Aktualisierung, 26. Oktober 2026 um 20.15 Uhr
Der sportliche Erfolg des FC Schenkon geriet am vergangenen Samstag beim entscheidenden C-Junioren-Spitzenspiel gegen den SC Kriens in den Hintergrund. Nach dem späten 2:1-Siegtreffer des Heimteams in der 90. Minute, der den Aufstieg des FC Schenkon in die Youth League besiegelte, kam es rund um das Spielfeld zu Vorfällen, die nun vom Innerschweizer Fussballverband (IFV) untersucht werden.
Nach den derzeit vorliegenden Schilderungen eskalierte die Situation unmittelbar nach dem entscheidenden Tor. Mehrere Augenzeugen, die sich während der Partie vor Ort befanden, berichten allerdings, dass sich die angespannte Stimmung bereits zuvor aufgebaut habe. Sie schildern mehrere harte Fouls, die aus ihrer Sicht vom Schiedsrichter nicht ausreichend sanktioniert worden seien.
Nach dem 2:1 in der 90. Minute berichten Augenzeugen zudem von einem grösseren Platzsturm aus dem Schenkoner Umfeld. Demnach sollen nicht lediglich einzelne Eltern das Spielfeld betreten haben, sondern Eltern, Jugendliche, weitere Zuschauer sowie auch Trainer. Angesichts der rund 500 Zuschauerinnen und Zuschauer, welche die Partie verfolgten, entstand unmittelbar nach dem Treffer eine entsprechend unübersichtliche und aufgeheizte Situation rund um das Spielfeld.
Auch zum anschliessenden Beginn der körperlichen Auseinandersetzungen liegen konkrete Augenzeugenberichte vor. Demnach sei es nach dem Platzsturm zunächst zu einer verbalen Auseinandersetzung zwischen zwei Spielern gekommen. Als ein Trainer des SC Kriens dazwischengegangen sei und versucht habe, die Situation zu beruhigen, soll er von einem Mann aus dem Umfeld des FC Schenkon gezielt geschlagen worden sein. Die Augenzeugen beschreiben diesen Vorfall ausdrücklich nicht als versehentlichen Kontakt, sondern als gezielten Übergriff. Nach ihren Schilderungen habe sich die Situation daraufhin weiter zugespitzt und sei in eine grössere körperliche Auseinandersetzung gemündet.
Diese Schilderungen stehen damit teilweise im Gegensatz zu einer ersten Darstellung, wonach die Eskalation hauptsächlich aus gegenseitigen Provokationen entstanden sei. Eine abschliessende Beurteilung der Ereignisse ist zum jetzigen Zeitpunkt jedoch nicht möglich. Nach Angaben der Augenzeugen existieren zudem Videoaufnahmen, welche Teile der Vorfälle dokumentieren sollen (einige Aufnahmen liegen unserer Redaktion vor). Inwiefern diese Aufnahmen zur Klärung des genauen Ablaufs beitragen können, müsste im Rahmen der laufenden Untersuchungen beurteilt werden.
Gemäss den vorliegenden Angaben versammelte der Assistenztrainer des SC Kriens seine 14- bis 15-jährigen Spieler noch vor dem Spielende, um sie aus der angespannten Situation herauszuführen, und begab sich mit ihnen in Richtung Garderoben. Gleichzeitig steht die Frage im Raum, ob der Schiedsrichter die Partie nach dem Tor und ohne Krienser Spieler nochmals angepfiffen und nicht umgehend beendet habe. Auch soll der FC Schenkon den anschliessenden Anstoss ausgeführt haben. Sollte sich dies bestätigen, könnte ein möglicher regeltechnischer Fehler Gegenstand der laufenden Untersuchungen werden. Eine offizielle Beurteilung liegt derzeit nicht vor.
Aufgrund der aufgeheizten Situation wurde auch die Polizei aufgeboten. Diese unterstützte vor Ort bei der Beruhigung der Lage und half dabei, dass die Beteiligten das Sportgelände geordnet verlassen konnten.
Der IFV wertet die eingegangenen Stellungnahmen aus und prüft den Sachverhalt. Dabei dürfte es insbesondere darum gehen, den genauen Ablauf nach dem 2:1, das Betreten des Spielfeldes, die gemeldeten körperlichen Übergriffe sowie die Vorgänge rund um die Fortsetzung beziehungsweise Beendigung der Partie aufzuarbeiten. Über mögliche Sanktionen sowie allfällige sportrechtliche Konsequenzen wird nach Abschluss der Abklärungen entschieden.
FC Schenkon verurteilt Fehlverhalten einzelner Zuschauer
Der FC Schenkon äusserte sich am Montag in einer ausführlichen Stellungnahme zu den Vorkommnissen. Der Verein stellte zunächst den sportlichen Erfolg seiner Mannschaft in den Vordergrund und erinnerte an den bemerkenswerten Weg des Teams: «Unsere C-Junioren haben am Samstag, 24. Oktober 2026, mit dem 2:1-Sieg gegen den SC Kriens den Aufstieg in die Youth League geschafft. In den vergangenen zwei Jahren hat sich dieses Team von der dritten Stärkeklasse bis nach oben gearbeitet.»
Gleichzeitig bedauert der Verein die Geschehnisse rund um die Begegnung: «Umso mehr enttäuscht uns, dass das Verhalten einzelner Zuschauer diesen besonderen Tag überschattet hat.» Der Verein bestätigt, dass es während der Partie zu verbalen Auseinandersetzungen und unerlaubtem Betreten des Spielfelds gekommen sei: «Während des Spiels kam es zu verbalen Auseinandersetzungen und zum unerlaubten Betreten des Spielfelds durch einzelne Zuschauer.»
Besonders deutlich fällt die Bewertung des Verhaltens einzelner Personen durch den FC Schenkon aus: «Nach unseren bisherigen Feststellungen haben sich dabei auch Eltern aus unseren eigenen Reihen in einer Weise verhalten, die unseren Vereinswerten und unserem Verhaltenskodex klar widerspricht.»
Und weiter: «Dieses Verhalten ist für den FC Schenkon inakzeptabel.» Der Verein kündigt an, die Vorfälle mittels vorhandener Videoaufnahmen und weiterer Informationen aufzuarbeiten: «Der Vorstand wird die Vorkommnisse anhand der vorhandenen Videoaufnahmen und Informationen aufarbeiten.» Dabei sollen bei nachgewiesenem Fehlverhalten verschiedene Massnahmen geprüft werden. Genannt werden unter anderem vereinsinterne Bussen, temporäre oder dauerhafte Zutrittsverbote, vereinsinterne Sperren sowie Vereinsausschlüsse. Der FC Schenkon macht zudem klar, dass mögliche finanzielle Folgen auf die verantwortlichen Personen überwälzt werden sollen: «Die Kosten allfälliger Bussen, die dem FC Schenkon wegen des Fehlverhaltens von Zuschauenden entstehen, werden wir auf die dafür verantwortlichen Personen abwälzen.»
Stellungnahme des SC Kriens steht noch aus
Eine offizielle Stellungnahme des SC Kriens liegt derzeit noch nicht vor. Der Verein hat sich bislang öffentlich nicht zu den Ereignissen geäussert.
Damit bleiben insbesondere die Vorwürfe bezüglich möglicher körperlicher Übergriffe, der genauen Abläufe nach dem Schlusstor sowie der Frage eines allfälligen regeltechnischen Fehlers Gegenstand der laufenden Untersuchungen. Erst nach Auswertung sämtlicher Berichte, Stellungnahmen und weiterer Beweismittel durch die zuständigen Instanzen wird Klarheit über die Ereignisse und deren Konsequenzen herrschen.


























