Engelberg kommt auch in Kriens nicht vom Fleck

Kurz vor Spielbeginn im Stadion Kleinfeld in Kriens (Bild: Engelberger SC).

Zum vierten Mal in Serie zieht Engelberg den Kürzeren und stürzt in der Tabelle ins Niemandsland.

Am Donnerstag musste das Training aufgrund von zu wenigen Spielern gestrichen werden. Keine optimalen Voraussetzungen also, um die aktuelle Negativserie zu durchbrechen. Auch am Samstagnachmittag sah es nicht wirklich besser aus. Insgesamt 17 Spieler (!) fehlten dem ESC, wobei sich mehr als die Hälfte der Abwesenden mit Verletzungen herumschlägt. Aus diesem Grund trat Engelberg mit lediglich 12 Spielern gegen Kriens an.

Kriens drückte nach Anpfiff gleich aufs Tempo. Sie wollten die angespannte personelle Situation ausnutzen, machten Druck und liefen immer wieder konsequent vorne an. Abwehrchef Imboden, der nach einer Gelb-Rot-Sperre zurückkehrte, verteidigte mit seinen Teamkollegen souverän und liess nur wenig zu. Bis dato führte jedoch Kriens die feinere spielerische Klinge. Vor allem mit ihren schnellen Flügelspielern sorgten sie für ordentlich Dampf im offensiven Bereich. In der 13. Minute fand Kriens eine Lücke auf der Aussenbahn, die ihnen der ESC offenbarte. Im Schnelltempo kam der Ball zu Fretz, der bereits im Fünfer völlig blank zum 1:0 einschob. Im Gegenzug hätte Milicevic eigentlich den Ball im Netz versenken müssen, doch er zog es vor, den rechten anstatt den linken Fuss für eine scharfe Hereingabe von Parodi zu verwenden, was in dieser Situation die falsche Entscheidung war. Chance auf den Ausgleich vertan. Das Heimteam blieb jederzeit gefährlich und vor allem provozierten sie immer wieder Fehler des ESC durch gezieltes Anlaufen im Zentrum. Als danach der ESC langsam die spielerische Überhand übernahm, jubelte Huber über das 2:0. Er entwischte unbemerkt der ESC-Abwehr und versenkte das Leder humorlos im linken Eck. Obwohl Torhüter Röschl lange stehenblieb, konnte er den zweiten Treffer nicht verhindern. Parodi wäre beinahe in der 35. Minute allein vor das Tor der Krienser gezogen, doch die vielbeinige SCK-Abwehr blockte sein Solo kurz vor dem Strafraum. Ein gut getretener Freistoss von Kaufmann blieb unglücklicherweise am Rücken eines SCK-Spielers hängen. Bis zur Halbzeit war der ESC zwar mehr im Ballbesitz, aber daraus resultierten keine weiteren Torchancen.

Mit neuem Elan und Zuversicht, Aufgeben war ohnehin keine Option, übernahm der ESC jetzt fast komplett das Spieldiktat. Sie drückten die Krienser immer weiter in die eigene Hälfte, doch wie schon in der ersten Halbzeit, kam es zu wenigen richtig gefährlichen Aktionen. Entweder waren die Pässe ins letzte Drittel zu ungenau oder irgendein Krienser Spieler warf sich in den Abschlussversuch. Es war, gelinde ausgedrückt, zum Haare-Raufen. Egal was der ESC auch anstellte, der Ball wollte nicht ins Tor. Die Hausherren kamen durch Konter dem dritten Tor ein paar Mal recht nahe, aber auch ihnen fehlte die Genauigkeit. Engelberg probierte in den letzten 20 Minuten nochmals alles, wirklich alles. Sie spielten ultraoffensiv. Am Resultat änderte es nichts mehr und erneut belohnte sich Engelberg nicht für den grossen Aufwand. Es ist bereits die vierte Niederlage in Serie. Wiederum gegen einen Gegner, der grundsätzlich nicht besser spielte, jedoch vielleicht ein wenig zielstrebiger. Bei dieser Gelegenheit sei die hervorragende Schiedsrichterleistung erwähnt. Zuletzt war der ESC nicht immer happy mit den Schiris, aber dieses Mal bedarf es lobender Worte für den Unparteiischen. Keine One-Man-Show, keine Komik, klare Ansagen, viel Ruhe und eine klare Linie.

Leider sind es momentan sportlich schwierige Zeiten in Engelberg. Tabellarisch ist man zudem inzwischen 12 Punkte hinter Leader Hergiswil zurückgefallen und damit in den Niederungen der Tabelle angekommen. Das entspricht mit Sicherheit nicht dem, was der ESC bisher an Leistungen ablieferte. Es mag sich komisch anhören, aber es ist trotzdem eine Freude, diesem Team zuzusehen, welches ackert, kämpft, läuft, alles versucht und nie aufgibt. Dies sieht auch das gesamte ESC-Umfeld so, weshalb in Engelberg keine Unruhe oder Negativität aufkommt. Arbeitet der ESC weiter fokussiert und lichtet sich dann in der Rückrunde die Verletztenliste, wovon auszugehen ist, kann definitiv mit einer grossen Aufholjagd des ESC gerechnet werden. Abschreiben sollte man das Team nicht!

Telegramm 4. Liga SC Kriens III – Engelberger SC 2:0 (2:0)
Sportanlage Kleinfeld Kriens – 50 Zuschauende
Tore: 13. Fretz 1:0, 29. Huber 2:0
Karten: Fehlanzeige!
SC Kriens: Von Rotz; Haas, Frevel, Baumann, Fretz, Gabler, Röösli, Renggli, Schmindlin, Vonesch, Huber (Schaffenrath, Spencer)
Engelberger SC: Röschl; Negrassus, Imboden, Christen, Ribeiro, M. Kaufmann, Schraner, R. Kaufmann, Dinkel, Parodi, Milicevic (Planzer)