Insgesamt 8 ESC-Spieler (!) verletzten sich während der Partie gegen Hergiswil, was dazu führte, dass Engelberg die letzten 20 Minuten mit drei verletzten Spielern beenden musste, die eigentlich längst hätten ausgewechselt werden müssen. Das Pech klebt aktuell an den Füssen der Engelberger.
Nach den zuletzt zwei unglücklichen Niederlagen wollte Engelberg unbedingt auf die Siegerstrasse zurückkehren. Aufgrund der ausgesprochen guten Trainingswoche war die Zuversicht im Lager des Heimteams gross. Leider musste Häfliger nach dem Einlaufen verletzungsbedingt passen. Es war gleichzeitig die erste von vielen Verletzungen. Mit viel Selbstvertrauen und Elan starteten die Engelberger. Die veränderte Taktik machte es dem FCH in der Anfangsphase schwer, eine passende Lücke zu finden. Beide Teams neutralisierten sich im Mittelfeld. Hergiswil, das sich mit einem halben Dutzend Spielern aus der 2. Liga verstärkt hatte, bekundete Mühe, eine Lücke im kompakten ESC-Riegel zu finden. Torchancen waren Mangelware. Die meisten Duelle spielten sich in der Zone 2 ab, und falls doch mal ein Team eine Möglichkeit fand, um in die Zone 3 zu kommen, blieben die offensiven Spieler an den aufmerksamen Abwehrreihen hängen. Ein Eckball von Hergiswil brachte eine erste Torgefahr, aber der wuchtige Kopfball verfehlte das Ziel um einige Meter.
Engelberg liess sich mit Schraner und Matter vor dem Tor blicken, doch durch einen Abstimmungsfehler verpuffte die aussichtsreiche Torchance am Strafraum. Ebenso hätten Parodi, Dinkel und Kaufmann aus der Distanz abziehen können. Jedoch blieben sie durch den berühmten «Haken zu viel» hängen oder der Abschlussversuch landete im Engelberger Abendhimmel. Vor der Halbzeit folgte die zweite verletzungsbedingte Auswechslung von Barzon. Wenige Minuten später tauchte nach einem Fehlpass eines Defensivspielers des ESC plötzlich ein Hergiswiler völlig freistehend vor Zumbühl auf, der mit einer sensationellen Parade den Schuss abwehrte. Zumbühl stand danach erneut im Fokus, als er wieder eine 100-prozentige Chance entschärfte. Es blieb beim torlosen Remis zur Halbzeit – eine gute Leistung des ESC gegen einen sehr spielfreudigen und agilen Gegner.
In der zweiten Halbzeit nahm das Unheil frühzeitig seinen Lauf. Kaum angepfiffen, fand Hergiswil eine Lücke bei den Engelbergern. Das 1:0 für die Gäste war nicht unverdient, es kam jedoch zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Was danach folgte, suchte seinesgleichen, passt allerdings zur Situation, weil aktuell seit Wochen das Glück auf Seiten der Engelberger fehlt. Ein Spieler nach dem anderen musste aufgrund von verschiedenen Verletzungen ausgewechselt werden. Teilweise glich es einer Partie Schach, weil die Spieler durch die vielen Wechsel gefühlt alle paar Minuten gewisse Positionen durch Improvisation neu besetzen mussten. Das führte verständlicherweise zu Abstimmungsproblemen. Die Lücken wurden grösser, Hergiswil dominanter. Das 2:0 für den FCH fiel aus klarer Offsideposition. Obwohl sich Engelberg nie aufgab und kämpfte, gab es einen zu grossen Bruch im Spiel.
Schlussendlich agierte Engelberg in den letzten 20 Minuten mit drei Spielern, die eigentlich nicht mehr hätten spielen dürfen oder können, doch auf der Ersatzbank sassen nur verletzte Spieler. So hatte Hergiswil leichtes Spiel, um die Partie problemlos über die Runden zu bringen. Dennoch hätte Parodi beinahe den Anschlusstreffer erzielt, als er allein vor Torhüter Zimmermann zog, jedoch beim Abschluss scheiterte. Das 3:0 für Hergiswil verkam unter diesen Umständen zu einer Randnotiz. Hergiswil war an diesem Abend die bessere Mannschaft. Daran gibt es nichts zu rütteln. Stark, wie Engelberg trotz der widrigen Umstände bis zum Abpfiff tollen Charakter zeigte und nie aufgab. Allerdings ist die Niederlage erneut sehr frustrierend. Jetzt gilt es, in der kommenden Trainingswoche die Köpfe freizubekommen, um gegen Kriens auf die Siegerstrasse zurückzukehren.
Telegramm 4. Liga Engelberger SC – FC Hergiswil II 0:3 (0:0)
Sportpltz Wyden – 100 Zuschauende
Engelberger SC: Zumbühl; Christen, T. Matter, Ettlin, Ribeiro, Barzon, Kaufmann, Dinkel, Parodi, Schraner, M. Matter (Negrassus, Planzer, Brimelow, Ruiz, Lötscher)
FC Hergiswil II: Zimmermann; Kaufmann, Knupp, Vazquez, Bucher, Gautschi, Schuler, Arnold, Subornyi, Adem, Nussbaum (Eggerschwiler, S. Brand, N. Brand, De Mingo, Mathis, Milijkovic, Klöti)

































