Aufstiegsspiel: Küssnacht verschenkt Sieg gegen Sursee in der Nachspielzeit

Remis zum Auftakt der Aufstiegsspiele zwischen Sursee und Küssnacht (Bild: FC Küssnacht).

Spielbericht FC Küssnacht:

Zum Auftakt der Aufstiegsspiele reiste der FC Küssnacht nach Sursee und traf dort auf die zweite Mannschaft des FC Sursee. Die Bedeutung der Partie war beiden Teams von Beginn an anzumerken. Entsprechend vorsichtig gingen die beiden Mannschaften zu Werke und tasteten sich in der Anfangsphase zunächst ab.

Die Gastgeber versuchten, ihr Spiel mit kurzen Pässen kontrolliert von hinten heraus aufzubauen. Die Küssnachter standen defensiv jedoch sehr aufmerksam, unterbanden viele Aktionen bereits früh und liessen den Luzernern kaum Raum zur Entfaltung. Nach Ballgewinnen suchten die Gäste meist den direkten Weg nach vorne und setzten die gegnerische Defensive mit weiten Bällen unter Druck. Ein langer Schlag von Torhüter Morris Gügler segelte über die Surseer Abwehr Daniel Pereira nutzte die Unsicherheit und wollte im Strafraum auf Edi Qupi ablegen, doch der Pass geriet zu ungenau.

In der 35. Minute brachte Janis Müller einen Freistoss aus der eigenen Platzhälfte kurz zur Seite auf Joel Lieb. Dessen Flanke in den Strafraum verlängerte Vitor Gomes auf James Gügler, der die Chance eiskalt zum 0:1 nutzte.
Postwendend meldete sich Sursee mit einer ersten Antwort zurück. Ein Akteur zog von rechts nach innen, liess mehrere Gegenspieler stehen und schloss ab, doch der Ball klatschte nur an den Aussenpfosten. Auch die Gäste blieben gefährlich und hatten vor der Pause mehrere gute Möglichkeiten, auf 0:2 zu erhöhen. Die beste vergab Edi Qupi kurz vor dem Seitenwechsel, als auch sein Abschluss lediglich knapp neben dem Pfosten landete.

Nach dem Seitenwechsel verlor die Partie zunächst an Intensität und blieb über weite Strecken chancenarm. Sursee war zwar bemüht, das Spiel zu gestalten, fand gegen die diszipliniert verteidigenden Küssnachter aber kaum Lösungen. Insbesondere die Abwehrreihe um Captain Kevin Schilliger stand kompakt und liess nur wenige gefährliche Aktionen zu.

Erst in der Schlussphase nahm das Spiel wieder an Fahrt auf. In der 78. Minute gelang Lars Schmid der Ausgleich zum 1:1 für die Gastgeber. In der Folge erhöhte Sursee den Druck und drängte auf die Entscheidung. Die Gäste reagierten jedoch abgeklärt. In der ersten Minute der Nachspielzeit brachte Afonso Domingos einen präzise getretenen Eckball in den Strafraum, wo Lino Stadler den Ball entscheidend zum 1:2 über die Linie lenkte. Doch der vermeintliche Siegtreffer hielt nicht bis zum Schlusspfiff. Tief in der Nachspielzeit, in der 97. Minute, schlug Sursee mit der letzten Aktion des Spiels zurück und glich zum 2:2 aus. Statt der erhofften drei Punkte nahmen die Küssnachter so nur einen Zähler mit auf die Heimreise.

Die Enttäuschung bei den Küssnachtern war nach dem späten Gegentreffer entsprechend gross. Dennoch fand der Trainerstab auf der Heimfahrt die richtigen Worte und richtete den Blick rasch nach vorne. Viel Zeit zur Verarbeitung bleibt ohnehin nicht: Bereits am Samstag wartet in Ruswil die nächste Partie und damit die nächste Gelegenheit, die ersten drei Punkte einzufahren.

Vorschau: FC Ruswil – FC Küssnacht, Samstag, 13. Juni 2026, 18:00 Uhr, Schützenberg in Ruswil.

Spielbericht FC Sursee: Später Ausgleich belohnt starken Surseer Auftritt

Mit dem Heimspiel gegen den FC Küssnacht a/R startete die zweite Mannschaft des FC Sursee am Dienstagabend in die Aufstiegsspiele zur 2. Liga regional. Nach einer starken Meisterschaft hatte sich das junge Team von Trainer Kqira einen Platz unter den sechs besten Drittligisten gesichert und durfte vor heimischer Kulisse den ersten Schritt in Richtung Aufstieg machen.

Im Vorfeld wurden vor allem die Teams aus Altdorf und Küssnacht als Favoriten gehandelt. Entsprechend konnte Sursee ohne grossen Druck in die Finalrunde starten. Die Ausgangslage war klar: Mit mutigen Leistungen ist auch für die jungen Surseer vieles möglich. Bereits vor Anpfiff herrschte auf der Schlottermilch eine besondere Atmosphäre. 330 Zuschauer sorgten mit Fahnen, Trommeln und lautstarker Unterstützung für einen würdigen Rahmen eines Aufstiegsspiels. Die Kulisse war bereit – und die beiden Mannschaften lieferten anschliessend einen intensiven und spannenden Fussballabend.

Vorsichtiger Beginn und kalte Dusche vor der Pause
Wie erwartet starteten beide Teams kontrolliert in die Partie. Niemand wollte den ersten entscheidenden Fehler machen, der Respekt voreinander war spürbar. Mit zunehmender Spielzeit fanden beide Mannschaften besser ins Spiel und versuchten vor allem über schnelle Flügelangriffe Akzente zu setzen. Es war in diesen Situationen zu erkennen, dass die Surseer in den individuellen Aktionen gefährlich werden können.

Küssnacht hatte zunächst etwas mehr Ballbesitz, konnte daraus aber nur wenig Gefahr entwickeln. Sursee verteidigte aufmerksam und setzte seinerseits immer wieder auf schnelle Vorstösse über die Aussenbahnen. Die erste wirklich gefährliche Aktion gehörte den Gästen, doch der Surseer Schlussmann reagierte stark und hielt seine Mannschaft im Spiel. Auch mehrere gefährlich getretene Eckbälle der Gäste sorgten für Unruhe im Strafraum, doch die Surseer Defensive entschärfte sämtliche Situationen souverän.

In der 34. Minute war es dann dennoch passiert. Nach einem stehenden Ball gelangte der Ball irgendwie zu James Gügler, der zur 0:1-Führung für Küssnacht einschob. Die Antwort der Gastgeber liess jedoch nicht lange auf sich warten. Kurz vor dem Pausenpfiff setzte sich Lars Schmid stark durch und schloss flach ab. Sein Schuss landete jedoch nur am Pfosten. So ging es mit einem knappen Rückstand in die Kabinen.

Sursee übernimmt das Kommando
Nach dem Seitenwechsel präsentierte sich Sursee deutlich verbessert. Die Gastgeber kombinierten nun mutiger, liessen den Ball laufen und fanden immer wieder spielerische Lösungen. Präzise Zuspiele und ein gutes Zusammenspiel sorgten für mehrere gefährliche Angriffe. Küssnacht konzentrierte sich zunehmend auf die Defensivarbeit und wurde offensiv kaum noch gefährlich. Die wenigen Vorstösse entstanden vor allem nach Standardsituationen. Doch die Surseer Hintermannschaft zeigte sich aufmerksam und liess kaum klare Torchancen zu. Der verdiente Ausgleich fiel schliesslich in der 78. Minute. Lars Schmid belohnte die Druckphase der Gastgeber und traf zum vielumjubelten 1:1.

Dramatische Schlussphase
Die letzten Minuten entwickelten sich zu einem wahren Krimi. Kurz vor Ablauf der regulären Spielzeit setzte sich Sursees Topskorer Leandro Pose im Strafraum stark durch. Nachdem er einen Verteidiger umspielt hatte, wurde er regelwidrig attackiert. Wäre Pose zu Boden gegangen, hätte der Schiedsrichter wohl auf Penalty entschieden. Doch der Surseer blieb auf den Beinen und spielte weiter. Im direkten Gegenzug erhielt Küssnacht einen weiteren Eckball. Bereits zuvor hatten die Gäste bei Standards ihre Gefährlichkeit angedeutet. Die Hereingabe flog scharf in den Fünfmeterraum, wo der Surseer Torhüter im Gedränge entscheidend behindert wurde. Der Ball fand den Weg ins Tor und plötzlich lag Sursee in der ersten Minute der Nachspielzeit wieder mit 1:2 zurück.

Ein harter Schlag für die Gastgeber, zumal zu diesem Zeitpunkt vieles eher auf einen Surseer Sieg als auf eine Gästeführung hingedeutet hatte. Die ersten Zuschauer machten sich bereits auf den Heimweg, doch sie wussten nicht, dass sie etwas verpassen würden. Denn die junge Mannschaft zeigte Charakter. Da es zuvor mehrere Unterbrüche, Behandlungen und Zeitverzögerungen gegeben hatte, liess der Schiedsrichter folgerichtig einige Minuten nachspielen. Sursee warf nun alles nach vorne. Die Devise war klar: Lieber das Risiko eines 1:3 eingehen als sich ohne Gegenwehr geschlagen geben.

Und der Mut wurde belohnt. In der siebten Minute der Nachspielzeit leitete der eingewechselte Affentranger mit einem Seitenwechsel auf Burkhard den letzten Angriff ein. Dieser legte auf Pose ab. Viele Zuschauer rechneten mit einer Flanke in den Strafraum. Stattdessen zog Pose von links nach innen, spielte einen Doppelpass und schloss flach ins rechte Eck ab. Der Ball schlug tatsächlich ein und die Schlottermilch explodierte. 2:2 in der 97. Minute. Leider war kurz danach war Schluss.

Wichtiger Punkt zum Auftakt
Natürlich hätten beide Mannschaften gerne drei Punkte mitgenommen. Besonders Küssnacht dürfte sich nach der zweimaligen Führung über die verpasste Chance ärgern. Aus Surseer Sicht überwiegen jedoch die positiven Erkenntnisse. Die Mannschaft hielt während der gesamten Spielzeit gegen einen der Mitfavoriten hervorragend mit, zeigte attraktiven Fussball und bewies in der Schlussphase grosse Moral. Dieser Auftritt macht Mut für die kommenden Aufgaben. Bereits am Samstag wartet mit dem FC Altdorf der nächste Favorit auf den Aufstieg, obwohl das Spiel gegen Stans überraschend mit 3-0 verloren ging. Mit einer ähnlich geschlossenen und mutigen Leistung scheint auch dort vieles möglich.

Telegramm FC Sursee – FC Küssnacht 2:2 (0:1)
Stadion Schlottermilch. – 100 Zuschauer – Tore: 34. Gügler 0:1. 78. Schmid 1:1. 90.+1 Domingos Freitas 1:2. Pose 90.+7 2:2 – FC Küssnacht: Gügler M.; Stadler, Schilliger, Müller, Lieb; Pasalic, Landolt (C), Qupi, Pereira, Santos; Gügler J. FC Sursee: Kiener; Kramis, Zust (C), Röösli, Joel Burkhardt, Janis Burkhardt, Tushi, Lustenberger, Ademi, Schmid; Pose.