Ein Sieg des Willens: Rotkreuz setzt gegen Ibach Ausrufezeichen im Aufstiegskampf

Leader Rotkreuz zeigte in der 1. Hälfte seine ganze Klasse (Bild: topsportfotografie.ch).

Spielbericht FC Rotkreuz:

Der FC Rotkreuz musste gegen den FC Ibach mit einem stark dezimierten Kader antreten. Gleich zehn Spieler fehlten verletzungs oder abwesenheitsbedingt. Besonders bitter: Joao Ngongo zog sich einen Meniskusriss zu, wird in der kommenden Woche operiert und fällt bis zum Saisonende aus.

Sein Vertreter Mauro Vinzens liess den Stammkeeper jedoch keine Sekunde vermissen. Der Schlussmann überzeugte mit einer souveränen Leistung und strahlte während der gesamten Partie grosse Sicherheit aus. Ebenfalls erfreulich war der Auftritt des erst 17jährigen Vincent Eric Fragodt, der seine Chance erneut nutzte und mit einer weiteren starken Vorstellung unterstrich, dass er sich seinen Platz im Kader verdient hat.

Rotkreuz erwischte einen Start nach Mass. Bereits in der 7. Minute brachte Mohamed Camara die Gastgeber nach einer druckvollen Anfangsphase mit 1:0 in Führung. Auch danach blieb die Mannschaft klar tonangebend. Rotkreuz kontrollierte die erste Halbzeit, erspielte sich zahlreiche Möglichkeiten und liess dem FC Ibach kaum Raum zur Entfaltung. Die beste Gelegenheit, die Führung auszubauen, bot sich kurz nach der Pause. Adin Sljivar zog aus rund 25 Metern kraftvoll ab und traf den Innenpfosten. Statt im Netz zu landen, flog der Ball quer durch den gesamten Torraum und sprang auf der gegenüberliegenden Seite wieder ins Aus. Eine Szene, die sinnbildlich für die mangelnde Chancenauswertung an diesem Abend stand.

Die ersten zwanzig Minuten der zweiten Halbzeit gehörten allerdings den Gästen. Ibach erhöhte den Druck und kam zu mehreren guten Möglichkeiten. In der 65. Minute tauchte Yannick Schönenberger alleine vor Mauro Vinzens auf, doch der Rotkreuzer Keeper parierte glänzend und bewahrte sein Team vor dem Ausgleich. Wie so oft im Fussball folgte die Bestrafung auf dem Fuss. Nur eine Minute später trat Nedim Sacirovic einen Freistoss von der rechten Seite präzise in den Strafraum. Mohamed Almamy Camara stieg am höchsten und köpfte zum 2:0 ein. Eine Szene, die zeigte, wie brutal effizient Fussball sein kann.

Mit dem zweiten Treffer war die Partie praktisch entschieden. Ibach blieb zwar engagiert, doch Rotkreuz spielte seine Routine aus und kontrollierte das Geschehen bis zum Schlusspfiff. Gleichzeitig boten sich weitere hochkarätige Chancen. Besonders in der 80. Minute hätte Nuno Filipe Da Silva alles klar machen können, entschied sich vor dem beinahe leeren Tor jedoch für den Querpass statt für den Abschluss. In der Nachspielzeit verhinderte zudem der Pfosten den dritten Treffer, als Johannes Bühler nur Zentimeter vom Torerfolg entfernt war.

Beeindruckend war vor allem die Moral der Rotkreuzer. Trotz der zahlreichen Ausfälle kratzte das Team sämtliche verfügbaren Ressourcen zusammen. Als sich Adin Sljivar in der Schlussphase mit muskulären Problemen abmelden musste, wurde sogar Mentor Latifi eingewechselt, der an eigentlich als Assistenztrainer agiert, weil keine defensive Alternativen zur Verfügung standen. Die Zuschauer erlebten an einem herrlichen Vorsommerabend eine unterhaltsame und abwechslungsreiche Partie. Der FC Rotkreuz zeigte Charakter, Einsatz und Effizienz und sicherte sich verdient drei wichtige Punkte im Aufstiegskampf.

Mit diesem Sieg haben die Rotkreuzer vorgelegt und den Druck auf die Verfolger erhöht. Weiter geht es am 6. Juni 2026 auswärts beim FC Klingnau, bevor am 13. Juni 2026 um 18.00 Uhr das letzte Saisonspiel und gleichzeitig das Kantonsderby gegen den SC Cham II in der heimischen Bügel Sportarena stattfindet.

Spielbericht FC Ibach: Ibach kassiert Niederlage gegen Leader FC Rotkreuz

Die Muotadörfler verlieren das Auswärtsspiel gegen einen ersatzgeschwächten FC Rotkreuz mit 0:2. Trotz einer deutlichen Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit belohnten sich die Blau-Weissen nicht für ihren Aufwand.

Die Vorzeichen standen für den FC Ibach eigentlich gut: Der Aufstiegskandidat aus Rotkreuz musste ersatzgeschwächt und damit dezimiert antreten. Doch wer dachte, die Einheimischen würden sich verstecken, sah sich getäuscht. Rotkreuz übernahm auf dem Kunstrasen von Beginn an das Spieldiktat und erwischte einen Start nach Mass. Bereits in der 7. Minute nutzte Mohamed Almamy Camara die Druckphase der Gastgeber und köpfte zur frühen 1:0-Führung ein. Ibach fand in der ersten Halbzeit kaum Zugriff auf die Partie, leistete sich zu viele Ballverluste und stand tief in der eigenen Hälfte, während Rotkreuz das Geschehen weitgehend kontrollierte.

Aluminium-Glück und verpasster Ausgleich
Direkt nach dem Seitenwechsel hatte Ibach zunächst Glück: Ein satter 25-Meter-Schuss von Rotkreuz-Akteur Sljivar klatschte an den Innenpfosten und flog quer durch den Fünfmeterraum ins Aus (47.). Diese Szene wirkte jedoch wie ein Weckruf für die Jevremovic-Elf. Die ersten zwanzig Minuten der zweiten Halbzeit gehörten klar den Gästen. Ibach erhöhte das Tempo, agierte deutlich mutiger und drängte die Hausherren tief in deren eigene Hälfte. In der 65. Minute bot sich dann die Riesenchance zum Ausgleich: Yannick Schönenberger tauchte nach einer schönen Kombination völlig frei vor dem Rotkreuzer Gehäuse auf. Sein Abschluss war platziert, doch Ersatzkeeper Mauro Vinzens reagierte mirakulös und verhinderte mit einer Glanzparade den mittlerweile verdienten Ausgleichstreffer.

Die kalte Dusche folgt im Gegenzug
Die verpasste Chance rächte sich prompt – ein Paradebeispiel für die brutale Effizienz im Fussball. Nur sechzig Sekunden nach der Ibächler-Grosschance trat Sacirovic einen Freistoss von der rechten Seite präzise in den Strafraum. Erneut war es Camara, der am höchsten stieg und unhaltbar und entgegen dem Spielverlauf zum 2:0 einköpfte (66.). Dieser Doppelschlag brach den Rhythmus der Blau-Weissen. Das Team steckte zwar bis zum Schlusspfiff nicht auf und zeigte viel Engagement, doch die routinierten Rotkreuzer verwalteten den Vorsprung geschickt und abgebrüht. In der Schlussphase profitierte Ibach bei Kontern der Platzherren vom mangelnden Visier der Rotkreuzer Angreifer: Da Silva vergab freistehend vor dem leeren Tor (80.) und in der Nachspielzeit rettete nochmals der Pfosten vor einem höheren Rückstand. Am Ende blieb es bei der bitteren 0:2-Niederlage für den FC Ibach. Rotkreuz hingegen zementiert die Ranglistenspitze und ist weiter Aufstiegskandidat Nummer Eins.

Telegramm FC Rotkreuz – FC Ibach 2:0 (1:0)
Bügel Sportarena, Rotkreuz. – 450 Zuschauer. – SR: Feola. – Tore: 7. Camara 1:0. 66. Camara 2:0. – FC Rotkreuz: Vinzens; Lika, L. Ukaj, Souare, Sacirovic; Fragodt (69. Pavlovic), Sljivar (83. Latifi), Cvetkovic; Da Silva, Camara (90.+2 Nunes), Bühler. – FC Ibach: Camenzind; Noé Gasser, Kadrija, Schönenberger, Elia Gasser (46. Pfyl); Schlegel, Jaun (84. Denis Novalic); Admir Novalic, Reichmuth (75. Iadarola), Theiler; Pranjic (62. Neziraj).- Bemerkungen: FC Ibach ohne Haziri (abwesend), Maurer, Auf der Maur und Peranovic (alle rekonvaleszent). – Verwarnungen: 10. Elia Gasser, 53. Sacirovic, 63. Da Silva.