Küssnacht fordert Winterthur auf der Schützenwiese alles ab

Starke Leistung im letzten Spiel der Küssnachterin Tabea Donauer (Bild: topsportfotografie.ch).

Die Frauen des FC Küssnacht a/R trennen sich im dritten Platzierungsspiel auswärts vom FC Winterthur mit 1:1 (0:0). Vor einer eindrücklichen Kulisse von 450 Zuschauern zeigte Küssnacht eine starke, couragierte Leistung und verdiente sich den Punktgewinn auf der Schützenwiese.

Offene erste Halbzeit mit Chancen auf beiden Seiten
Die Partie fand am Muttertag im traditionsreichen Stadion Schützenwiese statt. Vor dem Anpfiff liefen beide Teams gemeinsam mit ihren Müttern ins Stadion ein – ein besonderer und schöner Moment im Rahmen der Begegnung. Auf dem Platz setzte Winterthur bereits in der Startminute ein erstes Zeichen und kam über die Aussenbahn früh zu einem gefährlichen Abschluss. Küssnacht liess sich davon jedoch nicht beeindrucken und fand rasch besser in die Partie. Bereits in der 7. Minute kombinierte sich der FCK über die linke Seite sehenswert nach vorne, ehe Schilliger den Abschluss knapp neben das Tor setzte. Die Partie entwickelte sich in der Folge zu einem offenen Spiel mit Vorteilen für Küssnacht im Spielaufbau. Die Gäste agierten spielbestimmend, leisteten sich jedoch noch zu viele technische Fehler im letzten Drittel. Winterthur versuchte seinerseits nach Ballgewinnen schnell umzuschalten und vor allem mit langen Bällen auf die schnelle Offensive gefährlich zu werden.

In der 13. Minute zeigte Torhüterin Lina Mil ihre Aufmerksamkeit, als sie weit ausserhalb des Strafraums einen langen Ball per Kopf klärte und damit einen gefährlichen Vorstoss von Winterthurs Topskorerin Van Niekerk entschärfte. Küssnacht kam im Verlauf der ersten Halbzeit immer wieder zu guten Umschaltmomenten und setzte insbesondere über die schnellen Aussenbahnen offensive Akzente. Die beste Möglichkeit der ersten Halbzeit gehörte in der 39. Minute erneut den Gästen: Nach einem Ballgewinn in der eigenen Hälfte wurde Schilliger ab der Mittellinie steil geschickt, zog alleine aufs Tor los und setzte ihren Abschluss nur knapp am Gehäuse vorbei. Die Küssnachter Defensive stand kompakt und konnte alle vielversprechenden Angriffe unterbinden. So ging es nach einer intensiven ersten Halbzeit torlos in die Pause.

Küssnacht dreht nach Rückstand auf
Nach dem Seitenwechsel trat Küssnacht noch mutiger auf und erspielte sich innert kurzer Zeit mehrere hochkarätige Möglichkeiten. Bereits kurz nach Wiederbeginn lief Studer alleine auf das Winterthurer Tor zu, verfehlte mit ihrem Abschluss jedoch knapp die Führung. In der Folge erhöhte Küssnacht den Druck weiter und kam innerhalb weniger Minuten zu mehreren guten Abschlüssen, die entweder zu ungenau ausfielen oder von der Winterthurer Torhüterin entschärft wurden. In der 56. Minute fiel dann trotz der starken Phase der Gäste die Führung für Winterthur: Über die linke Seite setzte sich eine Flügelspielerin durch und legte den Ball zur Mitte, wo La Bella zum 1:0 einschob. Küssnacht zeigte jedoch eine starke Reaktion und blieb spielbestimmend.

In der 65. Minute gelang Donauer nach einem sehenswert herausgespielten Angriff über mehrere Stationen zwar der vermeintliche Ausgleich, der Treffer wurde wegen einer Abseitsposition jedoch aberkannt. Für das Küssnachter Eigengewächs Donauer, die gegen Winterthur ihr letztes Spiel für den FCK bestritt, wäre es ein ganz besonderer Abschiedstreffer gewesen. Nur drei Minuten später tauchte Studer erneut alleine vor dem Tor auf, konnte diese Grosschance jedoch ebenfalls nicht nutzen. Der längst verdiente Ausgleich fiel schliesslich in der 69. Minute: Donauer legte den Ball ausserhalb des Strafraums clever auf Schilliger ab, die mit einem satten Abschluss unter die Latte zum 1:1 traf. Auch in der Schlussphase blieb Küssnacht offensiv die gefährlichere Mannschaft und suchte den Siegtreffer, der angesichts der Spielanteile und Chancen durchaus verdient gewesen wäre.

Verdienter Punktgewinn fühlt sich fast zu wenig an
Küssnacht zeigte insbesondere in der zweiten Halbzeit eine starke und mutige Leistung und war über weite Strecken die spielbestimmende Mannschaft. Der Punktgewinn gegen den FC Winterthur ist zwar positiv einzuordnen – insbesondere, da Küssnacht in dieser Saison zuvor noch nie gegen die Winterthurerinnen punkten konnte –, angesichts der zahlreichen Chancen und des Spielverlaufs blieb am Ende aber auch das Gefühl, dass deutlich mehr möglich gewesen wäre. «Wir haben nach dem Gegentor eine sehr gute Reaktion gezeigt und sind unserem Spielplan treu geblieben. Besonders die zweite Halbzeit war mit sauberem Pressing, besserem Umschaltspiel und mehr Genauigkeit im Zuspiel sehr überzeugend», hielt Trainerin Angela Käslin nach der Partie fest. Auch Co-Trainer Michel Neugel ordnete die Partie ähnlich ein: «Das Team hat sehr viel investiert und mutig gespielt. Trotz der offensiven Druckphase haben wir bis zum Ende kompakt verteidigt – auf diese Leistung können wir stolz sein.» Bereits am kommenden Wochenende steht für die Küssnachterinnen das letzte Heimspiel der Saison an, wenn auf dem Luterbach der FC Schlieren zu Gast ist. Anpfiff ist um 20.15 Uhr.

Telegramm FC Winterthur – FC Küssnacht a/R 1:1 (0:0)
Sonntag, 10.05.2026, 14:00 Uhr, Schützenwiese, 450 Zuschauer
Tore: 56. La Bella (1:0), 69. Schilliger (1:1).
FC Winterthur: Furrer; Malacarne, Von Allmen, Meyer, Hernandez Fernandez, Stoob (60. Dür), Toper (77. Büchler), Enz, Bufalini (60. Sallauka), Bodnar (46. La Bella), Van Niekerk.
FC Küssnacht a/R: Mil; Hongler, Steiner, Troxler, Rolinger (46. Donauer), Suma, Lourenco Rodrigues, Scherrer, Ulrich (46. Pirker), Schilliger (88. Waibel), Studer (80. Weber).