Ibach zittert sich in Unterzahl zum kapitalen Auswärtssieg

In Unterzahl verteidigten die Muotadörfler den 1:2-Vorsprung (Bild: Armin Reichlin).

In einer schwierigen Partie sichert sich der FC Ibach drei enorm wichtige Punkte beim Tabellenletzten FC Uster. Nach einer harten Roten Karte gegen Kadrija mussten die Muotadörfler in Unterzahl alles in die Waagschale werfen, um den 1:2-Erfolg über die Zeit zu retten.

Die Blau-Weissen bekamen die Startphase auf dem seifigen Ustermer Geläuf nur schwer unter Kontrolle. Das Heimteam agierte schwungvoller und sorgte vor allem über die rechte Angriffsseite für gefährliche Vorstösse. Ibach wirkte etwas schläfrig und wusste sich phasenweise nur mit Fouls zu helfen, was Schiedsrichter Breu auf den Plan rief: Bereits früh sahen die beiden Defensivakteure Theiler (7.) und Kadrija (11.) gelbe Karten.

Novalic-Doppelschlag belohnt Steigerung
Nach rund zwanzig Minuten fanden die Gäste dann jedoch besser ins Spiel. Die Muotadörfler bauten Druck auf, demonstrierten die reifere Spielanlage und zeigten auf, dass man klar über mehr Qualitäten verfügte. Die Belohnung folgte prompt: In der 25. Minute bediente Gudelj im Strafraum den freistehenden Novalic, welcher Keeper Riedi eiskalt zum 0:1 bezwang. Der Führungstreffer gab den Ibächlern weiter Auftrieb. Nur wenige Zeigerumdrehungen später zappelte das Leder erneut im Netz. Nach einem herrlichen Zuspiel von Reichmuth bewies Novalic einmal mehr seine Qualitäten und erhöhte abgebrüht auf 0:2. Die vermeintliche Vorentscheidung durch Merdovic, der kurz darauf zum 0:3 einschoss, wurde vom Unparteiischen wegen einer hauchdünnen Offsideposition im Keim erstickt.

Harter Platzverweis bricht den Spielfluss
In der 39. Minute änderte sich das Gesicht der Partie komplett. In einem Zweikampf trat Kadrija einem am Boden liegenden Ustermer unabsichtlich auf den Fuss. Referee Breu zeigte keine Gnade und zückte direkt die Rote Karte – ein enorm harter Entscheid, der die Blau-Weissen nun vor eine Herkulesaufgabe stellte. Nach dem Seitenwechsel ordnete Ibach in Unterzahl die Defensive neu: Schlegel rückte in die Innenverteidigung und fortan igelten sich die Gäste mit zehn Mann in der eigenen Platzhälfte ein. Entlastungsangriffe blieben Mangelware und die Zuordnung in der Hintermannschaft stimmte nicht immer lückenlos. Uster drückte und kam zu Möglichkeiten – so zischte ein Kopfball von Schlatter (68.) nur haarscharf über das Gehäuse.

Zitterpartie bis zur 94. Minute
Kurz darauf wurden die Offensivbemühungen der Zürcher belohnt. Schlegel rutschte in der 71. Minute auf dem nassen Rasen weg. Der eingewechselte Bachmann profitierte vom Abwehrpatzer und schob zum 1:2-Anschlusstreffer ein. Es brach eine dramatische Schlussphase an: Ibach verteidigte mit Mann und Maus, warf sich in jeden Ball und stemmte sich kämpferisch gegen den drohenden Ausgleich. Das Happy End war schliesslich Torhüter Camenzind zu verdanken: In der 94. Minute parierte er einen Abschluss nach einem Freistoss aus kürzester Distanz mit einem Big Save und hielt den Sieg fest. Am Ende gewinnt der FC Ibach keinen Schönheitspreis, nimmt aber drei kapital wichtige Punkte mit ins Muotadorf.

Telegramm FC Uster – FC Ibach 1:2 (0:2)
80 Zuschauer. – SR: Breu. – Tore: 25. Admir Novalic 0:1. 34. Admir Novalic 0:2. 73. Bachmann 1:2. – FC Uster: Riedi; Forrer, Seupke, Kijera, Francesco Salvatore (46. Adedeji); Daniele Salvatore (87. Gonçalves), Schlatter, Bonin (71. Gugger), Kappler (64. Emekli); Aquino, Tsolakis (64. Bachmann). – FC Ibach: Camenzind; Mwakassa, Kadrija, Schönenberger, Theiler (64. Elia Gasser); Schlegel (84. Jaun), Nabarro, Reichmuth, Admir Novalic (79. Peranovic), Merdovic; Gudelj (74. Gwerder). – Bemerkungen: FC Ibach ohne Elghandour und Aliu (beide rekonvaleszent), Noé Gasser (Militär), Pranjic (abwesend), Denis Novalic, Tela, Iadarola und Kündig (alle 2. Mannschaft). 39. Rote Karte Kadrija. 90. Gelb-Rote Karte Forrer. – Verwarnungen: 7. Theiler, 9. Forrer, 11. Kadrija, 90. Riedi.