Neue SFV-Regel: Disziplinarstrafen bleiben künftig intern

Referee in black shorts with neon trim holding an orange card during a soccer match, with a blue-player nearby.

Mit Beginn der Saison 2026/27 tritt im Schweizer Amateurfussball eine bedeutende Änderung in Kraft: Sperren, Funktionsverbote und weitere Disziplinarstrafen können nicht mehr öffentlich eingesehen werden. Der Schweizerische Fussballverband (SFV) hat seine Praxis per 1. Juli angepasst und beschränkt den Zugang zu diesen Informationen künftig auf die zuständigen Vereinsfunktionäre im geschützten Bereich von Clubcorner.

Bis anhin konnten Interessierte auf den Plattformen der Regionalverbände nachvollziehen, welche Spieler oder Funktionäre aktuell gesperrt sind und wie lange die Sanktionen dauern. Diese Transparenz fällt nun weg. Die entsprechenden Informationen stehen ausschliesslich den direkt beteiligten Vereinen zur Verfügung.

Hintergrund der Änderung sind datenschutzrechtliche Überlegungen sowie der Schutz der Persönlichkeitsrechte der betroffenen Personen. Der SFV begründet den Schritt damit, dass in den vergangenen Jahren die Anforderungen an den Umgang mit personenbezogenen Daten deutlich gestiegen seien. Zudem hätten entsprechende Anliegen aus dem Breitenfussball zugenommen.

Die neue Regelung sorgt jedoch auch für Diskussionen. Kritiker befürchten, dass schwere Verfehlungen auf und neben dem Spielfeld künftig weniger sichtbar werden. Gerade bei längeren Sperren konnten Beobachter bislang erkennen, dass schwerwiegendere Verstösse gegen Reglemente oder Verhaltensrichtlinien vorlagen. Die öffentliche Nachvollziehbarkeit solcher Fälle wird nun eingeschränkt.

Auch im Gebiet des Innerschweizer Fussballverbandes (IFV) dürfte die Anpassung Auswirkungen haben. Vereine, Spieler, Medien und interessierte Zuschauer erhalten künftig weniger Einblick in laufende Disziplinarverfahren und ausgesprochene Sanktionen. Gleichzeitig bleibt die Verantwortung bei den Vereinen, ihre Spieler und Funktionäre über bestehende Sperren und Massnahmen zu informieren.

Für die Öffentlichkeit soll dennoch eine gewisse Transparenz gewährleistet bleiben. Der SFV plant weiterhin, anonymisierte Statistiken und Auswertungen zum Fairplay- und Disziplinarwesen zu veröffentlichen. Dadurch sollen Entwicklungen und Trends im Schweizer Amateurfussball sichtbar bleiben, ohne dabei personenbezogene Daten offenzulegen.