
In einem intensiven Duell verhinderte die Torumrandung in der Schlussphase den Vollerfolg für die Gäste: Gleich zwei wuchtige Lattenknaller standen dem Engelberger Sieg im Weg.
Engelberg musste für die Auswärtspartie in Emmenbrücke auf insgesamt 14 Spieler verzichten. Zu allem Übel verletzte sich beim Einlaufen auch noch Mittelfeldmotor Manuel Kaufmann, der somit kurzfristig ausfiel. Der Rasenplatz neben dem Stadion Gersag befand sich in einem sehr schlechten Zustand – braune Löcher waren dominanter als die grünen Stellen. Kaum angepfiffen, zog nach 20 Sekunden ein FCE-Spieler allein vor das Tor der Engelberger. Wie genau diese Situation entstand, liess sich im Nachhinein nicht mehr rekonstruieren. Glücklicherweise verzog der Stürmer relativ deutlich, was wohl auch dem holprigen Untergrund geschuldet war. Emmenbrücke blieb in der Startphase die spielbestimmende Mannschaft und zeigte eindrücklich, weshalb das Team ein heisser Kandidat für einen Spitzenplatz ist. Immer wieder versuchten die Gastgeber, mit präzisen hohen Bällen hinter die Abwehrkette des ESC zu gelangen. Ein Schuss aus der zweiten Reihe zwang ESC-Torhüter Zumbühl zu einer Glanzparade. Auch die Eckbälle des FCE bildeten eine stetige Gefahrenquelle. Insgesamt war es das erwartet intensive Spitzenspiel.
Ruhephasen gab es keine, weil beide Teams konsequent die Offensive suchten. Es dauerte ein Weilchen, bis Engelberg im Spiel ankam. Aufgrund der zahlreichen Umstellungen benötigte die Mannschaft etwas Zeit, um die Abstimmung zu finden. Die Mittelfeldakteure spulten etliche Kilometer ab und auch die Abwehrreihen waren ständig beschäftigt. In der 25. Minute belohnten sich die Gäste für einen couragierten Auftritt. Ein perfekt getimter Freistoss von Barzon fand den Kopf von Thomas Matter, der zum 0:1 einnickte. Die Freude hielt jedoch nur kurz. Ein Abstimmungsfehler in der ESC-Hintermannschaft bescherte John das 1:1. Ein Gegentreffer zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt, der Emmenbrücke erneut Aufwind verlieh. Kurz vor der Pause wollte Planzer im Strafraum klären, erwischte dabei jedoch die Hacken des Gegenspielers. Folgerichtig entschied der Schiedsrichter auf Penalty. Gomez verwertete sicher zur 2:1-Führung für Emmenbrücke. Das Spiel war gedreht. Martin Matter hatte nur zwei Minuten später nach einer sehenswerten Direktabnahme das 2:2 auf dem Fuss, doch FCE-Torhüter Petrovic lenkte das Geschoss mit den Fingerspitzen an die Latte. Es war der Schlusspunkt einer äusserst unterhaltsamen ersten Halbzeit.
Die zweite Hälfte begann genauso intensiv, wie die erste aufgehört hatte. Beide Teams spielten konsequent auf Sieg – Vollgas-Fussball pur. Inzwischen führte Engelberg die etwas feinere spielerische Klinge. Mit schnellen Vorstössen über das Zentrum brachten die wirbligen ESCler die Abwehr der Luzerner gehörig in Bedrängnis. Ein Energieanfall von Thomas Matter liess Engelberg in der 61. Minute erneut jubeln: Er profitierte von einem Missverständnis zwischen dem FCE-Torhüter und seinen Vorderleuten. Matter staubte zum 2:2 ab. Zehn Minuten später hämmerte Milicevic einen Freistoss an die Latte. Nur kurz darauf klatschte auch ein Abschluss aus seitlicher Position von Martin Matter auf den Querbalken. Riesenpech für Engelberg, denn das hätte die Vorentscheidung sein können. In der 80. Minute brauchte es nochmals einen starken Reflex von ESC-Keeper Zumbühl, der das 3:2 für Emmenbrücke verhinderte. Beide Teams kamen in den Schlussminuten zu weiteren Möglichkeiten, am Ende blieb es jedoch beim Remis.
Engelberg zeigte sich mit dem Punkt nicht unzufrieden, obschon aufgrund der beiden Lattentreffer in der Schlussphase gar ein Sieg möglich gewesen wäre. Besonders hervorzuheben gilt es den leidenschaftlichen Einsatz und die unglaubliche Laufleistung aller ESC-Akteure, der nicht zuletzt auf den tollen Teamspirit zurückzuführen ist. Damit bleibt der ESC auch nach drei gespielten Partien an der Tabellenspitze. Das nächste Spiel findet zu Hause gegen den FC Alpnach statt.
Telegramm 4. Liga FC Emmenbrücke II – Engelberger SC 2:2 (2:1)
Sportanlage Gersag, Feld D – 70 Zuschauende
Tore: 32. Thomas Matter 0:1, 33. Joel John 1:1, 40. Severo Gomez 2:1, 61. Martin Matter 2:2
Gelbe Karten: Jarno Meister (FCE)
FC Emmenbrücke III: Petrovic; Meister, Nasser, Dano, Gomez, Saleh, Zimmermann, John, Prenkaj, Dermaku, Ettlin (Klatt, Costa, Moretti, Peric, Küng, Kourouma)
Engelberger SC: Zumbühl; Negrassus, Planzer, T. Matter, Dinkel, Ruiz, Barzon, R. Kaufmann, Schraner, M. Matter, Davidovic (Christen, Lötscher, Milicevic, Häfliger)































