Hildisrieden trotz doppelter Unterzahl mit Punktgewinn

Senior soccer team in blue uniforms poses for a group photo on a sunny field, with two goalkeepers in different colors kneeling in front; mountains in the distance.
Das Kader des Hildisrieder SV der Saison 2026/27 (Bild: Hildisrieder SV).
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Der HSV zeigt im Derby gegen Nottwil unglaubliche Moral und Kampfgeist und erzielt trotz doppelter Unterzahl in der Nachspielzeit den 3:3-Ausgleich.

Nach dem Sieg im Cup vergangenes Wochenende ging für den Hildisrieder SV nun endlich auch die neue 3. Liga-Saison los. Mit dem Auswärtsspiel beim FC Nottwil wartete sogleich der erste Härtetest auf den HSV, hatte sich der FC Nottwil in den vergangenen Spielzeiten doch zu einer gestandenen 3. Liga-Mannschaft entwickelt. Auf dem Papier war der Aufsteiger aus Hildisrieden also bloss in der Aussenseiterrolle.

Das sah man dem Spiel nach Beginn aber so gar nicht an, es entwickelte sich sogleich eine sehr ausgeglichene Partie. Es war der HSV, der offensiv die ersten Akzente setzen konnte: Nach einem vorerst parierten Abschluss eines Hildisrieders fand der Abpraller den Weg zu Adrian Ineichen, der keine Mühe hatte, den Ball zur 0:1-Führung für den HSV im Tor unterzubringen. Die Dynamik der Partie veränderte sich dadurch vorerst nicht, beide Mannschaften traten taktisch diszipliniert auf, gefährlich wurde es beidseitig nur durch Fehler im Aufbauspiel. In der 21. Minute konnte sich ein Nottwiler dann nach einem hohen Ball an der linken Grundlinie durchsetzen und den Ball per Chip auf den zweiten Pfosten bringen, wo Lütolf nur noch den Kopf hinzuhalten brauchte. Bis kurz vor der Pause ging es ausgeglichen weiter, bevor fünf fatale Minuten für den HSV folgten: Nach einem missglückten Querpass im Mittelfeld konnte ein Nottwiler ins Laufduell gegen zwei Hildisrieder gehen und ging kurz vor dem Sechzehner zu Boden. Der Schiedsrichter zögerte nicht und stellte einen der beiden Hildisriedern vom Platz. Der HSV haderte mit der Entscheidung, waren doch noch zwei ihrer Akteure beim Gegenspieler gewesen. Der fällige Freistoss brachte zwar keine Gefahr, aber in der 44. Minute fand dann eine Flanke von rechts den Kopf von Bucher, der für die Gastgeber auf 2:1 stellte. Danach war Pause.

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Der HSV versteckte sich trotz numerischer Unterzahl in der zweiten Halbzeit nicht, versuchte weiterhin mitzuspielen und der FC Nottwil liess das auch zu: Die Gastgeber versuchten zwar vermehrt, den Ball in den eigenen Reihen zu halten, suchten aber nicht mit der letzten Vehemenz die Vorentscheidung. Weiter bekundete der FC Nottwil viel Glück, als ein HSV-Abschluss nur den Weg an den Pfosten fand. In der 70. Minute führte dann aber ein Fehlpass in der Vorwärtsbewegung zu einer Nottwiler Kontergelegenheit: Diese spielten die Hausherren mustergültig aus und Peter erhöhte auf 3:1. Dann kam es noch dicker für den HSV: Nach zwei harten Fouls der Nottwiler in zwei aufeinanderfolgenden Aktionen kam es zu einer kleinen Rudelbildung, an deren Ende bloss einem HSV-Akteur die gelbe Karte gezeigt wurde. Unglücklicherweise war es für den betreffenden Spieler bereits die zweite Gelbe und so war sein Tag vorzeitig beendet. Zwei Tore Rückstand, doppelte Unterzahl, das Spiel schien für den HSV gelaufen. So dachten es sich vermutlich auch die Gastgeber, sie stellten fast jegliche Offensivbemühungen ein. Nur drei Minuten nach der roten Karte fand jedoch eine Hildisrieder Flanke via Nottwiler Verteidigung den Weg ins Tor. Es stand also nur noch 3:2. Der HSV blieb weiter bemüht und glaubte noch immer an den Punktgewinn, es war von aussen kaum zu erkennen, dass ein Team in doppelter Unterzahl agierte. In der Nachspielzeit warf der HSV noch einmal alles nach vorn und tatsächlich kam der Ball in der letzten Szene des Spiels links im Sechzehner zu Manuel Estermann, der den Ball flach in der nahen Ecke versenkte und beim HSV für Jubelstürme sorgte.

Zum Saisonauftakt bewies der HSV also grosse Moral und Kampfgeist und machte mit zwei Mann weniger aus einem 3:1-Rückstand in den Schlussminuten noch ein 3:3-Untenschieden. Der Punktgewinn dürfte sich beim HSV also definitiv wie ein Sieg anfühlen. Nächsten Samstag geht es für den HSV weiter mit dem Auswärtsspiel beim FC Ruswil, Anpfiff ist um 17:45 Uhr, wie immer freut sich die Mannschaft über alle Unterstützung! – Hopp Höudi!

Telegramm FC Nottwil – Hildisrieder SV 3:3 (2:1)
FC Nottwil: Thijs; Lichtsteiner, Zimpelmann, Jufer, Muff; Lütolf, Renggli, Bucher, Stirnemann, Vogel; Peter (von Kiparski, Mare, Mahler, Garic, Kunz).
Hildisrieder SV: Baggenstos; Schmid, S. Ruckli, M. Estermann, R. Krieger; Pfister, Fleischli, A. Ineichen, S. Ineichen, J. Krieger; Emmenegger (F. Ruckli, Barmettler, Tesfamichael, Culo, Bucher).
Tore: 8. A. Ineichen 0:1, 21. Lütolf 1:1, 44. Bucher 2:1, 70. Peter 3:1, 78. Lichtsteiner 3:2 (ET), 94. M. Estermann 3:3
Bemerkungen: 41. Rote Karte S. Ruckli (HSV), 76. Gelb-Rote Karte Emmenegger (HSV)