft bereits verzichtet. Zudem gibt es Vereine, die ihre A-Junioren als eigene Mannschaft im Aktivbereich melden und dort die Meisterschaft spielen.

Sollte sich der aktuelle Trend fortsetzen, könnte die Saison 2026/27 eine der letzten Spielzeiten mit einer eigenständigen A-Junioren-Meisterschaft im IFV sein. Die sinkenden Teamzahlen, die zunehmende Integration jüngerer Spieler in Aktivmannschaften und die Auswirkungen der SFV-Reform lassen zumindest Zweifel aufkommen, ob die Kategorie im Jahr 2027/28 überhaupt noch bestehen wird.

Der IFV steht damit vor einer zentralen Herausforderung: Wie kann Jugendlichen zwischen Nachwuchs- und Aktivfussball weiterhin eine attraktive Entwicklungsplattform geboten werden? Die kommenden Jahre dürften entscheidend dafür sein, ob die A-Junioren eine Zukunft haben – oder zu einer Fussballkategorie werden, die in der Innerschweiz langsam verschwindet.