Der SC Kriens reist im Windregen von Bavois ohne Punkte zurück in die Innerschweiz. Die 0:2‑Niederlage entspricht dem Spielverlauf eines intensiven, zähen und hart umkämpften Abends, an dem für die Krienser mit etwas mehr Präzision und Glück durchaus mehr möglich gewesen wäre.
Von Beginn weg entwickelte sich ein Duell, das vor allem über Zweikämpfe, Laufwege und hohe physische Präsenz definiert wurde. Bavois startete entschlossener, setzte frühe Akzente und tauchte mehrfach gefährlich vor dem Tor von Patrick Zajac auf. Zwei Abschlüsse landeten sogar an der Latte, beide aus Distanz und jeweils aus über 16 Metern – Warnsignale, die das Heimteam beflügelten.
Der SC Kriens hingegen tat sich auf dem tiefen und rutschigen Ground zu Beginn schwer, klare Chancen herauszuspielen. Der Versuch, die schwierigen Bedingungen mit spielerischen Lösungen zu überbrücken, scheiterte häufig an kleinen Ungenauigkeiten oder am letzten Moment, in dem der Ball versprang oder der entscheidende Pass zu unpräzis ausfiel. Kurz vor der Pause bot sich dann dennoch die beste Gelegenheit: Luka kam frei zum Abschluss, doch der Ball rollte um Millimeter am Pfosten vorbei – Pech, das sich durch den ganzen Abend zog.
Nach dem Seitenwechsel übernahm Kriens zunehmend die Kontrolle. Das Team suchte geduldig die Lücken im massiven Abwehrverbund der Waadtländer, erhöhte den Druck und zwang Bavois immer häufiger in die Defensive. Gleichzeitig lauerte das Heimteam jedoch clever auf Fehler – und nutzte einen solchen eiskalt. Nach einem ungenauen Ball im Aufbau schaltete Bavois schnell um, Alvarez fasste sich aus rund 30 Metern ein Herz und traf den Ball perfekt. Die Kugel senkte sich unhaltbar hinter Zajac ins Netz. Rund 70 Minuten waren gespielt – ein Rückschlag für Kriens, der die Aufgabe noch schwieriger machte.
Doch die Mannschaft zeigte Charakter. Enea rückte in der Schlussphase immer weiter auf, hohe Bälle flogen in den Strafraum, Flanken kamen von beiden Seiten, Standardsituationen häuften sich. Mehrmals fehlte nur ein Schritt oder eine minimale Ballberührung zum Ausgleich. Stattdessen setzte Bavois in der letzten Minute mit einem Konter den 2:0‑Schlusspunkt.
Unglücklicher Abend für das Schiedsrichtertrio
So kämpferisch und intensiv dieses Spiel war, so unglücklich präsentierte sich das Schiedsrichterteam. Die Unparteiische begann mit einer auffallend harten Linie und verteilte früh Gelbe Karten für Vergehen, die in dieser Spielklasse normalerweise im Bereich einer Ermahnung liegen. Später – als der tief aufgeweichte Platz immer mehr harte und intensive Zweikämpfe provozierte – kippte die Linie komplett: Keine Verwarnungen mehr, keine klare Linie, viele unklare Entscheide. Das brachte spürbar Unruhe ins Spiel.
Zusätzlich hatte die Linienrichterin offenkundige Mühe bei Ein- und Auswechslungen. Nummern wurden falsch oder verspätet notiert, der Prozess wirkte chaotisch und führte zu unnötigen Unterbrüchen. Alles zusammen hinterliess den Eindruck eines Schiedsrichtertrios, das mit der Dynamik und Intensität dieser Partie schlicht überfordert war – ein weiterer Faktor, der den Abend zusätzlich erschwerte.
Gedenken an Nino
In Gedenken an den langjährigen Junior, Spieler der zweiten Mannschaft und Freund Nino Erni, spielte der SC Kriens gestern in Bavois mit Trauerbinde – wir vermissen dich Nino. Nino verstarb am Montag nach schwerer Krankheit im Alter von nur 24 Jahren.
Telegramm FC Bavois – SC Kriens 2:0 (0:0)
Stade de Peupliers 250 Zuschauerinnen und Zuschauer
Tore: 69. Alvarez 1:0, 95. Simões 2:0
SC Kriens: Zajac, Hermann, Heiniger, Willimann, Toure (71. Riedmann), Martin (69. Rüedi), Romano, Sliskovic (85. Gebreyesus), Siegrist, Hoxha (71. Facal), Wicht (69. Toggenburger)
Bemerkungen: SC Kriens ohne Wälti, Aversa, Jetzer und Fäh (alle verletzt).
































