Emotionaler Emmer Heimsieg auf der Feldbreite

Verabschiedung: Dubi Glavas und Eloy Rojas Arostegui (Bild: SC Emmen).

Das erste Heimspiel auf der Feldbreite versprach leidenschaftlich und emotional zu sein. Zum einen wollte man die sehr unglückliche Niederlage zum Rückrundenstart gegen AS Castello wieder gut machen. Zum anderen gab es gleich mehrere Gründe für Emotionen auf und neben dem Platz.

Als erstes wurde unser Spielmacher und Mittelfeld Stratege Nicholas König zu seinem Nachwuchs beglückwünscht und beschenkt. Nichi wurde am Freitag zum zweiten Mal Vater und stand einen Tag nach der Geburt von Beginn weg schon wieder auf dem Spielfeld. Als zweites durften wir uns von Katharina, unserer Physio, verabschieden, die ein unterschriebenes Dress vom Team erhalten hat. Danke für fünf wundervolle Jahre Katharina und alles Gute auf deiner langen Reise.

Zu guter Letzt wurde dann unser Eloy vor der gesamten Mannschaft und der SC Emmen Familie verabschiedet. Die Achillessehnen Verletzung letztes Jahr war ausschlaggebend für Eloy’s Entscheid, den wir selbstverständlich akzeptiert haben. Eloy Rojas Arostegui spielte in seiner Juniorenzeit bei Emmen United und stand seit 2018 beim Team One auf dem Feld. Er ist mitverantwortlich für die tolle Entwicklung des Teams und dem Aufstieg in die 2. Liga Interregional. Mit Eloy verlieren wir nicht nur einen der besten Innenverteidiger, die der SC Emmen hatte, sondern auch einen liebevollen und tollen Menschen, der nicht nur auf dem Feld, sondern auch in der Kabine fehlen wird.
Viele Emotionen, welche in einem sehr schönen und familiären Ambiente auf unserer Feldbreite stattfanden – Ein Club, eine Familie.

Dann wurde auch noch Fussball gespielt. Der FC Locarno nahm von Beginn an das Spiel in die Hand und war die ersten 15 Minuten klar die bessere Mannschaft. Nur durch einen toll aufgelegten Yanick Bäuerle stand es zu Beginn des Spiels noch 0:0. Nach den ersten schwierigen Minuten schafften es die Emmer, sich immer mehr und mehr vom Druck zu befreien. Man störte den Gegner im Aufbau immer früher und versuchte mit enger und mutiger Zweikampfführung das Spiel wieder an sich zu reissen. Wie es zu einem Spiel gegen die Tessiner gehört, gab es ab und an Diskussionen und kleinere Schubsereien. Beide Mannschaften waren sehr motiviert und das darf auch mal in einem emotionalen Austausch enden. Es gab keine gelben Karten deswegen und das Spiel war eigentlich fair.

Zurück zum Fussball: In der 44. Minute erobert Nicholas König kurz vor dem Mittelpunkt den Ball gegen zwei Tessiner. Er sprintet gleich nach vorne und zieht galant an drei Gegenspielern vorbei in den 16er und spielt im Fallen den Ball an Marco Maccolino, der kurz vor dem 5er mit einer Grätsche abgeräumt wird. Der Elfmeter wurde vom gefoulten Marco Maccolino schön ins obere rechte Eck versenkt. Mit der etwas schmeichelhaften Führung ging es in die Halbzeitpause. Wieder eine Halbzeitführung und wieder gegen eine Tessiner Mannschaft. Doch dieses Mal sollte es einen anderen Ausgang haben. Obwohl zu Beginn wieder die Tessiner das Spieldiktat übernahmen und gute Chancen kreieren konnten: Die beste Chance für die Tessiner gab es in der 55. Spielminute. Aus 6 Metern schaffte es Locarno nicht, den Ball ins Tor zu schiessen. Mirakulös entschärfte Yanick Bäuerle einen scharfen Schuss aus nächster Nähe und hielt das 1:0 damit weiterhin fest.

Yanick Bäuerle stand etwas später wieder im Fokus, als er einen Angriff abfing und gekonnt den Konter über einen langen Auswurf zu Nicholas König lancierte. Dieser zieht anschliessend in die Mitte, wo er nur noch mit einem Foul gestoppt werden konnte. Der schnell ausgeführte Freistoss fand den clever postierten Noah Gabriel, der allein vor dem gegnerischen Tor den Ball mit einem gekonnten Heber ins Netz beförderte. Ein Geistesblitz und ein frecher Abnehmer sowie Vollstrecker reichten, um für die vermeintliche Vorentscheidung zu sorgen. Vermeintlich deshalb, weil Locarno zwei Minuten später zum Anschlusstreffer über einen sehenswerten Kopfball nach Flanke von rechts kam und nun auf den Ausgleich drängte. Die Flieger wurden nun zu Kämpfern und brachten den Sieg mit solidarisch-kämpferischer Leistung über die Bühne. Als ob man den zu Beginn des Spiels geehrten Personen und dem heimischen Publikum einen Sieg schenken wollte – koste es, was es wolle! Ein Club – eine Familie.

Nun stehen zwei Höhepunkte dieser Saison bevor. Am kommenden Sonntag kommt es auf dem Gersag zum Derby gegen den FC Emmenbrücke und am anschliessenden Donnerstag, vor Karfreitag, findet das 3. und letzte Cup-Qualifikationsspiel gegen den FC Rotkreuz statt. Mit dieser Leidenschaft und Kampfbereitschaft ist dem SC Emmen Team alles zuzutrauen. Hopp Ämme!

Vorschau

  • Sonntag, 29.03.2026, 14:00 Uhr, FC Emmenbrücke : SC Emmen
  • Donnerstag, 02.04.2026, 20:00 Uhr, FC Rotkreuz : SC Emmen