Spielbericht FC Gunzwil:
Der FC Gunzwil zeigt im emotionsgeladenen Duell gegen den FC Eschenbach viel Moral. Nach zweimaligem Rückstand stecken die Michelsämter nicht auf, zeigen grossen Kampfgeist und entführen am Ende einen unter dem Strich verdienten Punkt beim 2:2-Unentschieden aus Eschenbach. Ein Spiel, das alles bot, was das Fussballherz begehrt: Tore, Aluminiumtreffer und jede Menge Derby-Zündstoff bis nach dem Schlusspfiff.
Von Beginn weg entwickelte sich auf dem Eschenbacher Weiherhus eine äusserst unterhaltsame und intensive Partie. Die Gastgeber erwischten dabei den etwas besseren Start. Nach exakt zwanzig Minuten zappelte das Leder zum ersten Mal im Netz von Gunzwil-Keeper Fabrice Bieler – die Hausherren gingen durch einen Treffer von Portmann mit 1:0 in Führung. Eschenbach drückte weiter und jubelte nur vier Minuten später erneut, doch die Pfeife des Unparteiischen ertönte: Abseits! Glück für die Gunzwiler, bei denen dieser Weckruf Wirkung zeigte. In der 33. Minute profitierte Raffael Furrer von einer Unzulänglichkeit in der Eschenbacher Defensive, behielt die Nerven und schob eiskalt zum vielumjubelten 1:1-Ausgleich ein. Mit diesem leistungsgerechten Unentschieden ging es auch in die Kabinen.
Auf und Ab in der zweiten Halbzeit
Beide Teams kamen unverändert aus den Katakomben, doch der FC Eschenbach erwischte erneut den Blitzstart. In der 51. Minute bezwangen die Seetaler die Gunzwiler Hintermannschaft zum zweiten Mal an diesem Nachmittag und stellten auf 2:1 durch Schmid. In der Folge wurde die Gangart der Partie spürbar rauer: Lionel Stocker sah nach 58 Minuten den gelben Karton. Das Gunzwiler Trainerduo reagierte und brachte in der 60. Minute frischen Wind: Sandro Koch ersetzte Redon Pervorfi auf dem Feld.
Das Spiel stand nun auf Messers Schneide. Eschenbach drückte vehement auf die Vorentscheidung und die Gunzwiler bekundeten in der 66. Minute grosses Glück, als ein Eschenbacher Abschluss nur an den Pfosten klatschte. Kurz darauf holte sich Thimo Fleischli die Verwarnung ab (68.). Doch Gunzwil steckte niemals auf und erzwang das Glück des Tüchtigen: Nur zwei Zeigerumdrehungen nach der Gelben Karte tankten sich die Michelsämter durch, zwangen die Eschenbacher Abwehr zu einem folgenschweren Fehler, und ein Eigentor der Hausherren bedeutete das vielumjubelte 2:2 (70.).
Dramatik pur in der Schlussphase
Wer dachte, die Partie würde nun abflachen, sah sich getäuscht. Nur zwei Minuten nach dem Ausgleich schepperte es erneut am Gehäuse der Gunzwiler – der zweite Pfostenschuss für Eschenbach in dieser Partie (72.)! In der Schlussphase wurde auf beiden Seiten noch einmal kräftig gewechselt. Elia Ramundo machte auf Gunzwiler Seite Platz für Dustin Gerber (78.) und in der 90. Minute kam Marco Rogger für Jan Dätwyler ins Spiel. In der Nachspielzeit sah Torschütze Raffael Furrer noch den gelben Karton. Furrer hatte in der 95. Minute sogar noch den Siegestreffer auf dem Fuss, aber das wäre dann des Guten doch zu viel gewesen für die Gäste. Danach war Schluss. Doch die Emotionen kochten auch nach dem Schlusspfiff weiter über: Thimo Fleischli holte sich im Anschluss an das Spiel im Austausch mit dem Schiedsrichter die gelb-rote Karte ab. Am Ende bleibt ein hart erkämpfter und moralisch wichtiger Punkt für den FC Gunzwil, auf den sich für die kommenden Aufgaben definitiv aufbauen lässt!
Spielbericht FC Eschenbach: Viel Leidenschaft, zu wenig Effizienz: Eschenbach und Gunzwil teilen die Punkte
Der FC Eschenbach zeigt erneut eine engagierte Leistung, muss sich gegen den FC Gunzwil trotz spielerischer Vorteile und hochkarätiger Torchancen aber mit einem 2:2 begnügen. Zweimal gehen die Seetaler in Führung, zweimal schlagen die Gäste zurück. Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass angesichts der Möglichkeiten deutlich mehr drin gelegen wäre.
Die positive Entwicklung der vergangenen Wochen wollte der FC Eschenbach unbedingt fortsetzen. Dass die Mannschaft von Raffael Valladares gewillt war, den Schwung mitzunehmen, zeigte sich von Beginn an. Mit viel Einsatz und Überzeugung suchte das junge Heimteam den Weg nach vorne. Doch auch der FC Gunzwil reiste mit Selbstvertrauen ins Seetal und erwies sich als gut organisierter Gegner.
Auf dem Platz entwickelte sich zunächst eine ausgeglichene Partie. Beide Teams begegneten sich auf Augenhöhe, offensiv wusste Eschenbach allerdings zunehmend Akzente zu setzen. Die Gastgeber kombinierten gefällig, erspielten sich die besseren Möglichkeiten und hatten spielerisch immer wieder Vorteile. Was fehlte, war die nötige Konsequenz im Abschluss. Wie bereits in den vergangenen Wochen liess die Chancenverwertung zu wünschen übrig. Dennoch gelang es den Seetalern, sich für ihren Aufwand zu belohnen und verdient in Führung zu gehen. Gunzwil hatte bis dahin offensiv nur wenig Gefahr entwickelt. Umso bitterer war aus Sicht der Gelbschwarzen der Ausgleich noch vor der Pause. Ein unglücklicher Gegentreffer machte den Vorsprung zunichte und sorgte dafür, dass Eschenbach trotz der überzeugenden Ansätze mit einem Dämpfer in die Kabine musste.
Auch nach dem Seitenwechsel übernahmen die Gastgeber wieder Verantwortung und suchten entschlossen die Offensive. Der engagierte Auftritt wurde mit dem erneuten Führungstreffer belohnt. Die Voraussetzungen für einen Heimsieg waren damit geschaffen. Doch anstatt den Vorsprung auszubauen, liessen die Seetaler weitere gute Gelegenheiten ungenutzt. Diese Nachlässigkeit sollte sich rächen: Nach einer ungenügenden Abwehraktion der Gastgeber nutzte Gunzwil die Gelegenheit und stellte erneut auf Gleichstand. Während Eschenbach viel in die Offensive investierte, erwiesen sich die Gäste in den entscheidenden Momenten als effizienter. Zweimal gerieten sie in Rückstand, zweimal fanden sie eine Antwort. In der Schlussphase mobilisierten die Seetaler nochmals sämtliche Kräfte. Mit viel Einsatz drängten sie auf den Siegtreffer und wollten sich für ihre spielerische Überlegenheit doch noch belohnen. Der entscheidende Abschluss wollte jedoch nicht gelingen. So blieb es beim 2:2 – einem Unentschieden, das sich für Eschenbach angesichts der besseren Torchancen eher wie ein verpasster Sieg anfühlt.
Entsprechend gemischt fällt das Fazit aus. Einsatz, Leidenschaft und spielerische Entwicklung stimmen, doch in den entscheidenden Momenten fehlte die letzte Konsequenz – sowohl vor dem gegnerischen Tor als auch in der eigenen Defensive. Solange sich der Aufwand nicht konsequenter in Tore ummünzen lässt und individuelle Fehler unbestraft bleiben, wird es schwierig, solche Partien für sich zu entscheiden. Viel Zeit, dem verpassten Erfolg nachzutrauern, bleibt den Seetalern nicht. Am kommenden Wochenende wartet mit dem FC Hergiswil auswärts die nächste anspruchsvolle Aufgabe. Gegen den starken Absteiger will Eschenbach an die Leistungen der vergangenen Wochen anknüpfen, die positiven Ansätze bestätigen und den nächsten Schritt machen. Das Ziel ist klar: Aus guten Auftritten sollen endlich auch die entsprechenden Resultate werden.
Telegramm FC Eschenbach – FC Gunzwil 2:2 (1:1)
Sportanlage Weiherhus, Eschenbach. – 217 Zuschauer. – Tore: 20. Portmann 1:0. 33. Furrer 1:1. 52. Schmid 2:1. 71. Koch 2:2.–
FC Eschenbach: Bachmann, Heinrich, Richli, Gehrig, Barmet (67. Erne), Lustenberger (77. Rosenberg), Erni, Portmann (72. Bossart), Bulut (82. Guzzo), Niederberger, Schmid. – Gunzwil: Bieler, Imach, Stocker, Dätwyler (90. Rogger), Ramundo (78. Gerber), Pervorfi (60. Koch), Süess, Fleischli, Furrer, Feyzi, Schumacher.
FC Gunzwil: Fabrice Bieler; Janis Imbach, Lionel Stocker, Jan Dätwyler (90. Marco Rogger), Elia Ramundo (77. Dustin Gerber); Redon Pervorfi (60. Sandro Koch), Luca Süess, Thimo Fleischli; Raffael Furrer, Ramin Feyzi, Nino Schumacher.
Verwarnungen: 43. Sandro Heinrich (Eschenbach), 58. Lionel Stocker (Gunzwil), 68. Thimo Fleischli (Gunzwil), 90+2. Raffael Furrer (Gunzwil).
Bemerkungen: 24. Tor von Eschenbach wegen Abseits aberkannt. 66. und 72. Pfostenschüsse Eschenbach. Gelb-Rote Karte für Thimo Fleischli (Gunzwil) nach Schlusspfiff.































