FC Gunzwil: Später Lucky-Punch zum Erfolg beim SC OG

Soccer field with scoreboard showing 3–4 and 90:00; player in orange sits on the turf near banners.
OG am Boden nach der 3:4-Heimniederlage gegen Gunzwil (Bild: Marc Müller).
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In einer vor allem in der zweiten Halbzeit verrückten Partie gelang den Michelsämtern dank einem späten Treffer ein nicht mehr für möglich gehaltener Auswärtssieg beim SCOG, obwohl es früher in der Partie bereits einmal ziemlich gut aussah. Dank diesen Big-Points dürfen die Bolliger-/Erni-Jungs auf einen sehr soliden Saisonstart zurückblicken.

Gunzwil dank Effizienz in Führung
Bei besten Fussballbedingungen und in der 1. Halbzeit immer noch sehr warmen Verhältnissen begann die Partie auf der Wartegg pünktlich und der Gästesektor war gespannt, was heute auf diesem Platz drinliegt, denn die Erinnerungen an die letzten Jahre war eher von bescheidener Natur. Beide Teams tasteten sich zu Beginn gegenseitig ab und brauchten ein paar Minuten um warm zu laufen. Die Gäste aus Gunzwil mussten sich traditionsgemäss vor allem mal an das für sie immer noch ungewohnte Geläuf angewöhnen. In der 10. Minute kam Gunzwil dann mehr oder weniger aus dem Nichts zu einem Eckball und dieser wurde brandgefährlich. Zuerst scheiterte Feyzi am glänzend reagierenden Schrader, aber der Ball kam zum aufgerückten Imbach, welcher goldrichtig stand und zum frühen 0:1 für die Gäste einnetze. Freud und Leid sind manchmal nahe beieinander. In der gleichen Situation blieb Ramundo in einem Luftkampf bei der Landung im Kunstrasen stecken und verdrehte sich das Knie. Der Captain probierte zwar noch weiterzuspielen, aber es machte keinen Sinn und so kam nach knapp einer Viertelstunde Gerber für Ramundo ins Spiel. Den ersten Einschätzungen zufolge, dürfte es nicht allzu schlimm sein, aber für eine genaue Diagnose ist es noch zu früh. Gute Besserung, Elia!

In der Folge entwickelte sich das Spiel weiterhin auf Augenhöhe, allerdings ohne weitere Grosschancen auf den Notizblöcken notieren zu dürfen. Gunzwil zeigte 1-2 weitere offensive Ansätze mit schönen Spielzügen, war aber auch zu wenig entschlossen und konsequent in den entscheiden Momenten und so erlebten Schrader, bis auf das 0:1, und auch sein Gegenüber Bieler eine eher geruhsame Halbeit. Das Heimteam bemühte sich zwar, konnte sich aber in der gesamten ersten Halbzeit beine keine nennenswerte Möglichkeit herausspielen. Normalerweise war OG in den letzten Partien bereits im 1. Umgang sehr gut aufgelegt gegen Gunzwil und das kamen die Michelsämter jeweils schmerzlich zu spüren. Als sich alle schon mit einem 0:1 zum Pausentee abfanden lancierte Bieler in der Nachspielzeit der 1. Halbzeit mit einem weiten Ball Fankhauser, welche eine Unachtsamkeit in der OG-Defensive und einem Lupfer zum 0:2 gnadenlos bestrafte. Ein Tor aus dem heiteren Himmel und ein weiterer Nackenschlag für das Heimteam. Bieler damit mit einem Assist und Fankhauser mit dem ersten Saisontreffer. Die Wartegg-Elf schien nun plötzlich den Ernst der Lage zu begreifen und noch vor dem Pausenpfiff musste Bieler nach einem gefährlichen Freistoss von Egloff zum ersten Mal eingreifen und lenkte das Leder am Pfosten vorbei. Nun war endgültig Pause.

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Verrückte 2. Halbzeit
Man durfte gespannt sein, wie das Heimteam auf die 1. Halbzeit reagieren würde und ob Gunzwil die Führung verteidigen könnte. Den ersten guten Ansatz präsentierten die Gäste in der 47. Minute, aber Schrader konnte man damit nicht beunruhigen. In der 55. Minute kam dann Feyzi zum nächsten gefährlichen Abschluss, ohne jedoch für eine möglich Vorentscheidung zu sorgen. Die 2. Halbzeit war nun so richtig lanciert und auch das Heimteam zeigte bereits erste (noch) zaghafte Versuche in der Offensive. In der 58. Minute wurde dann Uebelmann in der Mitte sträftlich freigelassen und so konnte die Nummer der 9 der OG-Elf ungehindert zum 1:2-Anschlusstreffer einnicken. Gunzwil konnte aber umgehend reagieren und stellte nur zwei Minuten später den alten Abstand wieder her, als Fleischli Fankhauser mit einem schönen Zuspiel bediente und dieser in der 60. Minute zum Doppeltorschützen avisierte und das 1:3 erzielte. Nun war es aber endgültig vorbei mit der Zurückhaltung des Heimteams, welches in den kommenden Minuten ein Powerplay aufzog und die Michelsämter immer mehr in die eigene Defensive zurückdrängte. In der 65. Minute hatte Gunzwil Glück, als ein vermeintlich nächster OG-Treffer durch eine knappe Abseitsentscheidung aberkannt wurde. Die Hausherren blieben aber weiter am Drücker und nur vier Minuten später war es der ominipräsente Uebelmann, welcher seine Durchschlagskraft präsentierte und mit einem präzisen Flachschuss in die untere, rechte Torecke das 2:3 erzielte.

Das Spiel entwickelte sich immer mehr zu einem Hitchcock und der Spielausgang war unklarer denn je. Die Gastgeber präsentierten in dieser Phase den Fussball, welchen die Michelsämter auch in den letzten Jahre auf diesem Platz miterlebten. In der 79. Minute entschärfte dann Bieler mit einer mirakulösen Parade den möglichen Ausgleich doch in der gleichen Szene anschliessend kam wieder Uebelmann, leicht abseitsverdächtig, zum Ball und erzielte den vielumjubelten Ausgleich für das Heimteam. Nun war endgültig richtig Pfeffer in der Partie und die Stimmung auf und neben dem Feld war aufgeheizt, aber immer fair. In der 84. Minute verletzte sich dann leider der Schiedsrichter leicht und so kam es innerhalb vom Trio zu einer kleinen Rochade was Aufgaben und Standorte auf dem Feld anbelangt. Gunzwil konnte die Partie nach dieser Unterbrechung wieder ein bisschen ausgeglichener gestalten und hielt den Ball meist fern vom Gehhäuse. Durch die verletzungsbedingte Unterbrechung wurden sieben Nachspielminuten angekündigt. In der 94. Minute konnte Gunzwil sich auch offensiv wieder einmal sehenswert in Szene setzen und wie. Gerber lancierte mit einem Traumpass Furrer durch die Gasse und dieser vollendete in der Manier eines Goalgetters zum nicht mehr für möglich gehaltenen Lucky-Punch für die Gäste. Die Gastgeber warfen nun noch einmal alles nach vorne und kamen in der 96. Minute noch einmals zu einer guten Gelegenheit. Kurz danach war aber Schluss und die Gunzwiler Freude über diesen Auswärtssieg kannte keine Grenzen.

Heimspiel gegen Rothenburg
Was war das für eine Partie. Nach einer bescheidenen 1. Halbzeit mit wenig Torchancen entwickelte sich in der 2. Halbzeit eine intensive und spannungsgeladene Partie mit einer unglaublichen Schlussphase, in welcher Gunzwil zuerst die Punkte auf der Wartegg wieder zu entgleiten schienen, aber dann doch noch alles gut kam. Die Bolliger-/Erni-Elf ist damit mit sieben Punkten aus vier Spielen gut in die neue Saison gestartet und darf mit einem gesunden Selbstvertrauen an die kommenden Aufgaben herangehen. Am kommenden Samstag kommt es auf der Linden zum Derby gegen Rothenburg. Gleichzeitig findet noch unser Sponsorenapéro statt und bei hoffentlich gutem Fussballwetter freuen wir uns auf einen spannenden Fussballabend mit vielen Toren und einem guten Fussballspiel. Hopp Gonzbu!

Voranzeige: FC Gunzwil – FC Rothenburg, Sa. 05.09.2026, 18.00 Uhr, Sportanlage Linden, Gunzwil

Telegramm SC Obergeissenstein – FC Gunzwil 3:4 (0:2)
Wartegg. – 120 Zuschauende.
Tore: 10. Imbach 0:1. 45. Fankhauser 0:2. 58. Uebelmann 1:2. 60. Fankhauser 1:3. 69. Uebelmann 2:3. 79. Uebelmann 3:3. 94. Furrer 3:4.
Bemerkungen: Gunzwil ohne Luca Süess (abwesend), Paco Imbach (B-Junioren), Felix (Militär), Rogger, Isler, Bucher, Blättler (alle verletzt).
SCOG: Schrader; Müller, Michael Stalder, Meier (72. Mosses), Albisser, Bassi (64. Corrado), Samuel Stalder, Komani (60. Veseli); Silva Borges (70. Kiser), Uebelmann, Egloff (46. Reyneri).
Gunzwil: Bieler; Imbach, Stocker, Dätwyler, Nascimento; Furrer, Thimo Fleischli, Ramundo (14. Gerber), Fankhauser; Schumacher (77. Lopes), Feyzi (68. Pervorfi).