
Beim FC Aegeri weht frischer Wind. Mit der Übernahme der Funktion als Sportchef durch Roman Bösch und der Ernennung von Beat Appert zum neuen Trainer der 1. Mannschaft stellt der Verein die sportlichen Weichen für die kommenden Jahre neu. Gemeinsam mit Juniorenobfrau Anja Ferreira wurde in den vergangenen Monaten eine Strategie erarbeitet, welche die Nachwuchsförderung und den Übergang in den Aktivfussball ins Zentrum stellt.
Dabei geht es nicht um kurzfristige Erfolge, sondern um eine nachhaltige Entwicklung mit einer klaren Philosophie: Der FC Aegeri soll noch stärker von seiner eigenen Nachwuchsarbeit profitieren und den Weg vom Junioren- in den Aktivfussball gezielt fördern.
Die neue Ausrichtung setzt bewusst auf eine engere Verzahnung zwischen den Aktivmannschaften und der Juniorenabteilung. Die Zusammenarbeit zwischen der 1. und 2. Mannschaft wird intensiviert, gleichzeitig soll der Austausch mit den Juniorenteams deutlich ausgebaut werden. Die Verantwortlichen sind überzeugt, dass die Zukunft des Vereins in den eigenen Reihen liegt.
Die Voraussetzungen dafür sind ausgezeichnet. Seit Jahren leistet der FC Aegeri hervorragende Nachwuchsarbeit. Die B- und C-Junioren haben in den vergangenen Jahren mehrfach den Aufstieg in die höchste Spielstärke geschafft und sich dort erfolgreich etabliert. Dieser Erfolg ist kein Zufall. Viele Spieler kennen sich seit der Fussballschule, sind gemeinsam gewachsen und wurden über Jahre hinweg von engagierten und kompetenten Trainern begleitet. Trainingslager, internationale Turniere und unzählige gemeinsame Erlebnisse haben nicht nur die fussballerische Qualität, sondern auch den Zusammenhalt gestärkt.
“Wir verfügen über aussergewöhnlich starke Jahrgänge”, erklärt Sportchef Roman Bösch. “Diese Spieler haben in den letzten Jahren bewiesen, dass sie sowohl sportlich als auch charakterlich grosses Potenzial besitzen. Unsere Aufgabe ist es nun, ihnen eine Perspektive im Aktivfussball zu bieten.”
Die neue Ausrichtung entstand nicht über Nacht. In zahlreichen Gesprächen analysierten Roman Bösch, Anja Ferreira und Beat Appert die aktuelle Situation des Vereins, die Entwicklung des Juniorenfussballs sowie die Herausforderungen im Übergang vom Nachwuchs- in den Aktivbereich. Das Ergebnis ist eine gemeinsame Strategie, die auf den bestehenden Stärken des FC Aegeri aufbaut und gleichzeitig neue Perspektiven für die Zukunft schafft.
Ein zentraler Bestandteil dieser Strategie ist die bewusste Entscheidung, künftig auf eine eigene A-Junioren-Mannschaft zu verzichten. Was auf den ersten Blick überraschend wirken mag, ist das Ergebnis einer klaren sportlichen Überlegung und einer Entwicklung, die weit über den FC Aegeri hinausgeht.
Aufgrund der SFV-Reform von 2023 wurden die Juniorenkategorien angepasst und erweitert. Die heutigen B-Junioren entsprechen altersmässig weitgehend den früheren A-Junioren, während die ältesten Junioren bereits im Alter von 19 und 20 Jahren dem Aktivfussball sehr nahe stehen. Gleichzeitig zeigt sich schweizweit ein deutlicher Trend: Immer mehr Vereine integrieren ihre talentiertesten Nachwuchsspieler früher in die Aktivmannschaften.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Während in der Saison 2021/22 noch 53 A-Junioren-Teams am Meisterschaftsbetrieb teilnahmen, waren es in der Saison 2025/26 noch lediglich 22 Mannschaften. Allein diese Entwicklung zeigt, wie stark sich der Juniorenfussball in dieser Alterskategorie verändert hat. Zudem hat eine aktuelle Umfrage des Innerschweizer Fussballverbands ergeben, dass auch im kommenden Sommer erneut mit mehreren Rückzügen von A-Junioren-Teams gerechnet wird.
Der FC Aegeri sieht darin jedoch nicht ein Problem, sondern eine Chance. Anstatt talentierte Spieler möglichst lange im Juniorenfussball zu halten, sollen sie frühzeitig an den Aktivfussball herangeführt werden. Die besten Nachwuchsspieler erhalten dadurch die Möglichkeit, regelmässig mit erfahrenen Aktivspielern zu trainieren, Verantwortung zu übernehmen und sich auf höherem Niveau weiterzuentwickeln.
“Wir möchten unseren jungen Spielern einen möglichst direkten Weg in den Aktivfussball ermöglichen”, erklärt Roman Bösch. “Wer bereit ist, soll die Chance erhalten, sich früh auf höherem Niveau zu beweisen. Wir sind überzeugt, dass dies die Entwicklung unserer Nachwuchsspieler beschleunigt und gleichzeitig die Identifikation mit dem Verein stärkt.”
Die älteren Junioren werden deshalb schrittweise in den Trainingsbetrieb der Aktivmannschaften integriert. Die enge Zusammenarbeit zwischen der 1., 2. und neu auch der 3. Mannschaft schafft zusätzliche Trainings- und Einsatzmöglichkeiten und ermöglicht eine individuelle Förderung der Spieler.
“Der Sprung vom Junioren- in den Aktivfussball ist für viele Vereine eine der grössten Herausforderungen”, sagt Beat Appert. “Wir wollen diesen Übergang bewusst begleiten. Talentierte Spieler sollen früh Verantwortung übernehmen und erleben, was es bedeutet, Teil einer Aktivmannschaft zu sein. Das beschleunigt ihre Entwicklung enorm.”
Auch für Juniorenobfrau Anja Ferreira steht die langfristige Entwicklung der jungen Spieler im Mittelpunkt: “Unsere Aufgabe ist es nicht nur, gute Fussballer auszubilden, sondern junge Menschen über viele Jahre hinweg zu begleiten und ihnen Perspektiven innerhalb des Vereins zu bieten. Die neue Struktur schafft genau diese Perspektiven und stärkt gleichzeitig die Verbindung zwischen Junioren- und Aktivabteilung.”
Im Zentrum der neuen Strategie steht dabei nicht nur die sportliche Entwicklung, sondern auch die Identifikation mit dem Verein. Künftig sollen noch mehr Spieler den Weg von der Fussballschule über die Junioren bis in die Aktivmannschaften des FC Aegeri schaffen.
“Wenn ein Spieler, der als Kind bei uns angefangen hat, später in der 1. Mannschaft aufläuft, dann ist das für den gesamten Verein ein Erfolg”, sagt Beat Appert. “Solche Geschichten schaffen Identifikation, Stolz und eine starke Vereinskultur.”
Dass dieser Weg funktionieren kann, zeigt bereits der aktuelle Kader der 1. Mannschaft. Mit Pascal Schuler, Neil Rogenmoser, Ivan Ott, Roman Blättler, Janis Arnold und Laurin Attinger stehen mehrere Spieler im Team, die bereits als Junioren das Trikot des FC Aegeri getragen haben. Sie sind der beste Beweis dafür, dass die eigene Nachwuchsarbeit Früchte trägt und der Schritt von den Junioren in die Aktivmannschaften möglich ist.
Genau diese Erfolgsgeschichten möchte der Verein künftig noch häufiger schreiben. Ziel ist es, talentierte Nachwuchsspieler frühzeitig zu fördern, sie an den Aktivfussball heranzuführen und ihnen eine echte Perspektive im eigenen Verein zu bieten. Denn nichts stärkt die Identifikation mit dem FC Aegeri mehr als Spieler, die den gesamten Weg von der Fussballschule bis in die 1. Mannschaft durchlaufen und später selbst zu Vorbildern für die nächste Generation werden.
Gleichzeitig bleibt die Tür für alle offen. Mit der Neugründung einer 3. Mannschaft in der 5. Liga schafft der FC Aegeri zusätzliche Perspektiven für Spieler aller Leistungsstufen. Dadurch erhalten mehr Spieler regelmässige Einsatzzeiten und können sich in ihrem eigenen Tempo entwickeln.
“Die 3. Mannschaft ist ein wichtiger Baustein unseres Gesamtkonzepts”, betont Roman Bösch. “Wir möchten möglichst vielen Spielern eine sportliche Heimat bieten und gleichzeitig sicherstellen, dass jeder genügend Spielpraxis erhält. Wer Leistung bringt, soll sich weiterentwickeln können. Wer Freude am Fussball hat, soll seinen Platz im Verein finden.”
Von dieser neuen Struktur profitieren alle Mannschaften. Die 1. Mannschaft erhält Zugang zu talentierten jungen Spielern aus den eigenen Reihen. Die 2. Mannschaft übernimmt eine wichtige Rolle bei der Entwicklung und Integration von Nachwuchsspielern. Die 3. Mannschaft schafft zusätzliche Einsatzmöglichkeiten und stärkt die Breite des Vereins. Gleichzeitig erhalten die B-Junioren eine noch klarere Perspektive für ihre Zukunft im Aktivfussball.
“Wir wollen eine Kultur schaffen, in der junge Spieler wissen: Wenn ich arbeite, mich entwickle und Verantwortung übernehme, dann bekomme ich meine Chance”, erklärt Beat Appert. “Diese Perspektive motiviert und stärkt den gesamten Verein.”
Die Botschaft ist klar: Der FC Aegeri setzt auf die eigene Jugend, auf eine engere Zusammenarbeit innerhalb des Vereins und auf eine langfristige sportliche Entwicklung. Die Zukunft soll nicht eingekauft, sondern gemeinsam aufgebaut werden.
Mit starken Jahrgängen, engagierten Trainern, einer motivierten Juniorenabteilung, neuen Strukturen und einer klaren Vision beginnt beim FC Aegeri ein neues Kapitel. Die Verantwortlichen sind überzeugt, dass die erfolgreiche Nachwuchsarbeit der vergangenen Jahre das Fundament für die Zukunft bildet.
Der FC Aegeri geht diesen Weg mit Überzeugung, Mut und viel Vertrauen in die eigene Jugend. Die Richtung ist klar: mehr Durchlässigkeit, mehr Perspektiven für junge Spieler, mehr Identifikation mit dem Verein und eine starke sportliche Zukunft, die aus den eigenen Reihen wächst.
Denn die erfolgreichsten Vereine entwickeln nicht nur gute Mannschaften – sie entwickeln Menschen, schaffen Perspektiven und bauen eine Vereinskultur auf, die Generationen verbindet. Genau diesen Weg möchte der FC Aegeri konsequent weitergehen.





























