Leon Frokaj: Von Wolhusen über Luzern nach Basel

Möchte mit viel Einsatz und eiserner Disziplin beim FC Basel zum Ziel kommen: Der Wolhuser Leon Frokaj (Bildmitte) (Bild: zVg).

Möchte mit viel Einsatz und eiserner Disziplin beim FC Basel zum Ziel kommen: Der Wolhuser Leon Frokaj (Bildmitte) (Bild: zVg).
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Mit 15 Jahren steht Leon Frokaj noch am Anfang einer hoffnungsvollen Fussballkarriere. Erst im Sommer wechselte der Wolhuser vom FC Luzern zum FC Basel. Und wie viele in seinem Alter träumt er von einer Profikarriere. REGIOfussball.ch sprach mit dem jungen Talent über Fussball und seine Zukunft.

Bereits als Fünfjähriger begann Leon an seinem Wohnort beim FC Wolhusen mit dem Fussball spielen. Schnell erkannte sein Umfeld, seine spielerischen Talente. Nur drei Jahre später wechselte Leon zum FC Luzern in die Nachwuchsabteilung. Seit letztem Sommer spielt der Zentraloffensive Mittelfeldspieler (ZOM) in der U16-Mannschaft des FC Basel.

Leon Frokaj (rot umrandet) bei den F-Junioren des FC Wolhusen im Jahr 2010 (links) und 2011 (Bilder: Manuela Erni).

Dabei spielt die Unterstützung seiner Familie für den jungen Fussballer eine zentrale Rolle. Sie unterstützt ihn optimal und sie seien wichtige Bezugspersonen. «Sie sind immer dabei, wenn ich auf dem Fussballfeld stehen», bekräftigt Leon. Auch schulisch werde er von seinen Eltern bestmöglichst unterstützt. Sein Bruder spielt beim FC Wolhusen. Sicher nicht eine ganz einfache Situation für den jungen Fussballer, der nun die ganze Woche in Basel lebt und nur am Wochenende bei seiner Familie in Wolhusen ist.

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Soziale Kontakte fehlen
Jetzt während der Corona-Krise sei alles anders. Der Fan von Cristiano Ronaldo und Jürgen Klopp vermisst das Fussballspielen und seine sozialen Kontakte. Die Krise stelle für alle Menschen eine grosse Herausforderung dar. Leon hofft, dass die Normalität so schnell wie möglich wieder zurückkehre. Zurzeit muss er wie alle seine Kollegen am schulischen Fernunterricht teilnehmen und nach einem individuellen Trainingsplan von zuhause aus trainieren.

Leon Frokaj vermisst während der Corona-Krise die sozialen Kontakte mit seinen Kollegen (Bilder: zVg).

Stolzer Goalgetter
Als junger Fussballer hat Leon bereits einige Höhepunkte erlebt. So wurde er am 21. Internationalen U12-Junioren-Adidas-Cup in Deutschland als Torschützenkönig mit «Pokal und Urkunde» ausgezeichnet. Auch der Wechsel zum FC Basel und die Aufgebote für die Schweizer U15-Nationalmannschaft gehören zu seinen Highlights in seiner bisherigen noch jungen Laufbahn. Er hofft aber auf «viele weitere Highlights in der Zukunft, da ich zumal noch sehr jung bin», sagt der selbstbewusste Fussballer gegenüber REGIOfussball.ch. Von Tiefpunkten sei Leon bis heute verschont geblieben. Natürlich seien einige auch sehr emotionale Niederlagen dabei gewesen, aber das gehöre zum Fussball.

Eiserne Disziplin
Wie viele in seinem Alter, träumt Leon einmal für die 1. Mannschaft auflaufen zu können. Er kennt die Realität im Spitzenfussball und fügt an: «Mir ist aber bewusst, dass dies ein langer Weg ist, der viel Einsatz und eine eiserne Disziplin fordert. Ich werde alles dafür einsetzen.» Um dahin zu kommen möchte er vollen Einsatz in seiner aktuellen U16-Mannschaft leisten und seine fussballerischen Fähigkeiten jedes Jahr kontinuierlich verbessern. Er gibt Fussballern in seinem Alter gleich noch einen wertvollen Tipp mit: «Glaubt an euch und setzt mit Einsatz und Ehrgeiz alles daran, eure Träume zu verwirklichen!»

Offensivspieler Leon setzt sich im Oktober 2018 beim FCL U15-Team gegen die Zürcher Defensive durch (Bild: Peter D. McCarthy).

Doch Leon denkt nicht nur an eine mögliche Karriere als Fussballer – auch die Schule ist im wichtig. Aktuell ist er daran das 9. Schuljahr Niveau A erfolgreich abzuschliessen. Anschliessend möchte er ab Sommer die WMS Sportlerklasse besuchen und sich so seine Optionen für einen passenden kaufmännischen Beruf offenhalten. Neben Sport zählen auch Mathematik und Englisch zu seinen Lieblingsfächern.

Emotionaler Fussballer
Auf seine persönlichen Stärken angesprochen antwortet Leon ausführlich und differenziert. Er könne sich sehr gut Ziele setzen und sei selbstkritisch. «Ich kann aus innerem Antrieb lernen, Ich bin belastbar und kann mich gut anstrengen, wenn ich mich mit Wiederständen in der Schule oder auf dem Fussballfeld auseinandersetze», betont Leon. Fussballerisch lägen seine Stärken im technischen Bereich. Auch sei er abschlussstark, ein «guter Passgeber» und er habe eine gute Spielübersicht.

Erstaunlich offen, spricht Leon über seine Schwächen. Er zeige häufig seine Gefühle und sei sehr emotional. Zu viel Emotionalität sei aber kontraproduktiv. Und im fussballerischen Bereich, habe er im Kopfballspiel und im Defensivverhalten Nachholbedarf. An diesen Schwächen will er intensiv arbeiten.

Cupfinalsieg: Leon Frokaj (rechts) im IFV-Cupfinal im Jahr 2017 (Bild: Ewo Photography).

Herausforderung FC Basel
Wir fragen ihn, weshalb er im vergangenen Sommer von Luzern zum Ligakonkurrenten Basel wechselte? Diplomatisch holt Leon weit aus und erklärt seinen Wechsel. Er habe in Luzern eine intensive und schöne Zeit erlebt und dabei das ABC des Fussballs gelernt. Nun habe er es als den nächsten persönlichen Entwicklungsschritt erachtet eine neue Herausforderung beim FC Basel anzunehmen. Der FC Basel sei in den letzten Jahren national und international das Mass aller Dinge gewesen. «Ich wollte mich mit den Besten messen und mag Herausforderungen, da sie mich enorm motivieren», führt Leon weiter aus. Dies habe er nun beim FC Basel gefunden. Natürlich sei ihm der Entscheid nicht leichtgefallen, da dies sein ganzes Leben auf den Kopf gestellt habe. Er musst sich in einer neuen Umgebung einleben und neue Freunde finden, was ihm zum Glück gelungen sei. Auch mit der sportlichen Situation sei er nun sehr zufrieden.

«Fussball ist vollkommen»
Auf die Frage, ob er etwas am Fussball ändern möchte, antwortet er wie gewohnt sehr überlegt. «Fussball ist vollkommen» und man sollte das Fussballspielen nicht von Grund auf neugestalten oder verändern. Natürlich seien neue taktische Überlegungen und Anpassungen immer nötig. Neue Technologien sollten dem Fussball helfen das Spiel fairer zu gestalten.

Klare Regeln und Strukturen
«In der Schweiz gefällt mir so ziemlich alles» erklärt Leon. Er mag es, wenn ein Land klare Regeln und Strukturen hat. Er mag auch die Traditionen und Menschen in der Schweiz. Jeder Mensch habe hervorragende Möglichkeiten sich eine erfolgreiche Zukunft zu gestalten. Kritisch fügt er an, dass wir manchmal ein wenig lockerer sein könnten.

Leon beim FC Basel: Für ihn ist der FCB das Mass aller Dinge (Bild: zVg).