Der FC Gunzwil kassiert zuhause gegen Rothenburg die 2. Niederlage in Folge. Die Michelsämter verpassen einen Sieg durch zwei Geschenke in der Schlussphase, jedoch ist der Sieg der Gäste verdient aufgrund der Spielanteile und Anzahl gefährlicher Aktionen. Am kommenden Wochenende geht es für die Bolliger-/Erni-Elf zum Leader nach Goldau.
Rothenburg spielt, Gunzwil trifft
Vor einer tollen Kullisse und bei besten Bedingungen an einem schönen frühsommerlichen Abend auf der Linden pfiff Schiedsrichter Bullakaj die Partie pünktlich an. Die Startviertelstunde konnte offensivtechnisch unter beidseitigem Abtasten abgebucht werden, wobei man schon jetzt merkte, dass die Gäste aus Rothenburg dringender auf die Punkte angewiesen sind als Gunzwil. Exakt nach 15 Minute lancierten die Gäste den ersten gefährlichen Angriff über die linke Seite, aber Matteo die Berardino hatte das Visier noch zu wenig genau eingestellt. Rothenburg blieb in der folgenden Phase griffiger und kam in der 21. Minuter zu einer absoluten Topchance, welche jedoch fast ein bisschen kläglich vergeben wurde. Allerdings ging der Aktion ein mögliches Foul an Isler voraus. Gunzwil hat Mühe in das Spiel zu finden und taucht bis dahin kaum in der Offensive auf. Dies ändert sich in der 25. Minute, als Isler mit einem seiner bekannten Schüsse zum ersten Mal Marty im Tor der Gäste prüft. In der darauffolgenden Ecke reagiert Koch am Schnellsten auf einen Abppraller und bringt gelb-schwarz praktisch aus dem Nichts mit 1:0 in Front.
Der Treffer gibt dem Heimteam ein bisschen Auftrieb und fortan können die Michelsämter ein bisschen besser mithalten, obschon immer noch Rothenburg die Zügel in der Hand hält. In der 31. Minute werden die Bemühungen der Gäste mit dem Ausgleich zum 1:1 durch Davide di Berardino belohnt. Rothenburg bleibt am Drücker und kommt in der 36. Minute zur nächsten Topchance durch Amir, aber Süess pariert glänzend. Gleich danach kam Furrer auf der Gegenseite zu einer guten Chance nach Vorarbeit von Fankhauser, aber auch dort war Marty zur Stelle. In der 39. Minute zog Furrer plötzlich «verdächtig» alleine auf Marty zu und vollendete zur 2:1-Führung. Auf den ersten Blick klar abseits, aber der Linienrichter stand eigentlich gut und liess weiterspielen. Sicherlich Glück dabei für Gunzwil. Kurz vor der Pause kamen die Gäste nochmals zu einem letzten Abschluss, aber Gunzwil konnte die knappe Führung in die Kabine retten. Sicher eher eine schmeichelhafte Führung aufgrund der Anzahl und Qualität an Chancen für die spielerisch überzeugenden Rothenburger.
Rothenburg dreht die Partie
Die 2. Halbzeit konnte vorweg gesagt nicht mehr ganz an die Qualität der 1. Hälfte herankommen. Rothenburg blieb aber am Drücker und kam kurz nach Wiederanpfiff zu den nächsten Szenen im Strafraum. In der 56. Minute kam Gunzwil durch Isler zur ersten nennenswerte Chance in der 2. Halbzeit. Anschliessend übernahm Rothenburg wieder das Zepter, tat sich aber ebenfalls schwer zu diesem Zeitpunkt. Die Gäste rannten zwar an, kamen aber kaum noch zu gefährlichen Aktionen in der offensiven Zone. Wiederum praktisch aus dem Nichts kam Gunzwil in der 71. Minute zu einer gefährlichen Möglichkeit, aber Furrer und Nurmi konnten nach einer schönen Flanke in der Mitte nicht vollenden. Nur zwei Minuten später profitierte Matteo di Berardino von einem Stolperer in der Michelsämter Defensive zum dümmsten Zeitpunkt. Der Rothenburger Stürmer liess sich nicht zweimal bitten und schob locker zum 2:2-Ausgleich an Süess vorbei.
Rothenburg drückte nun nochmals aufs Gaspedal und kam in der Schlussphase zu zwei nächsten Chancen, während Gunzwil noch eine Chance zum verzeichnen hatte. In der 89. Minute kamen die Gäste dann zu einem eher schmeichalhaften Freistosspfiff aus guter Position. Pietro di Berardino setzte denn Ball und bugsierte das Spielgerät Richtung Tor und Süess schien den Ball bereits zu haben, aber der Ball rutschte dem sonst so starken Rückhalt doch noch durch die Hände und die Gäste bejubelten frenetisch den 2:3 Führungstreffer. Damit hatten alle drei Di Berardino-Brüder getroffen. Auf diesen Rückschlag konnte Gunzwil nicht mehr reagieren und Rothenburg durfte drei verdiente Punkte mitnehmen. Die Michelsämter werden sich ärgern, da durch zwei «Geschenke» mögliche Punkte vergeben wurden. Süess war nach dem Spiel untröstlich, aber der Gunzwiler Schlussmann verhinderte mit seinen Paraden eine frühere Entscheidung in dieser Partie.
Gunzwil muss und will wieder in die Spur kommen
Nach dem überragenden Auftakt in die Rückrunde sind die Michelsämter jetzt wieder auf dem Boden der Realität angekommen. Konnten zuletzt enge Spiele dank einer tollen Mentalität, Kampf und Einsatzbereitschaft am Schluss noch gedreht werden, fehlten diese Attribute vor allem heute Abend und so durfte man sich nicht über die verpassten Punkte beklagen. Die Michelsämter müssen nun wieder einen Gang höher schalten, damit man die Saison im oberen Tabellendrittel abschliessen kann. Die Grundlage dafür wird in den Trainings gelegt und dort braucht es nun eine Top-Woche, denn am kommenden Wochenende kommt es auf dem Papier zur aktuell schwierigsten Aufgabe mit dem Gastspiel beim Leader aus Goldau. Es braucht also einen Leistungssteigerung, damit Punkte bei den «Tierpärklern» aus dem Kanton Schwyz möglich sind. Anpfiff ist am Samstag, 9. Mai um 18.00 Uhr auf dem Sportplatz Tierpark in Goldau. Hopp Gonzbu!
Telegramm FC Gunzwil – FC Rothenburg 2:3 (2:1)
Linden – 350 Zuschauende. SR: Anton Bullakaj.
Tore: 26. Koch 1:0. 33. Davide di Berardino 1:1. 40. Furrer 2:1. 73. Matteo die Berardino 2:2. 89. Pietro di Berardino 2:3.
Bemerkungen: Gunzwil ohne Kronenberg, Till Fleischli (beide gesperrt), Stocker, Thimo Fleischli, Nascimento, Bhomjan Tamang und Borges.
Gunzwil: Rafael Süess; Imbach (60. Schumacher); Jurt, Marco Rogger, Bucher; Furrer, Ramundo, Luca Süess (84. Pervorfi), Fankhauser (90. Friedli); Isler (77. Iwan Rogger), Koch (70. Nurmi).
Rothenburg: Marty; Moura de Franca; Wiliner, Prud’Homme, Jan Portmann; Pietro di Berardino (90. Durand), Davide di Berardino (85. Eberle), Wildisen; Andrin Portmann (73. Loser), Matteo Di Berardino, Amir (68. Schnider).
































