Gunzwil nach dramatischem Cupfight in Altbüron weiter

Einlaufen am Dienstagabend im Cupspiel zwischen Algro und Gunzwil (Bild: Marc Müller).

Der FC Gunzwil gewinnt auswärts beim starken 4. Ligisten FC Altbüron nach einer packenden und intensiven Partie dank zwei späten Klauser-Treffern mit 0:2 und steht im IFV-Cup-Achtelfinale. Der 16-jährige Klauser ist nach seiner Einwechslung der Matchwinner für die Michelsämter.

Gunzwil mit leichtem Chancenplus
Die Ausgangslage versprach einiges an Spannung. Die Luzerner Hinterländer gingen aufgrund der Vorzeichen keineswegs als Aussenseiter ins Spiel, obschon zwei Ligen Differenz zwischen den beiden Teams bestehen. Altbüron ist auf dem Papier als 3. Liga-Mannschaft einzustufen und deutete sein Potenzial schon mehrfach an. Die Partie brauchte dann auch kaum Anlaufzeit und startete mit einem ersten harmlosen ALGRO-Abschluss nach fünf Minuten. In der 7. Minute wurde dann auf der Gegenseite Koch perfekt lanciert und der erste Torjubel blieb den Gästefans sprichwörtlich in der Kehle stecken, da leider nur das Aussennetz zappelte. In der 16. Minute kamen dann auch die Gastgeber zu ihrer ersten Topchance und es brauchte einen starken Reflex von Bieler, um nicht in Rückstand zu geraten.

Sechs Minuten später durfte Gunzwil zu einem berechtigten Foulelfmeter antreten. Luca Süess scheiterte jedoch am stark reagierenden Pali und so blieb es beim 0:0. Nun folgt eine Phase, welche eher dem Heimteam gehörte und ihren Höhepunkt ab der 35. Minute erlebte. Zuerst verpasste man einen möglichen Führungstreffer mit einem Abschluss zu weit nach rechts und in der 38. Minute wurde es noch einmal ganz brenzlig vor Bieler, aber das Zielwasser war zu wenig genau eingestellt, diesmal links am Tor vorbei. Nur eine Zeigerumdrehung später war es Koch, welcher seine zweite Grosschance an diesem Abend ausliess. In der 42. Minute bediente Furrer wiederum Koch in der Mitte und dieser kam zur nächsten Topchance, obwohl er in dieser Szene von Torhüter Pali elfmeterreif zu Boden gezerrt wurde. Kurz vor der Pause dann nochmals Glück für Altbüron, als Koch brutal gefoult wurde und die Gastgeber die Halbzeit trotzdem mit 11 Mann auf dem Platz beenden durften. Kurz danach war Pause in dieser intensiven Cuppartie.

Chancenwucher wird gnadenlos bestraft
Die 2. Halbzeit begann in der 47. Minute mit einem ersten guten Abschluss für das Heimteam und es sollte definitiv nicht die letzte Chance gewesen sein in dieser bis zum Schluss unglaublich spannenden Partie. Nach 57 Minuten und einem unglücklichen Zweikampf musste Fankhauser leider verletzungsbedingt ausgewechselt werden. Wir wünschen gute Besserung an dieser Stelle. Er wurde durch Gerber ersetzt. In der 62. Minute kam Altbüron gleich zu einer Doppelchance, in welcher Gunzwil mächtig Glück hatte. Nun war die Partie definitiv lanciert. In der 65. Minute kam Lopes zur ersten Chance für die Gäste. Nur eine Minute später dann Koch mit seiner vierten guten Chance an diesem Abend, gefolgt vom direkten Gegenstoss und der nächsten Topchance für das Heimteam. Wiederum nur zwei Minuten später verfehlte Fleischli mit einem Schlenzer das Ziel nur knapp. In dieser Phase glänzten beide Teams nicht gerade mit Effizienz vor dem Tor und so stieg die Anspannung auf dem Platz und auch auf den Rängen von Minute zu Minute an. In der 73. Minute blieb den Heimfans bei einem Pfostenschuss und einer nachträglichen Topchance sprichwörtlich der Jubel im Halse stecken. Altbüron drückte nun auf den Siegestreffer und die Michelsämter wirkten in dieser Phase alles andere als stilsicher.

In der 79. Minute folgte die nächste Doppelchance für den 4. Ligisten aus dem Luzerner Hinterland, welche langsam, aber sicher der Verzweiflung nahe schienen. Die Gastgeber gaben weiterhin nicht auf und kamen fünf Minuten vor Schluss nach einem Fehler im Aufbauspiel der Gäste zum Matchball, aber auch diese 100-prozentige Torchance wurde links am Torpfosten vorbeigesetzt. Würde sich das rächen? Ja, es rächte sich. Eine Minute vor Ablauf der regulären Spielzeit zog plötzlich der soeben eingewechselte, 16-jährige Klauser alleine auf Pali los und vollendete im Stille eines Routiniers zur vielumjubelten Gästeführung. Altbüron-Spielertrainer Stephan wurde anschliessend mit gelb-rot vom Platz geschickt, nachdem die Proteste für eine mögliche Abseitsstellung beim Tor der Michelsämter zu heftig wurden. In der Nachspielzeit wurde dann Klauser nach einem Konter endgültig zum Matchwinner und erzielte mit dem 0:2 seinen ersten Doppelpack im gelb-schwarzen Dress und dies notabene in diesem nervenaufreibenden Cupfight. Danach war Schluss und die Erleichterung war den Gästen gut anzumerken, währenddessen die Luzerner Hinterländer ihren verpassten Chancen nachtrauerten.

Intensives Programm bis Ende Oktober
Die Bolliger-/Erni-Jungs haben nach dem schwierigen September nun wieder Fuss gefasst mit vier Punkten aus den letzten zwei Meisterschaftsspielen und dem Weiterkommen im Cup bei einem starken FC Altbüron-Grossdietwil. Die junge Mannschaft steht nun vor einem intensiven Programm bis Ende Oktober mit drei weiteren Meisterschaftsspielen und mittendrin dem Cup-Achtelfinale gegen den FC Schattdorf. Die nächste Aufgabe steht am kommenden Samstag zu Hause gegen den FC Baar auf dem Programm. Die Zuger stehen seit vergangenem Spieltag am Tabellenende und kommen mit einem neuen Trainerteam auf die Linden. Eine sehr gefährliche Ausgangslage. Nichtdestotrotz wollen die Michelsämter in diesem enorm wichtigen Spiel die Punkte bei sich behalten und die Distanz nach hinten weiter vergrössern. Kommet in Scharen auf die Linden. Hopp Gonzbu!

Vorschau: FC Gunzwil – FC Baar, Samstag, 17.10.2026, 18.00 Uhr, Sportplatz Linden

Telegramm FC Altbüron (4.) – FC Gunzwil (2.) 0:2 (0:0)
Tore: 89. Klauser 0:1. 92. Klauser 0:2.
Bemerkungen: 22. Gunzwil verschiesst Foulpenalty. 73. Pfostenschuss Altbüron. Gunzwil ohne Rafael Süess, Janis Imbach, Nascimento, Isler, Mauro Felix, Bucher und Blättler.
Altbüron: Pali; Hofer, Stephan, Affentranger, Imbach; Corti, Trgo, Rölli; Wirz, Kevin Vogel, Valovcan. (Elias Vogel, Raphael Schulthess, Meier, Patrick Schulthess, Grüter, Willi, Koller)
Gunzwil: Bieler; Fankhauser (57. Gerber), Dätwyler, Rogger, Feyzi; Fleischli, Ramundo, Luca Süess (91. Pervorfi); Furrer, Koch (85. Klauser), Borges (70. Schumacher).