SC Kriens dreht verrückte Partie mit vier Toren in 15 Minuten

Die Krienser jubeln nach dem emotionalen Auswärtssieg vor den mitgereisten Anhängern (Bild: REGIOfussball.ch).
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Der SC Kriens hat auswärts beim seit vier Spielen ungeschlagenen Grand-Saconnex eine denkwürdige Partie gedreht und gewinnt nach 1:3-Rückstand am Ende mit 4:3.

Der Spielbeginn verlief dabei alles andere als gewöhnlich. Gleich nach dem Anspiel schlug Ale den Ball nach vorne und verletzte sich am Oberschenkel. Bereits nach 30 Sekunden war für ihn Schluss – nach Lorin, Enea und Juli die nächste kurzfristige Absenz in der Defensive. Manu Fäh gab nach vier Monaten Verletzungspause sein Comeback und bildete zusammen mit Timo, der für Ale eingewechselt wurde, ein Innenverteidiger-Duo, das in dieser Konstellation noch nie zusammengespielt hatte. Entsprechend harzig verlief die Anfangsphase für die Krienser.

Grand-Saconnex trat wie erwartet technisch stark auf, suchte konsequent den spielerischen Weg nach vorne und kam mit viel Tempo in die Offensive. Nach einer Viertelstunde fiel das 1:0: Liga-Topskorer Matteo Regillo kam im Strafraum zu Fall, der Schiedsrichter entschied auf Elfmeter, den Regillo selbst sicher verwertete. Die Führung war nicht unverdient. Die Gastgeber blieben gefährlicher, während dem SC Kriens die Kontrolle, Präzision und Durchschlagskraft fehlten. Zwar war die Partie umkämpft, doch offensiv blieben klare Aktionen rar. Ein Pfostenschuss von Nando war eine der wenigen gelungenen Offensivszenen vor der Pause. Auf der Gegenseite sorgten vor allem Yannis Sghaier und Matteo Regillo konstant für Gefahr. Nach rund einer halben Stunde setzte sich Sghaier energisch durch, flankte zur Mitte, wo Hajoubi am zweiten Pfosten freistehend zum 2:0 einköpfte.

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Trainer Mike Winsauer reagierte in der Pause und stellte auf ein 4-4-2 um. Céli rückte neben Nando in die Sturmspitze – ein Entscheid mit später grosser Wirkung. Nach etwas mehr als einer Stunde nutzte Nando einen Fehler in der Defensive des Heimteams und schob den Ball zum 2:1 ins leere Tor. Der SC Kriens war wieder dran, doch die Hoffnung währte nur kurz. Nach einem Ballverlust im Mittelfeld nutzte Grand-Saconnex das Umschaltmoment eiskalt aus und erhöhte auf 3:1. Nach gut 65 Minuten schien die Partie entschieden.

Doch der SC Kriens steckte nicht auf, blieb engagiert, zweikampfstark und mutig nach vorne spielend – und leitete die spektakulärsten 15 Minuten der jüngeren Vereinsgeschichte ein. Symbolisch dafür stand die Einwechslung von Leonardo Gubinelli, der 15 Minuten vor Schluss nach 18 Monaten Verletzungspause sein emotionales Comeback feierte. Die Krienser übernahmen nun das Spieldiktat und kamen zu gefährlichen Abschlüssen. Nach einer ungenügenden Klärung landete der Ball bei Céli, der ihn kompromisslos ins lange Eck wuchtete – 3:2 in der 80. Minute. Nur zwei Minuten später folgte der nächste Höhepunkt: Nach einem Ballgewinn in der eigenen Platzhälfte leitete Riedi auf Céli weiter, der Esey perfekt in Szene setzte. Nach einem 40-Meter-Sprint blieb dieser eiskalt und schob zum 3:3 ein.

In der Schlussphase traf Grand-Saconnex zwar noch die Latte, doch das letzte Wort gehörte dem SC Kriens. In der 95. Minute führte erneut eine Kombination zwischen Esey und Céli zum umjubelten Siegtreffer. Viel Herz, viel Kampf und enorme Leidensbereitschaft wurden mit einem emotionalen und wichtigen 4:3-Auswärtssieg belohnt.

Telegramm FC Grand-Saconnex – SC Kriens 3:4 (2:0)
Stade du Blanché. – 200 Zuschauerinnen und Zuschauer
Tore: 16. Regillo 1:0 (Pen.), 27. Hajoubi 2:0, 59. Toggenburger 2:1, 64. Sghaier 3:1, 80. Wicht 3:2, 82. Gebreyesus 3:3, 95. Wicht 3:4
SC Kriens: Zajac, Riedmann, Fäh (75. Gubinelli), Willimann (1. Harperink), Touré, Romano (46. Wicht), François, Hoxha, Siegrist (65. Caserta), Facal (65. Gebreyesus), Toggenburger
Grand-Saconnex: Lyoth, Perracino, Matos, Zuka (84. Mbaki), Matuvunu (84. Mensah), Hajoubi, Gonçalves (46. Cruz), Borges, Rahimi, Regillo, Sghaier (75. Pagliuca)
Bemerkungen: SC Kriens ohne Aversa, Jetzer, Heiniger, Hermann (alle verletzt), Sliskovic (gesperrt).