Früher Jubel, später Frust: Luzern verschenkt gegen Basel eine gute Ausgangslage

Enttäuscher FCL nach der Heimniederlage gegen Basel (Bild: FC Luzern).

Der FC Luzern hat im Heimspiel gegen den FC Basel einen Traumstart hingelegt, musste sich am Ende aber mit 2:4 geschlagen geben. Nach der frühen Führung offenbarten die Innerschweizer vor allem in der Defensive zu viele Schwächen und ermöglichten einem lange verunsicherten Gegner einen überraschend souveränen Auswärtssieg.

Bereits nach wenigen Sekunden schien alles angerichtet für einen erfolgreichen Nachmittag. Ruben Fernandes flankte präzise in den Strafraum, wo Oscar Kabwit den Ball per Kopf unhaltbar zum 1:0 ins lange Eck verlängerte. Die Freude hielt jedoch nur kurz. Basel reagierte sofort und kam bereits in der 4. Minute zum Ausgleich. Nach einem Schnittstellenpass auf Olaigbe hatte Žan Celar vor dem leeren Tor keine Mühe, das 1:1 zu erzielen.

In der Folge entwickelte sich eine attraktive und temporeiche Partie. Der FCL zeigte sich offensiv mutig und kam mehrfach zu guten Möglichkeiten. Daniel Mikołajewski setzte einen Kopfball über das Tor, Bung Hua Freimann scheiterte nach einem Eckball aus aussichtsreicher Position, und auch Ruben Fernandes verfehlte das Ziel nur knapp. Luzern wirkte besonders über die Flügel gefährlich und hatte phasenweise Vorteile.

Trotzdem blieb ein Problem offensichtlich: Die Defensive strahlte wenig Stabilität aus. Basel fand immer wieder Räume und kam nach Ballverlusten oder Unkonzentriertheiten gefährlich vor das Tor von Ivan Letica. Kurz vor der Pause wurde der FCL dafür bestraft. Nach einem Eckball von Xherdan Shaqiri setzte sich Philip Otele im Luftduell gegen Freimann durch und köpfte zum 2:1 für die Gäste ein.

Nach dem Seitenwechsel blieb Luzern zunächst im Spiel, doch ein weiterer Defensivfehler brachte die Partie endgültig auf die Basler Seite. Shaqiri wurde beim 3:1 viel zu wenig konsequent attackiert und nutzte die Freiheiten mit einem sehenswerten Abschluss aus. Nur zehn Minuten später konnte der Basler Spielmacher erneut praktisch unbehelligt zum Abschluss kommen und erhöhte auf 4:1. Gerade diese beiden Szenen dürften dem Luzerner Trainerteam zu denken geben: Ein Spieler seiner Klasse darf in diesen Räumen nicht derart frei agieren.

Der FCL versuchte zwar zu reagieren. Udo Portmann brachte mit Lucas Ferreira, Aurelio Oehlers und Faveurdi Bongeli frische Kräfte. Die Mannschaft zeigte auch Zeichen des Widerstands. Ferreira traf mit einem starken Abschluss die Latte, Bongeli vergab eine Kopfballchance. Dennoch fehlte über weite Strecken die Durchschlagskraft, um Basel ernsthaft in Bedrängnis zu bringen.

Erst in der Schlussphase keimte nochmals etwas Hoffnung auf. Der kurz zuvor eingewechselte Lars Villiger traf nach Vorarbeit von Bongeli mit seiner ersten Ballaktion zum 2:4. Der Treffer kam jedoch zu spät, um die Wende noch einzuleiten. Basel verwaltete den Vorsprung routiniert und liess in den letzten Minuten kaum noch etwas anbrennen.

So bleibt für den FC Luzern eine enttäuschende Niederlage, die besonders deshalb schmerzt, weil nach der frühen Führung deutlich mehr möglich gewesen wäre. Offensiv zeigte der FCL gute Ansätze und kam zu mehreren Chancen. Entscheidend war jedoch die mangelnde Konsequenz im Defensivverhalten. Zu oft erhielten die Basler Schlüsselfiguren Platz und Zeit, insbesondere Shaqiri nutzte dies eiskalt aus. Gegen einen verunsicherten Gegner wäre für Luzern mehr drin gelegen gewesen. Statt eines möglichen Sprungs nach vorne in der Tabelle bleibt die Erkenntnis, dass stabile Defensivarbeit auf diesem Niveau weiterhin der Schlüssel zum Erfolg ist.

Telegramm FC Luzern – FC Basel 2:4 (1:2)
Stadion Allmend – 15’859 Zuschauer. – SR Schnyder.
Tore: 1. Kabwit (Dantas Fernandes) 1:0. 4. Celar (Olaigbe) 1:1. 42. Otele (Corner Shaqiri) 1:2. 56. Shaqiri (Olaigbe) 1:3. 66. Shaqiri (Olaigbe) 1:4. 84. Villiger (Bongeli) 2:4.
Luzern: Letica; Dantas Fernandes, Bung Hua Freimann, Bung Meng Freimann, Ciganiks; Owusu (60. Oehlers), Zimmermann (60. Ferreira), Bertone, Di Giusto (83. Villiger); Mikolajewski (72. Toggenburger), Kabwit (60. Bongeli).
Basel: Salvi; Tsunemoto, Daniliuc, Akpe, Rüegg (61. Michelin); Harder (72. Malachowski), Metinho; Olaigbe, Shaqiri (72. Koloto), Otele (61. Malouda); Celar (85. Omeragic).
Bemerkungen: Luzern ohne Dorn, Bieler (beide verletzt). Basel ohne Bacanin, Hoch, Kaio Eduardo, Louis, Omlin, Sigua, Sow (alle verletzt). – 63. Lattenschuss Ferreira. – Verwarnungen: 52. Bung Hua Freimann (Foul), 57. Shaqiri (übetriebener Torjubel), 58. Otele (Foul).