Vom Rückstand zum Sieg: Sarneraatal setzt erstes Ausrufezeichen gegen Weggis

Das Team Sarneraatal feiert den Heimsieg gegen Weggis (Bild: Regula Iten).
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Der erste Schritt ist gemacht. Das Team Sarneraatal a gewinnt das erste Aufstiegsspiel zur 3. Liga verdient mit 3:1 gegen den Weggiser SC und setzt damit ein erstes Ausrufezeichen in der Aufstiegsrunde.

Vor einer für den regionalen Fussball beeindruckenden Kulisse auf dem Mattli in Sachseln trafen zwei Mannschaften aufeinander, die beide unbedingt erfolgreich in die entscheidende Phase der Saison starten wollten. Entsprechend begann die Partie etwas nervös. Die Beine waren schwer, die Köpfe voll. Es wurde viel gelaufen, intensiv gekämpft und kein Zweikampf verschenkt.

Sarneraatal versuchte von Beginn an, das Spiel zu kontrollieren und den Ball laufen zu lassen. Gleichzeitig schlichen sich immer wieder kleine Ungenauigkeiten ein. Die Gäste aus Weggis präsentierten sich körperlich stark, lautstark und suchten mit weiten Bällen und schnellen Vorstössen den Weg nach vorne. Nach rund zwanzig Minuten mussten die Weggiser einen Rückschlag hinnehmen. Ihr rechter Aussenverteidiger blieb im Rasen hängen und verletzte sich am Fussgelenk. Wir wünschen ihm an dieser Stelle eine schnelle und vollständige Genesung.

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Kurz darauf gingen die Gäste in Führung. Nach einem weiten Ball aus der Defensive gewann Sarneraatal zwar das erste Kopfballduell, doch der zweite Ball landete bei Weggis. Aus der zweiten Reihe folgte ein Abschluss, der unmittelbar vor Torhüter Haris nochmals unangenehm aufsetzte. Der Ball sprang unglücklich hoch und fand den Weg ins Netz. Nicht unhaltbar, aber definitiv einer dieser Bälle, die Torhüter nachts nochmals beschäftigen. Der Rückstand verunsicherte das Heimteam spürbar. Doch genau in solchen Momenten braucht es Spieler, die Verantwortung übernehmen. Roberto Cataldi tat genau das.

Der Mittelfeldmotor nahm sich den Ball in der eigenen Platzhälfte, marschierte von der Mittellinie los, liess mehrere Gegenspieler stehen und schloss seinen Sololauf mit einem platzierten Abschluss ins rechte untere Eck ab. Das Tor bedeutete nicht nur das 1:1. Es war der Moment, in dem Sarneraatal wieder aufwachte. Die Zuschauer waren zurück im Spiel, die Mannschaft glaubte wieder an sich und plötzlich war die Unsicherheit verschwunden. Rückblickend war diese Aktion wohl der Schlüssel zum späteren Sieg. Mit dem 1:1 ging es in die Pause.

Xhavit fand einmal mehr die passenden Worte in der Kabine. Nach dem Seitenwechsel wurde der Unterschied immer deutlicher sichtbar. Weggis hatte in der ersten Halbzeit enorm viel investiert und musste dem hohen Aufwand nun Tribut zollen. Die Wege wurden länger, die Pässe etwas ungenauer und die entscheidenden Meter fehlten plötzlich. Sarneraatal wurde mutiger und übernahm Schritt für Schritt die Kontrolle.

Auch die Bank zeigte ihre Qualität. Die eingewechselten Spieler brachten frische Energie, Stabilität und zusätzliche Sicherheit ins Spiel. Die Gastgeber liessen Ball und Gegner laufen und erspielten sich zunehmend gute Torchancen. Die verdiente Führung entstand nach einer schönen Kombination durch das Zentrum. Mit wenigen Kontakten spielte sich Sarneraatal durch die gegnerischen Reihen. Rodrigo tauchte vor dem Torhüter auf, liess diesen mit einer feinen Körperfinte ins Leere laufen und schob abgeklärt zum 2:1 ein. Das Mattli war nun endgültig auf Betriebstemperatur.

Nur wenige Minuten später folgte die Entscheidung. Ein herrlicher Steckpass durch die Beine eines Gegenspielers fand Jusuf, der sich für einmal erfolgreich von seinem starken Bewacher, der Weggiser Nummer 20, lösen konnte. Jusuf behielt die Übersicht, legte den Ball zurück in den Rückraum und dort stand Roberto völlig freistehend bereit. Mit einem platzierten Abschluss ins rechte untere Eck erzielte er das 3:1 und machte sich endgültig zum Matchwinner des Abends. In der Schlussphase liess Sarneraatal nichts mehr anbrennen. Die Mannschaft arbeitete geschlossen gegen den Ball, lief die Gäste konsequent an und verteidigte die Führung souverän. Weggis kämpfte bis zum Schluss, fand jedoch keine Mittel mehr, um das Spiel nochmals spannend zu machen. Mit dem Schlusspfiff war der Jubel entsprechend gross. Der erste Sieg in der Aufstiegsrunde war Tatsache.

Ein besonderes Kompliment gilt dem Weggiser SC. Die junge Mannschaft trat während der gesamten Partie als geschlossene Einheit auf, spielte fair und zeigte sich auch nach dem Schlusspfiff äusserst sportlich. Die Weggiser verfügen über viel Qualität und grosses Potenzial. Wenn es ihnen gelingt, dieses Team zusammenzuhalten, wird man in Zukunft noch einiges von ihnen hören.

Ein herzliches Dankeschön geht an den Vorstand, die zahlreichen Helferinnen und Helfer sowie an alle Zuschauerinnen und Zuschauer. Sie haben auf dem Mattli für einen würdigen Rahmen und einen herrlichen Fussballabend gesorgt. Doch viel Zeit zum Geniessen bleibt nicht. Bereits am Sonntag wartet mit dem FC Brunnen II die nächste Herausforderung in Sachseln. Die Ausgangslage ist vielversprechend, erreicht ist allerdings noch gar nichts.

Vorschau Aufstiegsspiele: So 14.06. 14:00 Team Sarneraatal a – FC Brunnen II | Mi 17.06. 20:00 FC Perlen-Buchrain – Team Sarneraatal a | So 21.06. 14:00 SK Root I – Team Sarneraatal a

Telegramm 4. Liga Aufstiegsspiel Team Sarneraatal a – Weggiser SC 3:1 (1:1)
Mattli, Sachseln. 80 Zuschauer. – Tore: 28. Jerome Abächerli 0:1. 36. Roberto Cataldi 1:1. 68. Rodrigo Santiago Rosaria 2:1. 74. Roberto Cataldi 3:1. – Team Sarneraatal a: Jasarevic; Rugova, Iten, Britschgi, Raimundo Rodrigues; Cataldi, Dos Santos Urbano, Koch, Santiago Rosaria; Ibisi (C), Piliskic. Ersatz: Klasic, Jakupi, Grisiger, von Moos, Della Torre, Bacher, Stifani. – Weggiser SC: Bühler; Kolb (C), Hasler, Ioanna, Tarzia; Nrecaj, Kron, Bortoluzzi, Küttel; Musshafen, Belfiglio. Ersatz: Balmer, Greter, Braichet, Monn, Abächerli, L. Küttel, Mathis. – Bemerkungen: 57. Verwarnung Jerome Abächerli (Weggis). 60. Verwarnung Jusuf Ibisi (Sarnen). 90. Verwarnung Matteo Kolb (Weggis). Etwas abgekühlter, regnerischer Sommerabend vor 80 Zuschauern im Mattli. Kleines Bierzelt sorgte für stimmungsvolle Kulisse. Souveränes Schiedsrichtertrio.